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Mit ihrer bauchigen Stimme haut Emma Rose seit ihrer ersten Singles krasse Lines mit Unschuldsmiene raus. Süß Sauer ist dementsprechend der perfekte Name für die erste EP der Newcomerin.
Weibliche Wut mit Engelsgesicht? Kann sie. Pop-Melodien, die einen noch wochenlang verfolgen? Kann sie auch. Emma Rose ist wohl eine der spannendsten neuen Musiker:innen in der deutschen Popszene. Mit Bedroomvibes, Eigenproduktionen und Liebe für Alltagsmomente und Details klingen manche ihrer Songs wie eine Indiepop gewordene Observations-Comedy-Show. Klingt lustig, aber durch all die lieblichen Melodien funkelt immer wieder ihre Angriffslust hindurch, die Emma Rose wie scharfe Chilliflocken in ihre Lieder sprenkelt.
Wie klingt Wut?
Während wir meistens Wut mit lauten Schreien verbinden, schafft es Emma Rose ihren Ärger in der Musik auszudrücken, ganz ohne ihre liebliche, bauchige Stimme an ihre Grenzen zu treiben. Über den Titelsong erzählt Emma Rose: „Ich wollte einen Song schreiben, in dem meine Wut ganz viel Platz bekommt. Auch wenn er angenehm klingt, hört man den Schmerz, der in Wut steckt, ganz deutlich.“
Emma Rose ist quasi via TikTok in ihre Karriere gestolpert. Dort hat sie eher ironische kurze Cover eingestellt, aber ein bisschen ernst steckte vielleicht doch dahinter. Egal wo Emma Rose mit ihren Videos hinwollte, ihre einzigartige Stimme hat sofort fasziniert und ihre Art immer wieder kokett mit feministischen Zeilen zu spielen hat sich so schnell etabliert, dass sie sich ermutigt fühlte, auch eigene Songs zu teilen. Manchmal macht das Internet und die Schwarmintelligenz doch alles richtig.
Auf der Debüt EP trägt sie alte und neue Songs zusammen, die alle von ihrem bissigen Sarkasmus zusammengehalten werden. Ob der intrinsische Wunsch einfach allen zu Gefallen (Hauptsache Easy), die Erwartungen an Frauen sich in Beziehungen aufzuopfern (Männergrippe), zu pflegen oder den weit verbreitetem Impostersydrom (Silvesternacht): Emma Rose zeigt auf Süß Sauer erfolgreich, was sie in ihrem Leben umhertreibt und schlägt von alltäglichen Momenten mit einer Handvoll Worten einen Bogen zu gesellschaftlichen Normen und Fehlstellungen. Der Schrei bleibt aus, aber vielleicht ist dieses süße Augenzwinkern die beste Art Frust zu servieren. Und wenn nicht die beste, dann auch jeden Fall die passendste für Emma Rose.