Etwa anderthalb Jahre nach dem Sieg beim Eurovision Song Contest 2024 meldet sich Nemo aus der Schweiz am 10. Oktober 2025 mit Debütalbum zurück. Arthouse ist die logische Konsequenz aus allem, wofür Nemo steht: eine wilde, explosive, bunt gemischte musikalische Wundertüte mit reichlich Tiefgang.
Violine, Piano, Drumcomputer: Schon im Alter von drei Jahren spielte Nemo Mettler mehr Instrumente als viele Menschen in ihrem gesamten Leben. Mit neun folgte Operngesang, mit zehn trat Nemo in Mozarts Die Zauberflöte auf. Und das ist noch längst nicht alles: Mit 13 war das Schweizer Talent in dem Udo-Jürgens-Musical Ich war noch niemals in New York zu sehen, gleichzeitig performte Nemo bei Rap-Battles. Zwölf Jahre später fand sich Nemo auf einer der größten Bühnen der Welt wieder. Beim Eurovision Song Contest 2024 trat der hoffnungsvolle Artist mit dem Stück The Code für die Schweiz an, inspiriert unter anderem durch Mozarts Zauberflöte – und holte den ersten Platz. Mit Arthouse erscheint am 10. Oktober 2025 Nemos Debütalbum. Wir haben für euch reingehört.
Arthouse von Nemo im Circle Store:
Arthouse: Nemo baut auf ESC-Performance auf
Überraschend, abwechslungsreich, energiegeladen: Das sind die Adjektive, mit denen man Nemos Auftritt beim Eurovision Song Contest 2024 beschreiben könnte. Und genau dort knüpft der Schweizer Star mit dem Debütalbum Arthouse an. Denn gleich nach dem Intro Front Door versprüht Nemo mit Ride My Baby eine Menge Disco- und EDM-Power, baut aber zum Beispiel auch einen Sprechpart in den Song ein, der sehr an Lady Gaga erinnert. Weiter geht’s mit einem weiteren Dance-Feger, passend zum Titel God’s A Raver – und Gott ist in diesem Fall natürlich eine Sie, klar. Anschließend schlagen die Synthesizer düsterere Töne an, bleiben aber betont poppig. Casanova könnte genauso gut ein Song von Chappell Roan sein, was natürlich als dickes Lob zu verstehen ist.
Mit Eurostar geht es hymnisch weiter, bevor der Track in einen harten Elektrobeat übergeht. Nicht erst jetzt, aber vor allem hier breitet Nemo alle musikalischen Einflüsse vor uns aus und verschmelzt sie miteinander, als hätten sie schon immer zusammengehört. Danach folgt der Titeltrack, der ebenfalls denkbar facettenreich klingt. So beginnt Arthouse mit einem sanften Piano-Intro, um sich später in einen funky Rap-Track zu verwandeln. Ein besonderes Highlight ist die unfassbar gute Textzeile „I don’t believe in god, but maybe god believes in me“. Hier trifft sensationeller Pop auf die Frechheit des Hip-Hop und die Virtuosität der Klassik, wie wahrscheinlich kein anderer Artist der Welt es beherrschen würde.
Meisterhafter Pop trifft wichtige Botschaft
Auch die zweite Hälfte von Arthouse bleibt ein Wechselbad der Gefühle, und zwar im positivsten Sinne. Boyband-Pop trifft auf reifere Justin-Timberlake-Elemente, Jamiroquai blinzeln um die Ecke und in Frog Swamp trifft ein nach Fröschen klingendes 8-Bit-Intro auf die New Yorker Gastsängerin Mia Gladstone, bevor sich Nemo in der zweiten Hälfte des Tracks von einer wütenderen Seite zeigt. Black Hole entpuppt sich als wunderschöne Pop-Ballade mit grandiosen Textzeilen wie „There’s a big black hole where she once was“ und entführt die Hörer:innenschaft klanglich in den Weltraum. Nemo klingt episch, minimalistisch, rhythmisch, melodisch, introvertiert und extrovertiert zugleich, ohne dass die Songs auch nur eine Sekunde lang gekünstelt wirken. Hut ab.
Im Grunde zeigt Nemo mit diesem Debütalbum, was der Schweizer Artist auch auf und abseits der Bühne verdeutlicht: dass die Welt in bunt viel mehr Spaß macht. Schwarz und weiß gibt Nemo im Arthouse an der Tür ab, nimmt das Regelbuch und streicht alles, was darin steht. „Ich möchte zeigen, wer ich bin und was in mir vorgeht“, verrät Nemo im Interview zum Debüt. „Und ich möchte über Themen sprechen, die mir wichtig sind. Wir leben in einer Welt, die sich scheinbar zurückentwickelt, was Menschenrechte und Vielfalt angeht. Es fühlt sich so an, als würden wir uns auseinanderleben. Die Musik ist meine Art, Hass, Unverständnis und Spaltung entgegenzusteuern und mich für mehr gegenseitigen Respekt einzusetzen.“ Das gelingt Nemo spielend – und macht Arthouse so wichtig.