{ $store.headerGroupManager.updateMeasurements() })" :class="{ '' : searchBarOpen , 'hidden' : !searchBarOpen }"
@keydown.escape="searchBarOpen = false; $nextTick(() => { $store.headerGroupManager.updateMeasurements(); setTimeout(() => $refs.searchToggle.focus({ focusVisible: true }), 10) })"
id="header-search-dropdown"
>
Bitte Zählermarke einfügen
Das Wochenende hätte für BTS, ARMY, die Stadt München und sogar für den 1. FC Bayern nicht besser laufen können: Der Stopp der Arirang-Welttournee mit zwei Konzerten in der Allianz Arena war natürlich perfektes K-Pop-Entertainment und ein Fest der Fan-Liebe. Wir waren an beiden Abenden für euch vor Ort: Am Samstag im Innenraum vor der Bühne, am Sonntag auf den Mittelrängen.
BTS: Von München in dein Plattenregal:
Man weiß ja gar nicht, wo man anfangen soll. Sieben Jahre musste ARMY Deutschland seit den letzten BTS-Gigs in Berlin warten, über drei Jahre hatten die K-Pop-Stars keine Konzerte mehr gespielt, bevor sie im Frühjahr im Herzen von Seoul ihr großes Comeback-Konzert gaben. Da kann man sich ungefähr ausrechnen, wie hoch die Erwartungen und wie massiv die Vorfreude auf die beiden einzigen Deutschlandshows der Arirang World Tour waren. Und was für eine Tour das überhaupt ist! Jin, Suga, J-Hope, RM, Jimin, V und Jung Kook alias BTS spielen in der Zeit von April 2026 bis in den März 2027 88 Shows in 34 Städten in 23 Ländern. Die Tour ist so gigantisch, dass die Branche bereits davon ausgeht, dass sie am Ende die Umsatzrekorde von Taylor Swifts Eras Tour gebrochen haben wird.
Aber hier soll es nicht um schnöde Zahlen gehen. Für all jene, die den brutalen Ticketvorverkauf erfolgreich überlebt haben und für alle ARMYs, die zumindest in Hörweite des Stadions gemeinsam BTS feiern wollten, waren die letzten Tage wohl nicht weniger als ein perfektes K-Pop-Wochenende. Bei sonnigem, vielleicht etwas zu heißem Sommerwetter eroberten die BTS-Fans München und brachten die Allianz-Arena dermaßen zum Beben, das selbst die sonst dort feiernden Fans des FC Bayern beeindruckt gewesen wären.
BTS hatten eine gute Zeit in München
Aber auch BTS haben sich augenscheinlich ein Stückweit in München verliebt. Am ersten Abend erzählte Jimin, dass er einen sehr schönen Spaziergang gemacht hätte, V lief an beiden Abenden stolz mit einem eigens für ihn designten Bayern-Trikot in den letzten Teil der Show und dann gab es noch die cuten Videos einiger BTS-Member, die sich natürlich auch im Eisbach im Englischen Garten abgekühlt und in die Strömung geschmissen haben. Als V am zweiten Abend beim Talk mit dem Publikum seine fix angelernten Deutschkenntnisse präsentieren wollte, sagte er schelmisch auf Deutsch: „München auf die 1“. Wir sind nicht naiv, in Paris wird er bald vermutlich „Paris, je t’aime“ sagen, aber irgendwie glauben wir, er und seine Bandkollegen haben die Stadt wirklich gefühlt.
@bts_army_italia_fan J-Hope e V, un momento di pace immersi nella natura. 🌿💜 Lontani dal palco, vicini alla tranquillità. 💜 #BTS #v #jhope #btsarmyitaliafan ♬ SWIM - BTS
Eine ARMY-Crowd hat bisher noch jeder Stadt gut getan
Überhaupt war es – egal ob BTS-Fan oder nicht – eine große Freude, am Wochenende durch München zu schlendern und ARMY-Spotting zu betreiben. Es gibt natürlich viele, sehr leidenschaftliche Fandoms – egal ob im K-Pop oder anderswo – aber der Vibe und die Looks einer ARMY-Crowd haben bisher noch jeder Stadt gutgetan. Auch wenn so mancher Münchener grumpy wurde, wenn die schieren Menschenmassen mal kurzzeitig ein paar Straßen lahmlegten: Zum Beispiel beim Verkauf des Weverse-Merchandises und der offiziellen Lightsticks, der in einem Gewerbegebiet stattfand und deshalb Tausende junge Menschen in eine Gegend lockte, die das sonst nicht gewohnt ist.
