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Neilson Barnard/Getty Images for Tibet House

KI-Diffamierung: Musiker erwägt Klage gegen Google

Ein kanadischer Musiker erwägt rechtliche Schritte gegen Google, nachdem eine fehlerhafte KI-Zusammenfassung ihn fälschlich als verurteilten Sexualstraftäter bezeichnet hatte. Für ihn hatte das reale Konsequenzen: Die falsche Behauptung führte dazu, dass ein geplantes Konzert kurzfristig abgesagt wurde. Das berichtet unter anderem NME.

Fehler der KI: Details zum Fall

Es geht um den Juno-Award-prämierten Violinisten und Singer-Songwriter Ashley MacIsaac, dessen Auftritt am 19. Dezember bei der Sipekne’katik First Nation in der kanadischen Provinz Nova Scotia kurzfristig abgesagt wurde. Verantwortliche vor Ort seien auf eine Google-KI-Zusammenfassung gestoßen, in der MacIsaac fälschlich mehrere Straftaten zugeschrieben wurden.

Nach eigenen Angaben geht MacIsaac davon aus, dass die KI ihn mit einer anderen Person gleichen Namens verwechselt habe. Die falschen Informationen seien anschließend von Dritten ungeprüft übernommen worden. Gegenüber der kanadischen Nachrichtenagentur CP erklärte der Musiker, er prüfe rechtliche Schritte wegen Rufschädigung gegen Google. Sollte sich eine Kanzlei finden, die den Fall übernehme, sei er bereit, eine Klage einzureichen.

Musiker spricht über Konsequenzen

Besonders problematisch sei aus seiner Sicht die reale Tragweite solcher KI-Fehler. Die Verbreitung falscher Vorwürfe könne nicht nur berufliche Konsequenzen haben, sondern auch persönliche Risiken bergen, etwa bei Grenzkontrollen oder internationalen Reisen. In diesem Zusammenhang sprach MacIsaac von einem strukturellen Problem und forderte klare Verantwortlichkeiten für KI-generierte Inhalte.

Google Canada erklärte auf Anfrage, die sogenannten „AI Overviews“ würden fortlaufend aktualisiert, um möglichst hilfreiche und korrekte Informationen anzuzeigen. Wenn Inhalte falsch interpretiert oder aus dem Kontext gerissen würden, nutze man diese Fälle, um die Systeme weiter zu verbessern, hieß es.

Veranstalter entschuldigt sich

Sipekne’katik First Nation entschuldigte sich öffentlich bei MacIsaac für die Konzertabsage und den entstandenen Schaden. Man bedauere die Auswirkungen auf Ruf und Lebensunterhalt des Musikers und würdige zugleich dessen künstlerischen Beitrag. MacIsaac kündigte an, das Konzert nachholen zu wollen.

Der Musiker erwägt eine Klage wegen Rufschädigung gegen Google und erklärte gegenüber der kanadischen Nachrichtenagentur CP, er würde rechtliche Schritte einleiten, sollte sich eine Kanzlei finden, die den Fall übernimmt.

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