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Santiago Felipe/Redferns for ABA/Getty Images

Björk solidarisiert sich mit Grönland und fordert Unabhängigkeit

Die isländische Musikikone Björk wendet sich mit solidarischen Worten an die Bevölkerung Grönlands. Grund dafür sind Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump,  der Grönland zuletzt wieder als strategisch notwendiges Territorium für die Vereinigten Staaten bezeichnet hatte.

Björk reagiert mit Statement:

In einem Beitrag auf Instagram reagierte Björk mit deutlichen Worten. Kolonialismus, so schrieb sie, habe bei ihr „immer wieder Schauer des Entsetzens ausgelöst“. Wörtlich erklärte die Musikerin:

„Der Kolonialismus hat mir schon so oft einen Schauer des Grauens über den Rücken gejagt – und die Vorstellung, dass meine grönländischen Mitmenschen von einem grausamen Kolonisator zum nächsten wechseln könnten, ist zu brutal, um sie sich überhaupt vorzustellen.“

Grönlands koloniale Geschichte

Grönland gehört weiterhin zum Königreich Dänemark, verfügt jedoch nur über begrenzte politische Selbstständigkeit. In ihrem Statement machte Björk deutlich, dass koloniale Strukturen für sie kein abgeschlossenes Kapitel sind. Sie erinnerte an eine Klage von 143 grönländischen Frauen, die angaben, ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung mit Verhütungsspiralen eingesetzt worden zu sein. Zudem kritisierte sie sogenannte Elternkompetenztests, durch die grönländische Familien zeitweise getrennt wurden.

Auch ihre eigene Herkunft stellte Björk in einen größeren historischen Zusammenhang. Island stand bis 1944 unter dänischer Herrschaft. Dazu schrieb sie: „Wir haben unsere Sprache nicht verloren – sonst würden meine Kinder heute Dänisch sprechen.“ Der Satz ist als Hinweis auf die Fragilität kultureller Selbstbestimmung zu lesen, selbst unter vergleichsweise milden kolonialen Bedingungen.

Björks Statement im Wortlaut

Ich wünsche allen Grönländerinnen und Grönländern Segen und Kraft in ihrem Kampf um Unabhängigkeit. Die Menschen in Island sind bis heute zutiefst erleichtert, dass es ihnen 1944 gelungen ist, sich von Dänemark zu lösen. Wir haben unsere Sprache nicht verloren – sonst würden meine Kinder heute Dänisch sprechen.

Ich empfinde immer wieder eine tiefe Verbundenheit und großes Mitgefühl mit den Grönländerinnen und Grönländern. Besonders erschüttert hat mich der Fall der Zwangsverhütung: Zwischen 1966 und 1970 wurden 4.500 Mädchen, teils erst zwölf Jahre alt, ohne ihr Wissen mit Spiralen ausgestattet. Viele von ihnen sind heute in meinem Alter oder jünger – und kinderlos. Und selbst heute noch werden Grönländerinnen und Grönländer von dänischen Behörden behandelt, als wären sie Menschen zweiter Klasse: Noch 2025 werden Kinder ihren Eltern weggenommen. Der Kolonialismus hat mir immer wieder Schauer des Entsetzens über den Rücken gejagt. Und die Vorstellung, dass meine grönländischen Mitmenschen von einem grausamen Kolonisator zum nächsten wechseln könnten, ist zu brutal, um sie sich überhaupt vorzustellen.

„Úr öskunni í eldinn“, wie wir auf Isländisch sagen – aus der Asche ins Feuer.

Liebe Grönländerinnen und Grönländer,

erklärt eure Unabhängigkeit!

Mit solidarischen, herzlichen Grüßen

eure Nachbarn

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