Die 360-Grad-Bühne hat Tücken, verbessert aber die Sicht für alle
Aber jetzt endlich zu den Konzerten: Dank der Stimmung der Fans, einer gut gelaunten Band und vieler perfekt performter Songs, waren die natürlich ein einzigartiger, euphorischer Rausch, auch wenn wir mit ein wenig Abstand einige Dinge zum dezenten Bemäkeln finden würden – aber das ist Jammern auf hohem Niveau (kurz gesagt: zu wenig Choreos, die Vor- und Nachteile einer Rundbühne, vielleicht ein bisschen zu viel Fokus auf das Arirang-Album).
Geprägt wurden die Konzerte von der imposanten 360-Grad-Bühne, die viele Vorteile und ein paar Nachteile bringt. Als wir am ersten Abend im Innenraum waren, spürten wir schnell, dass wir der Band zuvor nie so mühelos nahe sein konnten. Wobei, was heißt hier mühelos – wir haben wohl den Ticketkampf verdrängt. Was wir meinen: Selbst, wenn man im Innenraum in der letzten Reihe stand, hatte man noch immer so etwas wie einen Club-Konzert-Vibe, weil man auf Augenhöhe mit den BTS-Members war, die Energie der Sieben viel direkter strahlte und natürlich jede:r tanzte, sang, mitschrie. Der Nachteil solcher Bühnenkonstruktionen: Man sieht die Band selten wirklich als Einheit und oft von hinten oder der Seite, was vor allem auf Kosten der Choreografien geht, die man doch so liebt bei BTS. Trotzdem: Vor allem in Verbindung mit den LED-Screens schien diese Bühne die beste Lösung für das Gesamterlebnis zu sein.
Im ersten Akt ein starker Fokus auf Arirang
Die Setlist war ja schon lange kein Geheimnis und wurde von uns hier schon analysiert. Vor dem Intro und dem krassen Start mit Hooligan lief eine sich langsam intensivierende Instrumentalmusik, die vor allem auf das koreanische Saiteninstrument Gayageum und Janggu-Trommeln setzte. Dann enterten dutzende mit Sturmmasken vermummte Tänzer:innen die große Rundbühne über die Stege, die sternförmig von ihr abgingen.
Ein perfekter Start, der den Ton für den ersten Akt setzte: Von den acht Songs stammen sechs vom aktuellen Arirang-Album, die anderen zwei sind die Live-Darlings Run BTS und Fake Love. Hier darf man ruhig mal wieder die Frage stellen, ob K-Pop wirklich als Genre-Zuschreibung taugt, denn das hier ist stilistisch betrachtet ein reines Rap-Konzert, auch wenn man mit Jimin, Jin und V natürlich fantastische Gesangsstimmen hat. Aber die Haupt-Vocal-Last liegt in den ersten Minuten bei RM, Suga und J-Hope, die wenig Atem für anderes haben.
Während im ersten Akt noch Tänzer:innen und Show-Elemente überwiegen, verschiebt sich schon im zweiten Akt der Fokus immer mehr auf die BTS-Member. Bei den wichtigen Songs sind es oft „nur“ die Sieben, die über die riesige Bühne schreiten und tanzen – und es sagt uns schon etwas, wenn wir das Gefühl haben, dass das fast besser ist. Kein Diss an die Dance-Crew, es ist nur so, dass Jimin, Jin, V, RM, Jung Kook, J-Hope und Suga zusammen eine so spannende Energie haben, dass alles andere daneben bloß ablenkt. Diese Mischung aus sichtbarer Routine, wenn es darum geht, vor 70.000 Menschen zu spielen, plus dieser spürbaren Kameradschaft und in den besten Momenten einem schelmischen Humor – das ist eine Kombi, an der man sich als Fan nicht sattsehen kann.
Es gäbe zahlreiche Beispiele dafür, hier seien stellvertretend mal drei genannt: Jimin, der am Samstagabend völlig unvermittelt, lachend zum Haaland-Walk ansetzt, nachdem ihn zuvor schon ein von den Kameras eingefangenes Plakat in eine Ahnenreihe mit Thor und eben dem Fußball- und Meme-Star Erling Braut Håland gestellt hatte.
