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Foto: Per Ole Hagen/Redferns

Dave Rowntree von Blur verliert Rechtsstreit über verlorene Tantiemen: 200 Mio. Pfund

Dave Rowntree (Blur) wollte das Tantiemensystem des britischen Musikurheberrechts umwälzen. Doch damit hatte er keinen Erfolg. Rowntree hatte bemängelt, dass viele Songwriter:innen kein Geld bekommen, wenn die Credits eines Songs uneindeutig sind. So seien insgesamt bestimmt schon circa 200 Mio. Pfund an Tantiemen verloren gegangen.

Was sind Black-Box-Tantiemen?

Der Drummer von Blur, Dave Rowntree, hat einen Streit gegen das britische Musikurheber-Kollektiv PRS For Music verloren. Dabei ging es um das, was man im Urheberrecht „Black-Box-Royalties“ nennt: nicht gezahlte Tantiemen, da die Songwriting- oder Verlags-Credits eines Songs uneindeutig oder fehlerhaft sind. In manchen Fällen kann nicht genau identifiziert werden, wer für die Komposition oder Veröffentlichung verantwortlich war, beziehungsweise fehlen bestimmte Informationen. Das Urheber-Kollektiv PRS For Music behält in solchen Fällen die eigentlich anstehenden Tantiemen zurück. Von diesem Geld verdient PRS selbst übrigens nichts, da es keinen Gewinn anstrebt.

Dieses System gefällt Blurs Drummer allerdings nicht, denn dies sei insbesondere Songwriter:innen gegenüber unfair. Die mittlerweile angesammelten Black-Box-Tantiemen könnten bis zu ₤200 Mio. betragen, die den Komponist:innen so durch die Lappen gingen. Also klagte er PRS For Music an.

Darum hat Blurs Drummer verloren

Die Antwort auf Dave Rowntrees Einwände? Gewissermaßen: Aber gibt es denn eine bessere Lösung? Das britische Berufungsgericht wies am Montag (29. Juni) Rowntrees Klage ab, mit der Erklärung: „Das Problem der ‚Black-Box-Tantiemen‘ entsteht durch Datenlücken – mit anderen Worten: durch einen Mangel an Informationen. In einer idealen Welt mit vollständigen Daten würde die PRS die Tantiemen einfach an die einzelnen Mitglieder ausschütten, und zwar entsprechend der Nutzungshäufigkeit der jeweiligen Musikwerke und den Anteilen der Mitglieder an diesen Werken. In der realen Welt jedoch, in der es zu Daten- oder Meldelücken kommt, ist der PRS dies nicht möglich.“

Seitens PRS sprach sich eine Presseperson danach aus: „Diese Sammelklage war von Grund auf fehlerhaft und stellte unsere Richtlinien von Anfang an völlig falsch dar. Sie hätte dazu geführt, dass PRS-Mitglieder die Gesellschaft verklagt hätten, die ihnen gemeinsam gehört – und das trotz enormer Kosten und ohne jede logische Grundlage für ein solches Vorgehen.“

Dave Rowntree hat den Fall seitdem nicht öffentlich kommentiert.

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