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Foto: SAUL LOEB/AFP via Getty Images

„Tiny Desk“ bleibt: Produzent reagiert auf Gerüchte über Einstellung der Konzertreihe

Die beliebte Tiny Desk-Konzertreihe von NPR sorgt derzeit für Aufregung. Nachdem die US-Regierung unter Donald Trump im Mai angekündigt hatte, die Bundesförderung für öffentlich-rechtliche Medien vollständig zu streichen, kamen Gerüchte auf, dass auch das Musikformat von den Kürzungen betroffen sein könnte. Nun meldete sich Bobby Carter, langjähriger Produzent und Host der Reihe, selbst zu Wort und stellte klar: Tiny Desk wird fortgeführt.

Entwarnung von Produzenten

Via Instagram Story wandte sich Carter direkt an Fans, Kolleg:innen und Unterstützeri:nnen: „Ich habe von vielen Freunden, Familienmitgliedern und Zuschauer:innen gehört, die befürchten, dass NPR oder Tiny Desk eingestellt werden“, schrieb er. „Dem ist nicht so. Leider wird die CPB geschlossen. Ich ermutige alle, den öffentlichen Rundfunk zu unterstützen und zu spenden.“

Die CPB, die Corporation for Public Broadcasting, war seit ihrer Gründung im Jahr 1967 eine zentrale Finanzierungsquelle für öffentlich-rechtliche Medien in den USA, darunter auch für NPR. Über 70 Prozent ihrer Fördermittel flossen an mehr als 1500 lokal betriebene Radio- und Fernsehsender, viele davon in strukturschwachen Regionen. Diese werden ab September mit erheblichen finanziellen Engpässen konfrontiert sein, manche könnten gezwungen sein, ihren Betrieb ganz einzustellen.

Tiny Desk wächst weiter

Während zahlreiche öffentliche Medien in den USA um ihre Zukunft bangen, befindet sich Tiny Desk aktuell sogar auf Expansionskurs. Erst kürzlich startete mit Tiny Desk Radio ein neues wöchentliches Format, das Bobby Carter gemeinsam mit Anamarie Sayre moderiert. Die Sendung vertieft musikalische Highlights aus dem Archiv und soll neue Acts einem breiteren Publikum zugänglich machen.

Seit dem Start im Jahr 2008 hat sich Tiny Desk von einem experimentellen Konzept zu einer festen Größe in der internationalen Musiklandschaft entwickelt. Über 1200 Künstler:innen standen seither im Büro von NPR auf der „Bühne“, darunter Adele, Dua Lipa, Anderson .Paak, Mac Miller, Mitski, Fred again.., Doechii, Sting und viele, viele mehr. Die intimen, akustischen Auftritte sind längst mehr als ein Geheimtipp und dienen vielen Musiker:innen als Sprungbrett oder Plattform für musikalische Erweiterungen.

NPR erhebt Klage

Während Tiny Desk wohl auch unabhängig von der CPB funktionieren wird, hat der NPR eine Klage gegen die Streichung der Mittel eingereicht. Diese richtet sich sowohl gegen Trumps Executive Order als auch gegen den entsprechenden Beschluss des US-Kongresses.

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