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Jennifer Finch, langjährige Bassistin der Punkband L7, ist am Samstag im Alter von 59 Jahren gestorben. Wie ihre Bandkollegen mitteilten, erlag Jennifer Finch den Folgen eines aggressiven Hirntumors. Über Instagram schrieb L7, Jennifer Finch sei „beloved bandmate, friend, and fellow troublemaker“ gewesen und werde für immer vermisst.
Jennifer Finch: Erkrankung erst vor kurzem öffentlichgemacht
Erst Mitte Juli hatte Finch öffentlich gemacht, dass bei ihr eine aggressive Form von Hirnkrebs diagnostiziert worden war. Zunächst hofften Ärzte, die Erkrankung mit Bestrahlung behandeln zu können, doch Komplikationen erforderten mehrere Operationen.
Diese hinterließen bei Finch schwere körperliche Einschränkungen, sodass sie zuletzt rund um die Uhr medizinisch betreut werden musste. 2011 war Finch bereits an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Wegen ihres Gesundheitszustands musste sie den US-Teil von L7s Abschiedstournee Last Hurrah Tour absagen – sie bat ihre Bandkollegen jedoch ausdrücklich, ohne sie weiterzuspielen.
Jennifer Finch: Blick auf ihre Karriere
Jennifer Finch stieß Ende der 1980er-Jahre zu L7 und spielte während der prägendsten Jahre der Band im kalifornischen Grunge- und Punkrock-Umfeld der frühen Neunziger Bass. 1996 verließ sie die Gruppe im Alter von 30 Jahren, unter anderem weil sie zu dieser Zeit nüchtern wurde und den Tod ihres Vaters verarbeitete.
Neben L7 spielte Jennifer Finch in den Bands OtherStarPeople und The Shocker, gründete das Label Little Pusher Records und arbeitete als Fotografin. 2015 kehrte sie zu L7 zurück und war auf dem 2019 erschienenen Album Scatter the Rats zu hören. Ein von Freunden gestarteter Spendenaufruf hatte zuletzt geholfen, die Behandlungskosten von Jennifer Finch zu decken.
Nach Bekanntwerden ihrer Erkrankung hatte sich die Musikszene geschlossen hinter Jennifer Finch gestellt: Zu den Unterstützerinnen und Unterstützern der Spendenkampagne zählten unter anderem Pearl-Jam-Bassist Jeff Ament, Bikini-Kill-Sängerin Kathleen Hanna, Tool-Frontmann Maynard James Keenan, Korn-Gitarrist Brian „Head" Welch sowie Bad-Religion-Gitarrist und Epitaph-Gründer Brett Gurewitz. Auch Mitglieder von Garbage und die Frau von Green-Day-Sänger Billie Joe Armstrong beteiligten sich an der Aktion. Ihre musikalischen Wurzeln reichen bis in die Achtzigerjahre zurück: Vor L7 spielte Jennifer Finch in der kurzlebigen Bay-Area-Band Sugar Babydoll, der auch die spätere Hole-Sängerin Courtney Love und die spätere Babes-in-Toyland-Frontfrau Kat Bjelland angehörten.