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Foto: Universal Music

Review: Olivia Rodrigos „you seem pretty sad for a girl so in love“ ist das Breakup-Album des Sommers

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Ganz großer Pop, ganz große Gefühle: Olivia Rodrigo erzählt mit you seem pretty sad for a girl so in love die Geschichte einer großen Liebe und ihres tragischen Endes. Ist es das Album des Sommers? Mindestens!

Ach, die Liebe. Schlimmste und schönste Sache irgendwie. Frag Shakespeare, frag Emily Brontë, frag Olivia Rodrigo: Die Liebe nährt und tötet uns. Und ist verlässliche Inspirationsquelle für die schönsten Lieder aller Zeiten. Wie unzertrennlich Liebe und Schmerz sind, zeigt uns auch you seem pretty sad for a girl so in love, dieses erstaunliche dritte Album von Olivia Rodrigo.

you seem pretty sad for a girl so in love von Olivia Rodrigo im Circle Store:

Aufstieg und Fall einer großen Liebe

Die hat in den vergangenen fünf Jahren einen Aufstieg hingelegt, den man getrost als schwindelerregend bezeichnen kann. Ihr Debüt SOUR schießt sie 2021 auch dank der Single Drivers License direkt ins Pop-Pantheon, 2023 setzt sie mit GUTS sogar noch einen drauf. Und wer 2026 immer noch nicht begriffen hat, dass sie längst zu den wichtigsten Popstars unserer Zeit gehört, muss sich nur noch mal vor Augen führen, dass sie das Video zu ihrer Single Drop Dead in Versailles gedreht hat. Im! Schloss! Versailles!

Die Lead-Single kündigte schon an, was you seem pretty sad for girl so in love jetzt genussvoll einlöst: ein Album, das Aufstieg und Fall einer großen Liebe schildert. Ein Album, das mit Tränen in den Augen tanzt. Ein Album, das es zur denkbaren Option macht, sich selbst das Herz herauszureißen, damit es nicht mehr so wehtut. Ein Album, das uns gleichzeitig dazu bringt, für immer der Liebe abzuschwören und uns doch gleich wieder zu verlieben.

Nur echt mit Robert Smith

Liebe ist kein Gefühl. Liebe ist eine Sucht, eine Krankheit. Das verpackt sie in Songs, die in allererster Linie ihre beeindruckende Evolution als Songwriterin zeigen. Seit Tag eins schreibt sie ihre eigenen Stücke. Das erreicht auf ihrem dritten Album ein Niveau, das sie endgültig zur Spitzengruppe aufschließen lässt. Hello, Taylor. Ihre theatralischen Pop-Tendenzen verlagert sie diesmal vom poppigen Alternative Rock der Neunziger Jahre hin zur Romantik der Achtziger: weniger Veruca Salt und mehr The Bangles, weniger Hole und mehr… The Cure?

Ach ja. The Cure. Ihre Freundschaft mit Robert Smith gehört eh schon zu den schönsten Pop-Anekdoten der jüngeren Vergangenheit – und jetzt gibt es mit what’s wrong with me sogar einen Song mit dem The-Cure-Frontmann. Nicht verwunderlich, dass der hübsch neblig und wavy durch die Nacht wummert. Der wundervolle Track ist aber nur ein Beispiel für die Ausweitung ihrer Komfortzone – oder gleich das Ausbrechen aus selbiger. maggots for brains ist ein weiteres. Der Song geht glatt als Post-Punk-Flirt durch und manifestiert einen Achtziger-Avatar, der ihr richtig gut steht.

Liebeslieder in der Dunkelheit

you seem pretty sad for a girl so in love ist im Grunde in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil ist die sinnliche Schilderung einer intensiven Liebesgeschichte (inklusive weiterer charmanter The-Cure-Anspielungen), der zweite Teil ein Tagebucheintrag über ihren Tod. Welche der Hälften man letztlich bevorzugt, ist natürlich Geschmackssache und hängt vielleicht auch von der Tagesform ab. Dieser atemlose Sturz vom delirierenden Liebestaumel hinein in die Scherbenlandschaft eines gebrochenen Herzens ist in jedem Fall ein ziemlich extremes Beispiel für die Klaviatur einer modernen Pop-Platte.

Am Ende weht nur noch Cigarette Smoke zu abgekämpften Synthies und ihrem flehenden Gesang durch die Dunkelheit Londons – der Stadt, der sie die Inspiration für dieses Album verdankt. Man könnte sagen, Olivia Rodrigo ist erwachsen geworden, wenn das nicht so abgedroschen klingen würde. Halten wir also einfach fest, dass man auch nach Jahrtausenden, in denen über die Liebe geschrieben und gesungen wurde, immer noch etwas Neues und Bewegendes aus diesem größten Thema von allen herauspressen kann. Wenn man ein so großes Talent hat wie sie.

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