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Asiatischer Pop bekommt endlich eine eigene Grammy-Kategorie, Newcomer:innen können nun öfters für eine Nominierung aufgestellt wesrden, und einiges mehr: Die Recording Academy passt sich der Musikindustrie von 2026 an.
Manche bösen Zungen könnten behaupten, die Grammys seien nicht immer am Zahn der Zeit oder öfters out of touch, wenn es um die interessantesten Neuheiten in der Musikwelt geht. Um solchen Behauptungen vorzubeugen, hat die Recording Academy nun ihr Regelwerk angepasst und neue Kategorien eingeführt. Veränderungen wie diese geschehen alle paar Jahre, um mit dem sich schnell ändernden Gesicht der Musikindustrie mithalten zu können.
Mehr Nominierungschancen für „Beste:r neue:r Künstler:in“
Eine wesentliche Regelanpassung findet in der Kategorie „Beste:r neue:r Künstler:in“ statt. Während man dort bislang maximal dreimal eingereicht werden durfte, um sich für eine Nominierung zu bewerben, liegt das neue Maximum bei vier. Der Grammys-CEO Harvey Mason Jr. begründet das folgendermaßen: „Wir haben aus der Musik-Community gehört, dass sich die Art, wie Künstler:innen sich entwickeln, verändert und dass die Zeit, die es braucht, um Erfolg oder Anerkennung zu finden, länger dauern kann als früher. Künstler:innen veröffentlichen oft mehr Musik, bevor sie tatsächlich das Bewusstsein der Verbraucher:innen oder unserer Wähler:innen durchdringen.“
So könnten beispielsweise Geese dieses Jahr noch für diese Newcomer:innen-Kategorie nominiert werden, obwohl sie schon 2021 ihr Debüt veröffentlichten und bereits dreimal für die Kategorie aufgestellt wurden. Da sie aber erst im Jahr 2025 einen wesentlichen Durchbruch abseits des Undergrounds erlebten, wären sie dieses Mal geeignete Kandidat:innen.
Neue Kategorien: asiatischer Pop und mehr
Es gibt fünf neue Kategorien. Zwei davon zeigen eine multikulturellere Entwicklung der Grammys. So gibt es nun Grammys für „Beste Performance asiatischer Pop-Musik“ und „Bester Latin-Song“. Klingt nur logisch, schließlich gehören Genres wie K-Pop oder Reggaeton schon seit Jahren zu den meistgestreamten Musikrichtungen der Welt. Unter dem Begriff „Latin“ gibt es zwar schon länger andere Unterkategorien (u. a. „Latin-Pop-Album“ oder „Latin-Jazz-Album“), dennoch ist diese neue Kategorie durchaus angebracht. Asiatischer Pop erhält hiermit tatsächlich seine erste eigene Grammy-Kategorie.
Ebenfalls neu ist die etwas schwer zu übersetzende „Best Traditional Pop Vocal Performance“. Als „pop vocal“ versteht die Recording Academy Popmusik, bei der über 50% der Spielzeit vom Gesang dominiert wird und nicht rein instrumental ist. Bei „traditional pop“ wiederum ist die Grammy-Definition, dass dessen Stil sich „nicht mit gegenwärtigen Formen der Popmusik vermischen kann“. Das ist zwar schwammig formuliert, Beispiele für Nominierungen unter diesem Begriff im letzten Jahr waren aber etwa Laufeys neustes Album oder Lady Gagas Jazz-Pop-Ausflug Harlequin.
Alte Kategorien werden erweitert
Die vierte und fünfte neue Kategorie sind Erweiterungen etablierter Kategorien. Neu ist nun nämlich „Bestes traditionelles Folk-Album“ (was die bisherige Kategorie „Bestes Folk-Album“ zu „Bestes zeitgenössisches Folk-Album“ macht). Ebenfalls spezifischer ist „Beste R&B-Performance als Kollaboration oder Duo/Gruppe“ (hier hatte es bisher nur „Beste R&B-Performance“ gegeben, was nun zu „Beste R&B-Solo-Performance“ wird).
Weitere neue Regelanpassungen findet man hier. Wie Harvey Mason Jr. erklärt: „Wir als Organisation müssen sicherstellen, dass wir flexibel sind, zuhören und uns an das anpassen, was in der Musikindustrie passiert. Jetzt müssen wir mehr denn je Schritt halten, weil sich die Dinge so schnell ändern und weiterentwickeln.“