Ärger bei Cradle of Filth: Keyboarderin und Co-Sängerin Zoe Marie Federoff hat mitten in der laufenden Tour ihren Ausstieg aus der Band bekanntgegeben – und erhebt in einem ausführlichen Statement schwere Vorwürfe gegen Management und Frontmann Dani Filth. Auch ihr Ehemann, Gitarrist Marek „Ashok“ Šmerda, kündigte an, die Band zu verlassen – Filth kam dem zuvor und feuerte ihn.
Mangelnde Bezahlung, Vorwürfe
Federoff spricht von einem „toxischen und bedrohlichen Umfeld“, von Ausbeutung durch extrem niedrige Gagen von teils nur 100 Pfund pro Auftritt , von einem „psychopathischen Vertrag“ für Session-Musiker:innen und von einem Management, das sie beleidigt und unter Druck gesetzt habe. Auch den Frontmann Dani Filth macht sie dafür verantwortlich, da er dieses Umfeld dulde und das Management schütze. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, Gitarrist Marek „Ashok“ Šmerda, habe sie den Ausstieg seit Monaten geplant.
Auch Gitarrist Marek „Ashok“ Šmerda bestätigte seinen Ausstieg zum Ende der laufenden Tour und nannte als Gründe schlechte Bezahlung, hohen Stress und jahrelanges, unprofessionelles Verhalten „von oben“. Cradle of Filth könne seiner Ansicht nach keine sichere Zukunft bieten, sondern behindere sie eher. Zudem habe er alle eigenen Kompositionen – darunter auch die geplante Ed-Sheeran-Collab – von kommenden Veröffentlichungen zurückgezogen, da er sich damit nicht mehr identifizieren könne. Spekulationen über private Probleme mit Zoe wies er zurück: Man habe die Entscheidung gemeinsam getroffen, wolle ein neues Kapitel beginnen und die verbleibenden Konzerte „stark und würdig“ beenden.
Cradle of Filth: Das Statement von Federoff
„Eine weitere Stellungnahme zu meinem und Ashoks Ausstieg bei Cradle of Filth und eine Warnung an unsere Nachfolger:innen – Lest den Vertrag.
Wir haben diesen Ausstieg schon vor Monaten geplant. Das Management ist unehrlich, manipulativ und versucht, uns Geld wegzunehmen, ohne dass es überhaupt Verträge zwischen uns Session-Musiker:innen und ihnen gibt. Als ich diesen versuchten Diebstahl von Vorschussgeldern für das Album Screaming of the Valkyries angesprochen habe, wurde ich als ‘Krebs‘ und ‘totes Pferd‘ beschimpft und mir wurde mit Rausschmiss gedroht.
Der Frontmann unternimmt nichts, um das zu verhindern. Stattdessen versteckt er sich hinter ihnen, während sie beleidigen und stehlen. Wir machen den Frontmann verantwortlich, denn er hat dieses Management eingestellt und sich nie für sein Team eingesetzt – nur für sich selbst. Andere Ex-Mitglieder versuchen, darum herumzutänzeln und allein das Management verantwortlich zu machen. Aber: Das Management arbeitet für den Frontmann.
Er selbst macht sich vielleicht nicht die Hände schmutzig, aber am Ende gibt er die Anweisungen. Die Atmosphäre, die er schafft, ist bedrohlich und missbräuchlich. Wir wurden für extrem niedrige Gagen ausgebeutet und sollten trotzdem exklusiv für Cradles Terminplan verfügbar sein. Nicht einmal die Lebenshaltungskosten können wir so decken, und trotzdem wurde uns gesagt, wir dürften nicht mit anderen Bands touren, um unser Einkommen aufzubessern. Es ist Wahnsinn, Menschen aus Ego-Gründen in Armut zu halten.
Wir fügen den Vertrag bei, mit dem man versucht hat, alle Session-Mitglieder mit einer Gehaltserhöhung von 25 % (der ersten in 7 Jahren!) in eine Falle zu locken. Unser Anwalt nannte es den ‘psychopathischsten Vertrag‘, den ein Session-Musiker je in die Hand bekommen könnte. Wir haben nicht unterschrieben und uns stattdessen entschieden, dieses Jahr auszusteigen.
