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Adélas Debütalbum „PRIMA“ wird dem Hype gerecht
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Adéla haben wir ja schon eine ganze Weile sehr genau im Blick. Erst kürzlich zeichneten wir hier ihren Weg vom unfairen Ende bei der Show Dream Academy bis zum aktuellen Hype um ihren Song Ain’t In LA nach.
Heute soll es aber um Adélas Debütalbum PRIMA gehen. Es erscheint in einem Wirbel aus TikTok-Hype, gefeierten Festivalgigs, ihrem ersten Europa-Clubkonzert in London und zahlreichen prominenten Kolleg:innen von Sombr bis SZA, Grimes und sogar Hollywood-Star Nicole Kidman, die sich als Adéla-Fans outen. Vor allem die Kidman-Props dürften Adéla freuen – auf ihrem Album findet sich ein Song, der Kidmans Namen trägt. Es ist einer der besten auf einem sehr guten Album.
PRIMA von Adéla im Circle Store:
Den Titel des Debüts erklärte Adéla schon vor einigen Wochen so: „PRIMA bedeutet ‘die Erste’, was perfekt passt, da es mein Debütalbum ist. Prima Ballerina zu sein bedeutet, dass man die Nummer eins oder die beste Ballerina des Ensembles ist. In der Welt der Ballerinas ist das ein sehr anerkennender Kosename. Ich möchte die Prima Ballerina des Pop werden, und das ist mein erster Schritt auf diesem Weg.“
Diese Mischung aus Selbstbewusstsein, Ehrgeiz, aber auch einer ungefilterten Liebe zum Pop der ganz Großen von Madonna, über Beyoncé bis Britney steht Adéla weiterhin extrem gut – vor allem, weil sie dabei ihren eigenen Style gefunden hat. Ästhetisch wie musikalisch.
Aber wie prima ist PRIMA denn nun? Ziemlich. Dafür hat die 22-Jährige schon früh die Weichen gestellt. Nachdem sie die Aufnahme und Produktion ihrer EP The Provocateur mit den fantastischen Singles SexOnTheBeat und Superscar noch in einem Independent-Setting angehen musste, war bei PRIMA von Anfang an Universal an Bord und ermöglichte ihr Zugänge und Budget, die sie selbst nicht hätte stemmen können.
Bei den elf Songs, von denen KGB, Red Bottoms und eben Ain’t In LA schon bekannt sind, wurden die meisten im Teamwork mit Dylan Brady, Blake Slatkin, The Dare und Teddy Riley produziert, die auch als Co-Writer fungieren. Trotzdem hat PRIMA eindeutig Adéla all over: Hier wirkt kein Song, als hätte man ihr ihn aufgeschwatzt, wie das ja leider bei ihren Ex-Dream-Academy-Kolleginnen von KATSEYE manchmal der Fall ist.
Von Britney bis Beyoncé
Nach dem provokanten Opener KGB, der mit dem Closer Ain’t in LA thematisch eine sehr schöne Klammer zu ihrer slowakischen Heimat und Jugend schlägt, kommt das zugleich laszive und persönliche Nicole Kidman. In den Lyrics beschreibt sie Szenen, wie sie in ihrem Zimmer nackt vor dem Spiegel steht, ihren Körper appreciated, sich anzieht und ein Stückweit in eine Rolle schlüpft, die ihr in gewissen Situationen gut gefällt. „Baby Girl in control / I feel like Nicole“, heißt es an einer Stelle.
Direkt danach bleibt sie in lasziven, runtergepitchten Rhythmen und eher gehauchten und leise gesungenen Strophe, bis der Chorus dann ihre Liebe zu Beyoncé-Hooklines durchscheinen lässt. Lyrisch ist hier aber eigentlich nix zum Hauchen geeignet: Der Song heißt I’m The Man“und Adéla erzählt, dass sie schon immer diejenige war, die Dinge anpackt und harte Entscheidungen fällen muss.
Das Britney-eske Boys dürfte bald eine Single werden, so ultra-catchy produziert wie der Song geworden ist. Vom TikTok-ready klingenden Chorus ganz zu schweigen. Und by the way: Hört man da ihre gute Freundin Lara von KATSEYE im Hintergrund mit ihr reden? Klingt ein wenig so. Nach dem bereits bekannten Red Bottoms, das für Adéla ein persönliches Schlüsselstück ist, zeigt sie in der sehr reduzierten Ballade Hitachi zu Streichern und Piano, wie glasklar und intensiv sie singen kann. Ein sehnsüchtiger Love-Song, der sehr detailverliebt produziert wurde.
Fantasize ist dann wieder full-on Pop und eines der Stücke, die live für Bewegung sorgen werden, bevor Starving Artist erneut das Tempo drosselt, mit seinen breitkreuzigen Beats in den Strophen aber tanzbar bleibt. An den Liquid-Drum-and-Bass-Sound einer Erica de Casier erinnert Marijuana, das eher spacig als verkifft klingt. Ein erstaunliches Highlight vor dem Closer Ain’t In LA ist Therapy. Hier singt Adéla zu einem suchenden Piano mit maximalem Autotune-Effekt Dinge, die sie sonst in einer Therapie-Session erzählen würde. Ihre Ängste, ihre Selbstzweifel, ihre Gefühle für die jüngere Schwester, die sie einst Mom nannte und die sie nun viel zu selten sieht, das alles ist zugleich so rough, zärtlich und intensiv, dass man uns an dieser Stelle der Platte die Taschentücher reichen müsste.
All in all müssen wir zu unserer großen Freude festhalten: PRIMA ist ein faszinierendes Debütalbum, das alle Facetten dieser spannenden Künstlerin zeigt und beweist, dass ein Pop-Album zugleich Sexiness, Swag und Tiefe haben kann.