In diesem Jahr will er mit BAP zwar noch mal auf Tournee gehen, aber so langsam ist dann auch ein Ende in Sicht. Das sagte Wolfgang Niedecken jetzt in einem neuen Interview.
Wolfgang Niedecken beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, wann für ihn der richtige Moment für den Bühnenabschied gekommen ist. Zwar steht für 2026 mit seiner Band BAP noch eine große Tour an, doch schon deren Titel Die Zielgerade ist für ihn mehr als nur ein Name – vielmehr ein „Wink mit dem Zaunpfahl“, wie der Kölsch-Rocker selbst sagt.
Aber wann sollte man denn nun aufhören? Diese Frage stellt sich BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken, der inzwischen 74 Jahre alt ist, dieser tage offensichtlich immer häufiger. „Ich stelle mich nicht auf die Bühne und mach den Jopie Heesters“, sagte Niedecken der Nachrichtenagentur dpa. Der Schauspieler und Sänger Johannes Heesters lebte von 1903 bis 2011 und trat noch im Alter von über 100 Jahren auf. Gut, so weit muss er da gar nicht gehen: Sein großes Idol Bob Dylan tourt auch mit 84 Jahren munter durch die Welt.
Wirklich die letzte BAP-Tournee?
Ende März 2026 wird Niedecken 75 Jahre alt. Er sagt selbstkritisch über sein Alter: „Das Blöde ist, viele Künstler verlieren irgendwann die Übersicht, ob sie das noch können oder nicht.“ Falls er selbst diesen Punkt nicht rechtzeitig erkenne, gebe es bei ihm aber auf jeden Fall Menschen, die ihn darauf hinweisen würden: „Wenn ich es nicht selbst merke, dann merken es meine drei Damen.“ Damit meint er seine Ehefrau Tina sowie seine beiden erwachsenen Töchter, die ihm in diesem Fall offen Bescheid sagen würden.
Vor einem Leben nach der Bühne und nach BAP scheint Niedecken jedoch keine Angst zu haben. „Ich werde dann einfach sehr viel lesen. Langeweile kenne ich nicht.“ 2026 wird dennoch erst mal getourt: 50 Jahre BAP wollen gefeiert werden, und zwar in insgesamt 19 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Titel der anstehenden Tour sei durchaus bewusst gewählt, erklärt Niedecken. „Ich will keine Abschiedstournee machen, aber gleichzeitig ist natürlich auch klar: Die meisten BAP-Konzerte sind gespielt. Wer uns noch mal sehen will, der muss jetzt langsam in die Puschen kommen.“