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Gilbert Flores/Variety via Getty Images

„Virtue Signalling“: Doja Cat rudert nach Kritik an Timothée Chalamet zurück

Die Rapperin Doja Cat hat sich nach ihrer Kritik an Hollywoodstar Timothée Chalamet öffentlich korrigiert. In einem TikTok-Video räumte die Musikerin ein, dass ihre scharfen Kommentare über den Schauspieler voreilig gewesen seien und dass sie selbst kaum etwas über Oper oder Ballett wisse.

Doja Cat gibt sich selbstkritisch

In einem neuen TikTok-Video relativierte Doja Cat ihre ursprüngliche Kritik deutlich. Die Rapperin erklärte, ihre Reaktion sei „im Eifer des Gefechts“ entstanden und sie habe sich von der Empörungsdynamik im Netz mitreißen lassen. Tatsächlich habe sie selbst kaum Berührungspunkte mit den Kunstformen, die sie verteidigt hatte. „Ich war noch nie im Ballett. Ich habe noch nie eine Oper gesehen“, gab Doja Cat offen zu. Rückblickend sei ihr klar geworden, dass sie sich in eine Debatte eingemischt habe, über die sie eigentlich zu wenig wisse.

Doja Cat bezeichnete ihr Verhalten selbst als eine Form von „Virtue Signalling“. Sie habe Chalamets Aussage genutzt, um sich mit anderen zu solidarisieren und Teil der Diskussion zu sein. Solche Reaktionen seien ein einfacher Weg, „Klicks, Likes und Zustimmung“ zu bekommen. Gleichzeitig räumte sie ein, dass sie mit ihrem Video bewusst besonders aufrichtig wirken wollte. Am Ende, so erklärte die Musikerin selbstkritisch, habe Doja Cat vor allem dazugehören wollen: „Ich glaube, ich wollte einfach nur eine Umarmung. Ich wollte das Gefühl haben, Teil von etwas Größerem zu sein.“

Timothée Chalamet über Oper

Auslöser der Debatte waren Aussagen Timothée Chalamet in einer Gesprächsrunde mit seinem Schauspielkollegen Matthew McConaughey. Dort sprach der 30-jährige Hollywoodstar über die Zukunft des Kinos und darüber, wie sich Publikumserwartungen verändert haben. In diesem Zusammenhang sagte Timothée Chalamet, er wolle nicht in Bereichen arbeiten, „bei denen man sagt: ›Erhaltet diese Sache am Leben‹, obwohl sich eigentlich niemand mehr dafür interessiert“, und nannte dabei ausdrücklich Oper und Ballett.

Zwar fügte er hinzu, er habe großen Respekt vor den Menschen in diesen Kunstsparten, witzelte jedoch gleichzeitig, dass er mit seiner Bemerkung vermutlich Zuschauer verloren habe.

Empörung über Chalamet

Die Aussage sorgte schnell für Empörung – besonders in der Welt der klassischen Künste. Opernhäuser und Ballettinstitutionen reagierten weltweit mit einer Mischung aus Kritik und ironischen Gegenaktionen. Die Metropolitan Opera in New York veröffentlichte etwa ein Video, das Mitarbeitende hinter den Kulissen zeigt: Menschen, die Kostüme nähen, Bühnenbilder bauen oder Instrumente stimmen. Am Ende sieht man ein begeistertes Publikum in einem ausverkauften Saal – versehen mit der Botschaft: „Das hier ist für dich, Timothée.“ Auch europäische Häuser griffen Chalamets Kommentar auf. Die Wiener Staatsoper und andere Institutionen posteten Videos von applaudierendem Publikum und luden den Schauspieler demonstrativ zu Aufführungen ein.

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