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David Corio/Redferns

Sinéad O’Connor: „SNL“-Chef wollte sie für Jubiläum zurückgewinnen

Es hätte eine Wiedergutmachung für Sinéad O’Connor sein können: Saturday Night Live-Chef Lorne Michaels erklärte, dass er sie nach ihrem Skandalauftritt 1992 Jahrzehnte später zur Jubiläumsfeier einladen wollte.

Sinéad O'Connor: Das war der Skandal

Im Jahr 1992 sorgte O’Connor in der legendären US-Comedyshow für einen Megaskandal. Vor laufender Kamera zerriss sie während ihrer Performance von Bob Marleys War ein Foto von Papst Johannes Paul II. und forderte das Publikum auf, den „wahren Feind“ zu bekämpfen.

Sinéad O’Connor erlitt daraufhin einen Shitstorm, bevor es dieses Wort überhaupt gab. Sie wurde ausgebuht, verspottet und von der Show verbannt. Da wäre es doch schön gewesen, wenn sie Jahrzehnte später die Möglichkeit gehabt hätte, noch einmal vor laufender SNL-Kamera aufzutreten – als rehabilitierte Künstlerin und als Symbol dafür, dass ihre Kritik an der katholischen Kirche keineswegs unbegründet war.

Sinéad O'Connor: Das sagt der SNL-Chef

Nun erklärte Michaels, dass es ursprünglich sein Plan gewesen sei, Sinéad O’Connor zum 50. Jubiläum von SNL (das 2024 gefeiert wurde) erneut für eine Performance einzuladen. Dazu kam es jedoch nicht: Sinéad O’Connor verstarb 2023 im Alter von 56 Jahren. Ihr Song Nothing Compares 2 U (im Original von Prince) wurde dennoch gewürdigt – mit einer Performance von Miley Cyrus und Brittany Howard .

„Wenn [O’Connor] noch am Leben wäre, hätte ich sie gebeten, dieses Lied zu singen“, sagte Michaels dazu.

Kris Kristofferson stand ihr zur Seite

Die Reaktionen auf O’Connors Auftritt fielen heftig aus. Schon in der darauffolgenden SNL-Folge verspottete Madonna den Vorfall, indem sie ein Foto von Joey Buttafuoco zerriss und ihn zum „wahren Feind“ erklärte. Schauspieler Joe Pesci ging noch weiter: In seiner Moderation erklärte der bekennende Katholik, er hätte O’Connor am liebsten „eine verpasst“. Bei einem Bob-Dylan-Tributkonzert im Madison Square Garden wurde die Sängerin schließlich fast von der Bühne gebuht – nur der Country-Star Kris Kristofferson stellte sich schützend vor sie, nahm sie in den Arm und flüsterte ihr ins Ohr: „Don’t let the bastards get you down.“

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