Rap-Legende Chuck D hat für KISS-Chefdämon Gene Simmons eine klare Ansage in Sachen Hip-Hop parat. Der Anlass: Simmons, nie um eine polarisierende Meinung verlegen, hatte kürzlich erklärt, Hip-Hop habe nichts in der Rock & Roll Hall of Fame verloren. Das wollte der Public-Enemy-Frontmann nicht auf sich sitzen lassen.
Das sagte Gene Simmons
In einem Podcast hatte Gene Simmons deutlich gemacht, dass für ihn die Bezeichnung der Institution wörtlich zu nehmen sei. Sinngemäß sagte er, Hip-Hop gehöre nicht in die Rock & Roll Hall of Fame – genauso wenig wie Oper, Sinfonien oder Orchester. „Hip-Hop gehört nicht in die Rock & Roll Hall of Fame. Genauso wenig wie Oper oder Sinfonieorchester. Es heißt Rock & Roll Hall of Fame.“
Er verwies zudem darauf, dass Bands wie Iron Maiden noch nicht aufgenommen worden seien, während Hip-Hop-Pioniere bereits geehrt wurden. Weiter sagte er: „Das ist nicht meine Musik. Ich komme nicht aus dem Ghetto. Es spricht nicht meine Sprache.“
Gene definitely has his opinion and it carries major weight… however it is The Rock And Roll Hall Of Fame … not considering it ‘ROCK’ may hold a debatable point but clearly RAP and some other genres of movement are the ‘ROLL’ .. Rock and Roll clearly splintered all over the…
— Chuck D (@MrChuckD) February 12, 2026
Chuck D: Teil des Roll!
Chuck D reagierte auf der Plattform X mit einer differenzierten Antwort. „Gene hat definitiv seine Meinung, und sie hat Gewicht“, schrieb er. „Aber es ist die Rock & Roll Hall of Fame. Man kann darüber diskutieren, ob Rap im engeren Sinne ‘Rock’ ist. Doch Rap und andere Musikrichtungen sind eindeutig Teil des ‘Roll’.“
Er ergänzte: „Rock and Roll hat sich in den 1960er-Jahren in viele Richtungen aufgespalten. Diese Bewegung ist gewachsen und hat sich weiterentwickelt.“
X-Diskussion über Genre-Grenzen
Die Debatte verlagerte sich schnell auf die grundsätzliche Frage, wo Genregrenzen verlaufen. Ein anderer Kommentator merkte an: Man könne zwar argumentieren, dass Rap aus dem Blues entstanden sei und damit genealogisch in derselben Familie wie Rock stehe. „Aber wenn du in einen Plattenladen gehst, gehst du dann in die Rock-Abteilung, um ein N.W.A-Album zu kaufen?“ Diese Sichtweise spiegelt die Position wider, die auch Simmons vertritt: eine pragmatische, marktbasierte Genredefinition.
Andere Nutzer widersprachen deutlich. Einer schrieb: „Die Rock and Roll Hall of Fame ist eigentlich eher eine Music Hall of Fame. Rock and Roll ist ohnehin schwer eindeutig zu definieren.“ Damit wird ein Kernpunkt der Diskussion aufgegriffen: Die Institution hat sich längst über klassische Gitarrenmusik hinaus geöffnet.
Deutlich schärfer formulierten es einige Stimmen, die Simmons’ Meinung grundsätzlich infrage stellten. Ein User meinte, dessen Position habe kein Gewicht, da Rockmusik selbst aus schwarzer Musik entstanden sei. Ein weiterer schrieb, Gene Simmons solle „ein bisschen Recherche über die Ursprünge des Rock’n’Roll betreiben“, und verwies auf Künstlerinnen wie Sister Rosetta Tharpe, die als Pionierin des Rock gilt.