Mick Jagger bei der WM
CHANDAN KHANNA / AFP via Getty Images

Mick Jagger: WM-Enttäuschung wird zum witzigen viralen Meme

Es gibt Fans, die ins Stadion gehen, um mitzufiebern. Und es gibt Mick Jagger, dessen bloße Anwesenheit im Stadion inzwischen als schlechtes Omen gilt. Als Argentinien im WM-Halbfinale am Mittwoch (15. Juli) gegen England ausglich, schwenkte die Kamera auf die Ränge und fing genau den Moment ein, den englische Fans seit Jahrzehnten fürchten: Mick Jagger, Kopf gesenkt, Miene wie ein verregneter Sonntagnachmittag.

Kein Glück für England

England hatte durch ein Tor von Anthony Gordon in der 55. Minute geführt, ehe Enzo Fernández ausglich und Lautaro Martínez mit dem 2:1 den Finaleinzug wegschoss, den ersten seit 1966. 

Binnen Stunden verselbstständigte sich der Gesichtsausdruck von Mick Jagger im Netz: „Großes Potenzial als Meme“, urteilte ein Nutzer trocken, ein anderer erklärte knapp,  Jagger „spreche für die ganze Nation“. Ein Vergleichsbeitrag, der die Miene von  Jagger bei der WM 1998 der von 2026 gegenüberstellte, kam binnen eines Tages auf über 1,4 Millionen Aufrufe, mehr Publikum, als mancher Popsong je erreicht.

Mick Jagger: Der WM-Fluch erklärt

Der sogenannte Fluch von  Jagger hat inzwischen fast so viele Kapitel wie die Diskografie der Rolling Stones. 2018 saß Mick Jagger beim Halbfinal-Aus gegen Kroatien im Stadion, 2014 erlebte er live, wie Brasilien 1:7 gegen Deutschland unterging, 2010 verlor England 1:4 gegen dieselbe Mannschaft. 

Zur Brasilien-Demütigung sagte Jagger seinerzeit selbstironisch: „Okay, für das erste deutsche Tor übernehme ich Verantwortung, aber nicht für die anderen sechs.“ Beim Gruppenspiel gegen Norwegen wenige Tage zuvor hatte Mick Jagger den Fluch übrigens kurz gebrochen und einen 2:1-Sieg miterlebt, offenbar hält er sich seine Wirkung nur für K.-o.-Spiele bereit.

Vielleicht ist es also kein Zufall, dass  Jagger seinen Trost anderswo sucht: im Studio. Der Sänger arbeitet bereits an neuem Material für die Rolling Stones und deutete kürzlich sogar eine Trilogie weiterer Alben an. „Ich habe schon angefangen, Songs zu schreiben“, sagte Mick Jagger, fügte aber hinzu, dass nicht jeder Song davon zwangsläufig für die Stones bestimmt sei. Bei so viel Übung im Verlieren dürfte Mick  der Stoff für neue Songs jedenfalls nicht so schnell ausgehen.

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