Die legendäre deutsche Band Fehlfarben trauert um ihren Bassisten Michael Kemner. Kemner, Gründungsmitglied der einflussreichen Düsseldorfer Gruppe, ist bereits am 3. Januar 2026 im Alter von 72 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.
Fehlfarben verabschiedeten sich mit persönlichen Worten von ihrem langjährigen Weggefährten. „Unser wunderbarer Bassist und Bandmate hat seinen letzten Kampf verloren. Wir werden dich so sehr vermissen“, schrieb die Band auf ihren Social-Media-Kanälen. In einem weiteren Statement schrieb die Band: „Lieber Michael. Bin so traurig nach so langer Zeit gemeinsamer Musik. Deine Freundschaft bleibt unvergessen wie die Liebe. Am Ende schwimmen wir alle im Meehr wieder zusammen. Ahoi.“
Michael Kemner: Blick auf seine Karriere
Kemner stammte aus dem Bergischen Land und war seit den späten 1970er-Jahren Teil der Düsseldorfer Punk- und New-Wave-Szene. Vor der Gründung von Fehlfarben spielte er unter anderem bei Y.O.U. sowie bei Deutsch-Amerikanischer Freundschaft (DAF), wo er mit Kurt Dahlke und Robert Görl zusammenarbeitete. In dieser Zeit entstand auch eine frühe Version des späteren Fehlfarben-Songs Militürk, der bei DAF noch unter dem Titel Kebabträume geführt wurde.
Nach seinem Ausstieg bei Fehlfarben im Sommer 1981 gründete Kemner gemeinsam mit dem DAF-Musiker Wolfgang Spelmans die Band Mau Mau, mit der zwei Alben erschienen. Anschließend zog er nach West-Berlin und rief das Projekt 20 Colours ins Leben. In den frühen 1990er-Jahren kehrte er zur wiedervereinten Band Fehlfarben zurück und war in den folgenden Jahren wieder Teil der Gruppe, unter anderem auf dem Album Knietief im Dispo (2002). In den letzten Jahren war Kemner aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr durchgehend auf der Bühne präsent.
Michael Kemner: Kolleg:innen trauern
Kolleg:innen aus der deutschen Rockszene würdigten Kemner als zurückhaltenden, freundlichen Musiker mit großer musikalischer Autorität. Die Band Extrabreit erinnerte daran, dass er bereits am 3. Januar 2026 nach langer Krankheit gestorben sei. „Den meisten als Bassist der Fehlfarben bekannt, war er ein unaufgeregter, freundlicher Kollege, den wir alle sehr mochten“, hieß es in einem Statement. „Viel Kraft für seine Angehörigen und Freunde.“