Macklemore bringt Greta Thunberg auf die Bühne der Free-Palestine-Tour

Macklemore live
Foto: Kristy Sparow/Getty Images

Macklemore hat seine Benefiztour für Palästina zu Ende gebracht. Beim Finale in London standen viele Musiker:innen und Sprecher:innen auf der Bühne, darunter Greta Thunberg, Nemahsis und Paloma Faith.

Unter dem Motto Free Palestine ging Macklemore in der letzten Woche auf Tour, als Reaktion auf seinen Ausschluss von Ed Sheerans Tour. Nach Konzerten in Dublin und Paris feierte die Tour am Freitagabend (30. Oktober) in der Londoner Arena OVO Wembley ihr Finale. Über 12.500 Besucher:innen waren vor Ort.

Greta Thunberg: Ein Benefizkonzert reicht nicht

Getreu dem Tournamen ging es in London neben der Musik gleichermaßen viel um Politik. Den Abend läutete niemand Geringeres als Greta Thunberg ein. Die Aktivistin hielt eine Rede, bei der sie das Publikum ermahnte: „Aber denkt nicht, dass ihr genug getan habt, indem ihr ein Benefizkonzert besucht oder Geld gespendet habt. Denn die Besetzung wird nicht durch Nächstenliebe und Parolen enden.“ Thunberg hatte schon zuvor Ed Sheeran für seine unpolitische Stellung und den Umgang mit der Macklemore-Situation kritisiert.

„Wir können alle Herzen und Köpfe auf der Welt verändern, aber das muss mit tatsächlichen politischen Veränderungen verbunden werden, die unseren extrem gewalttätigen Status Quo infrage stellen“, fuhr Thunberg fort. „Unsere politischen und wirtschaftlichen Strukturen sind mit Menschlichkeit unvereinbar geworden.“ Das Beispiel für diese Entwicklung seien die Geschehnisse in Gaza.

Weitere Reden stammten unter anderem von dem Holocaust-Überlebenden Stephen Kapos, der von der Besetzung der Nazis auf Budapest erzählte. Der Palästinenser Arab Barghouti sprach von seinem Vater, dem Politiker Marwan Barghouti, der seit über 20 Jahren in Israel inhaftiert ist. Die palästinensisch-kanadische Musikerin Nemahsis sprach von ihrer Erfahrung mit ihrem ehemaligen Plattenlabel, das den Vertrag mit ihr frühzeitig beendet hatte, weil Nemahsis propalästinensische Botschaften geteilt hatte. Auch Stars wie Mark Ruffalo, Javier Bardem oder The-Strokes-Sänger Julian Casablancas teilten bei der Show ihre Gedanken.

Macklemore über Mut und Schweigen

Musik an dem Abend gab es neben Nemahsis und Macklemore von Paloma Faith. Alle Erlöse aus dem Konzert gingen an Hilfsorganisationen in Palästina.

Macklemore selbst zog am Ende des Abends das Fazit: „Es war für mich unangenehmer, zu schweigen, als etwas zu sagen. Und ich möchte nur eines klarstellen: Ich glaube nicht, dass es mutig ist, etwas zu sagen. Ich glaube nicht, dass es ein Akt von Tapferkeit ist, etwas zu sagen. Ich glaube, dass es menschlich ist, etwas zu sagen.“

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