Wir sind gegangen, weil wir ausgebeutet wurden, weniger als das Existenzminimum verdienten und weil das Umfeld toxisch und bedrohlich ist. Und die Belastung, die all das auf unser Leben und unsere Ehe hatte, wurde zu groß. Auch gesundheitlich – auf Tour habe ich deshalb meine erste Schwangerschaft verloren. Wir haben uns entschieden zu gehen, um uns selbst zu retten und eine bessere Zukunft für unsere Familie zu schaffen. Jetzt, wo wir draußen sind: die Sonne scheint, unsere Familie hat wieder Hoffnung. Und wir hoffen, dass jede:r Session-Musiker:in, die/der überlegt, zu Cradle zu gehen, den Vertrag liest und vorher eine:n Anwalt:in konsultiert.
Viel Glück an jede:n, die/der als Nächstes versucht, das zum Funktionieren zu bringen. Und denkt daran – wir alle kennen den Typen, der sagt: ‘Alle meine Exen sind verrückt.‘ Wirklich alle? Oder liegt das Problem vielleicht bei dir – nach über 40 Leuten?
Lebt wohl, liebe Fans, Session-Mitglieder und Crew. Ihr wart der einzige Teil davon, der gute Erinnerungen hinterlässt.
Dani Filth feuert Gitarristen als Reaktion
Frontmann Dani Filth reagierte seinerseits mit einem offiziellen Statement und erklärte, dass Gitarrist Marek „Ashok“ Šmerda mit sofortiger Wirkung aus Cradle of Filth entlassen worden sei. Man werde die laufenden Südamerika-Konzerte keinesfalls absagen, auch wenn die Fans sich vorerst mit nur einem Gitarristen begnügen müssten, bis Ersatz eingeflogen sei. Filth sprach von „illegalen Versuchen, die Band zu verleumden und zu sabotieren“, wies die Anschuldigungen gegen das Management entschieden zurück und betonte, die restliche Band sei „cool, wenn auch überrascht“ über die Ereignisse. „Bitte respektiert unsere Entscheidung, uns jetzt von Ashok zu trennen, und vermeidet Spekulationen – die Wahrheit wird ans Licht kommen“, so Filth.
Das ganze Statement von Cradle of Filth
Dani Filths ganzes Statement: „Mit schwerem Herzen gibt Cradle of Filth offiziell die sofortige Entlassung von Gitarrist Marek „Ashok“ Šmerda aus der Band bekannt.
Trotz aller Versuche, die Band illegal zu verleumden und zu sabotieren, wird Cradle of Filth keine der laufenden Südamerika-Shows absagen. Die Fans müssen allerdings vorübergehend damit rechnen, uns live nur mit einem Gitarristen zu erleben – bis Ashoks vorübergehender Ersatz in den nächsten Tagen eingeflogen wird. Vielen Dank für euer Verständnis in dieser schlimmen Angelegenheit. Wir alle stehen unter Schock über die aktuellen Vorgänge und werden unsere Seite zu diesen unglücklichen Ereignissen zu gegebener Zeit ausführlich darlegen. Bitte respektiert unsere Entscheidung, uns jetzt und nicht erst am Ende der Tour von Ashok zu trennen, und verzichtet bis dahin auf Spekulationen – weitere Klarheit wird folgen.
Der Rest der Band ist wohlauf, wenn auch überrascht, und die Anschuldigungen gegen das Management, das eng mit mir und der Band zusammenarbeitet, sind vollkommen unbegründet und haltlos. Geduld ist eine Tugend, und die Wahrheit wird sich am Ende immer durchsetzen. Nochmals vielen Dank, liebe Filthlings – wir freuen uns auf den weiteren Verlauf der „The Screaming of the Américas“-Tour hier in Uruguay und darüber hinaus. Euer Fiend, Dani “