@freakin.chic.lady BTS Jimin doing the Haaland walk during the Arirang concert at Munich Day 1 2026 😁🤣🤩🔥💜⚽️👏👍🙌 #bts #btsarirang #btsconcert ♬ original sound - Freakin Heck Boutique
Und dann der doppelte V: Er kam an beiden Abenden mit Bayern-München-Trikot in den letzten Akt und hatte am Sonntag gar einen Fußball dabei. Wie lässig muss man sein, wenn man vor 70.000 Menschen performt und dabei auf der Bühne, teilweise während der Songs rumkickt und sogar Jimin Pässe zuspielt? Auch das Flexen seiner angelernten Deutschkenntnisse war sehr amüsant (obwohl RM hier Klassenbester war) – V hatte den hier so gut passenden Satz gelernt: „München auf die 1.“ Lieben wir.
Last but not least sorgte auch Jung Kook wieder für DEN viralen Moment: Er hatte sich schon in einem Livestream als Fan von Gut genug von Kitschkrieg, Blumengarten und Shirin David geoutet – nun sang er an beiden Abenden den Chorus an und gewann damit Stadion und Internet.
@tobesosunny DU BIST GUT GENUUUUUUG #bts #arirang #btsmunich #munich #jungkook ♬ original sound - lara 🦔
Einer der auch für die Band bewegendsten Momente war die Performance von Body To Body. Mal abgesehen davon, dass der erste Drop zu den Zeilen „I need the whole stadium to jump“ schon wie für Konzerte dieser Art gemacht scheint, enthält dieser neue Song natürlich das Sample des koreanischen Volksliedes Arirang, das dem Comeback-Album seinen Titel gab. Hier sang das komplette Stadion dieses jahrhundertealte Lied, obwohl die wenigsten wirklich die Worte verstehen können – und die Gesichter der BTS-Member zeigten mehr als eindeutig, wie viel ihnen genau dieser Moment bedeutete.
So gut neue Songs wie Hooligan, Body To Body, they don’t know about us und der perfekte Show- und Albumcloser Into The Sun auch sein mögen, am heftigsten hitten halt doch die BTS-Classics: die besagten Run BTS, FAKE LOVE, Not Today, Mic Drop und natürlich IDOL, bei dem BTS mit einer wilden Tänzer:innen- und Fahnen-Prozession einmal durchs Stadionrund laufen. Auch die sweeten Überhits Butter und Dynamite werden entsprechend gefeiert, obwohl sie musikalisch am weitesten entfernt sind von der BTS-DNA.
Koreanische Volkslied-Chöre und eine Weltpremiere in München
Das Highlight für alle waren dann die zwei Überraschungs-Tracks, die BTS bei jedem Tourstopp auspacken und variieren. Der in München anwesende ARMY-Teil war sich dabei ziemlich sicher, das große Los gezogen zu haben – und das würden wir durchaus unterschreiben: Am Samstag spielten BTS zuerst Baepsae oder Silver Spoon aus dem Jahr 2015. Einer jener Rap-Tracks, die an BTS‘ im K-Pop eher untypische sozialkritische Seite erinnern, geht es hier doch um Klassenprivilegien in Korea und darum, nicht wie andere „mit einem Silberlöffel im Mund geboren“ worden zu sein. Darauf folgte das poppige Pied Piper, das ironisch mit dem Bild spielt, dass BTS wie einst der Rattenfänger von Hameln junge Menschen in ihre Welt locken.
Am Sonntag hatten BTS dann gar eine Weltpremiere für die München-Crowd: Sie spielten zum ersten Mal das wunderschöne Louder Than Bombs – ein Fan-Liebling vom 2020 veröffentlichten Map Of The Soul: 7. Kaum war der Song vorbei, fand man auf TikTok neidische bis ungläubige Videos von ARMYs, die das nicht live erleben durften. Darauf folgte Blood Sweat & Tears aus dem Jahr 2016, das viele BTS-Fans einst mit der Musik dieser Band angefixt hatte (uns zum Beispiel).
Danach konnte es besser nicht werden, auch wenn das hymnische, BTS-untypische und eher an Bon Iver erinnernde Into The Sun ein perfekter Schlusspunkt für ein jedes Stadionkonzert ist.
Tja und nun sitzen wir hier, am Montagmorgen, in einem Zug voller selig ausschauender ARMYs, schreiben diese Zeilen und hoffen inständig, dass es diesmal nicht so lange dauern wird, bis man BTS wieder live erleben kann. Sie sagten gleich mehrfach auf der Bühne, dass sie wiederkommen wollen – nach Deutschland und sogar nach München – und wenn man gesehen hat, wie gut sich diese Band bei all dem Leistungsdruck und den immensen körperlichen Anforderungen für so eine Mammuttour auf der Bühne zu verstehen scheint, stehen die Chance doch nicht schlecht, dass wir ihnen glauben könnten.