Lange haben Fans darauf gewartet, 2026 ist es nun soweit: Harry Styles ist offiziell zurück. Eine neue Single ist bereits erschienen, das Album angekündigt und auch eine Tour steht fest. Die Euphorie war groß, doch sie hielt bei vielen nur bis zum Start des Ticketverkaufs.
Bereits die Ankündigung der Tour sorgte für Verwunderung. Weltweit steuert Styles lediglich sieben Städte an. In Europa spielt er ausschließlich in Amsterdam und London jeweils zehn Termine. São Paulo und Mexiko-Stadt erhalten je zwei Shows, bevor der Sänger für eine 30-Termine-Residency im New Yorker Madison Square Garden einzieht. Zum Jahresende folgen noch Stopps in Sydney und Melbourne. Für viele Fans bedeutete das: weite Reisen, hohe Nebenkosten und wenig Auswahl.
Ticketpreise bis zu 1.000 Pfund
Arenatouren internationaler Superstars sind kein Schnäppchen, das ist den meisten klar. Doch als die ersten Fans aus der Ticketmaster-Warteschlange in den Shop gelassen wurden, folgte der nächste Dämpfer: Die preiswerten Plätze waren schnell weg, sodass Tickets teils bis zu rund 1.000 Pfund bzw. Euro kosteten.
Hinzu kam ein dynamisches Preismodell, bei dem sich Preise je nach Nachfrage erhöhen, obwohl im Vorfeld kommuniziert worden war, dass dieses System zumindest in Europa nicht angewendet werde.
„Together, Together“ – aber für wen?
Dass sich kaum jemand neben Flug, Unterkunft und Verpflegung auch noch ein einzelnes Konzertticket für mehrere Hundert oder gar Tausend Euro leisten kann oder will, liegt auf der Hand. Entsprechend laut fiel die Kritik aus. Viele Fans werfen Harry Styles vor, den Bezug zur Realität sowie zu seiner eigenen Fanbase verloren zu haben.
Ein Fan schrieb auf Threads: „Eine Tour ‚Together, Together‘ zu nennen, wenn sie für 99 Prozent der Menschen unleistbar ist, ist einfach absurd.“
Ein anderer zeigte sich fassungslos über die Preise: „Ich fürchte, hier muss es ein Missverständnis geben. 1.000 Dollar pro Ticket? In dieser Wirtschaft kostet schon das Atmen 20 Dollar. Halten wir während der gesamten Show Händchen – oder wie ist das gemeint?“
1£ als Wiedergutmachung
Auf die Kritik wird von Artistseite schnell reagiert: Harry Styles hat angekündigt, von jedem verkauften Ticket für die Londonshows 1£ an den LIVE Trust zu spenden, eine Initiative zum Schutz britischer Grassroots-Musikvenues. Damit ist er laut Music Venue Trust der erste Künstler in diesem Jahr, der eine große UK-Stadiontour mit einer fixen Abgabe pro Ticket verbindet und damit „direkt die unabhängigen Venues unterstützt“. Auch wenn ein einzelner Pfund angesichts dreistelliger Ticketpreise eher marginal wirkt, betont die Organisation: „Wenn Artists auf diesem Level Verantwortung übernehmen, ermöglicht das ernsthafte, langfristige Unterstützung für die Basis, die das gesamte Live-Musik-Ökosystem trägt.“ Dieses Modell funktioniere und wachse. Ob dieser solidarische Schritt jedoch den Frust über die hohen Eintrittspreise abfedern kann, bleibt zu bezweifeln.
Zwischen Comeback und Distanz
Was als triumphale Rückkehr gedacht war, entwickelt sich damit für viele Fans zu einem bitteren Moment. Zwischen Residency-Strategien, dynamischer Preisgestaltung und exklusiven Spielorten stellt sich nun eine Frage immer lauter: Wie „together“ kann eine Tour sein, wenn ein Großteil der Community außen vor bleibt?