{ $store.headerGroupManager.updateMeasurements() })" :class="{ '' : searchBarOpen , 'hidden' : !searchBarOpen }"
@keydown.escape="searchBarOpen = false; $nextTick(() => { $store.headerGroupManager.updateMeasurements(); setTimeout(() => $refs.searchToggle.focus({ focusVisible: true }), 10) })"
id="header-search-dropdown"
>
Cian Ducrot ist einer der wenigen irischen Musiker, die einen Grammy gewonnen haben. Vor wenigen Tagen erschien sein kunterbuntes zweites Album Little Dreaming. Damit etabliert das 27-jährige Talent aus Cork weiter als großer neuer Liedermacher fern jeder Schublade.
Im Februar 2025 triumphiert Cian Ducrot erstmals bei den Grammys. Für seine Songwirting-Arbeit an SZAs Saturn bekommt er den begehrtesten Musikpreis der Welt. Sein Leben war damals schon auf den Kopf gestellt: Schon das Debüt Victory geht in Großbritannien und Irland auf die Eins, er spielt eine Tournee mit Ed Sheeran. Niemand hätte der june Ire gedacht, dass das erst der Anfang war. Wir haben ihm zum Release seines zweiten Albums Little Dreaming getroffen.
Little Dreaming im Circle Store:
Cian, deine neue Platte Little Dreaming ist seit dem 1. August 2025 erhältlich. Inwiefern hat der Titeltrack die Richtung vorgegeben?
Wahrscheinlich mehr als anfangs klar war. Der Song handelt im Grunde davon, einfach zu tun, was man will, und sich nicht darum zu kümmern, was andere denken. Ich denke, das hat viel mit dem Erwachsenwerden zu tun. Ich habe viel Druck verspürt. Heterosexuelle Menschen sollen sich bitteschön auch auf eine bestimmte Weise verhalten, sonst passt sie nicht in diese Schublade. Sexuell verspürt man als junger Mensch viel Druck, sich so zu verhalten, wie es die Leute von einem erwarten.
Das Album ist also ein Freischwimmen von Erwartungen?
Ja, es geht um Freiheit. Wenn ich Make-Up tragen oder mich extravagant kleiden möchte, dann möchte ich das einfach tun ohne gleich ein Statement über meine sexuelle Orientierung zu machen. Als Gesellschaft haben wir diese Rollen aber längst festgelegt. Für mich war es einfach so, dass ich gemerkt habe, dass man sich so oft zurückhält, man selbst zu sein, weil man Angst vor der Beurteilung hat. Und ich wollte nicht länger zu diesen Menschen gehören. Es hat so viel Spaß gemacht, diese Musik zu machen. Ich hatte eine super kreative Zeit, und der gesamte Prozess war total befreiend, weil ich mich erstmals so fühlte, als könnte ich alles machen. Entstanden ist sehr unterhaltsame, lockere und lustige Musik. Ohne Einschränkungen und Grenzen. Und vor allem frei von toxischer Männlichkeit.
Als Mann fühlt man sich oft unter Druck gesetzt, sich männlich verhalten zu müssen. Aber Männlichkeit ist etwas Erfundenes, wir haben uns einfach ausgedacht, was männlich ist, genauso wie wir uns ausgedacht haben, was weiblich ist. Es ist komplett erfunden, und das gefällt mir nicht. Und manchmal möchte man sich als Mann einfach ausdrücken, tanzen können, sich bewegen können, all die Dinge tun, für die man als Kind gemobbt und als Mädchen bezeichnet wurde.
Klingt nach einem ziemlich persönlichen Album.
Ich habe sehr viel reflektiert und über mein Leben nachgedacht, das stimmt. Ich habe mein Verhalten analysiert: Wann ich cooler und tougher sein möchte, wann ich verletzlicher sein möchte und so weiter. Das lässt schon tief blicken. Entsprechend lang habe ich an diesem Album gearbeitet. Es war eine Reise, bei der ich lange nicht wusste, wo ich hinwollte. Ich wusste nur, dass ich noch nicht angekommen war. Irgendwann dachte ich, dass ich nie dort ankommen würde. Doch dann bin ich plötzlich dort angekommen.
Wo denn genau?
Ich glaube, ich hatte einfach eine Art Erleuchtung und diesen unglaublichen Moment, in dem ich einfach angefangen habe, Musik zu schreiben, ohne Grenzen. Ohne Einschränkungen. Ohne kreative Blockaden. Auf einmal hatte ich das Gefühl, dass meine Musik so kreativ war wie nie zuvor, so frei und erfüllend wie nie zuvor. Musik ist meine absolute Leidenschaft, also wollte ich alle Grenzen sprengen. Ich ignorierte, wie ich klingen sollte und wie die Musik klingen sollte und was die Leute von mir erwarten und was man in der Popmusik machen kann und was nicht und was alle anderen machen und bla bla bla. Ich habe Songs geschrieben, die ich selbst gern beim Autofahren hören würde, die ich dir gern vorsingen würde.
Mehr Cian Ducrot im Circle Store:
Schreibst du deine Songs immer noch am Klavier?
Die meisten Songs beginne ich in der Tat zuhause bei mir am Klavier. Danach gehe ich dann mit Freunden, Produzenten oder Songwritern um Studio, um diese Ideen auszuarbeiten. Ich habe immer das Gefühl, dass ich eine andere Meinung brauche oder sehen möchte, was sich daraus entwickeln lässt. Ich möchte die Meinung von jemandem hören, den ich wirklich schätze. Daher gibt es auch immer wieder Songs, die entstehen, wenn wir alle im Studio sind. Diesmal habe ich extrem viel Zeit im Studio verbracht und zeitweise sogar dort gewohnt. Dann werden schon mal drei Songs an einem Tag fertig.
Gab es denn auch Songs, die dir schwer gefallen sind?
Natürlich. Best Friend ist da ganz oben. Und das, obwohl er mir trotz des schweren Themas einfach so zugeflogen ist – morgens, als ich einen Kaffee im Studio trank und alle anderen noch geschlafen haben. Das ist ein sehr emotionaler Song für mich, weil er von einem Freund handelt, den ich verloren habe. Es handelt davon, wie es wäre, wenn er all diese Erinnerungen mit mir geteilt hätte, die er nicht mehr mit mir teilen konnte. Ich habe geweint, als ich diesen Song geschrieben habe.
Das Album ist also durchaus auch ein kollaborativer Prozess?
Ja, und das wollten wir auch ganz bewusst rüberbringen. Man kann ganz oft noch den Raum hören, die Menschen im Studio, Hintergrundgeräusche. Als wäre man dabei, wie wir einfach eine Menge Spaß haben. Wir haben alles in einem großen Raum geschrieben und mit jeder Menge Mikros an der Decke live aufgenommen. Hört euch nur mal Your Eyes an, dann wisst ihr, was ich meine. Jeder hat mal gesungen, mal was gespielt. Ich liebe es, zahlreiche Instrumente zu spielen. Auf einigen Songs habe ich sogar Drums gespielt. Wir wollten, dass alles atmet. Dass alles lebt. Und es so natürlich wie möglich zu belassen.
Anfang des Jahres hast du einen Grammy für deine Arbeit mit SZA an Saturn bekommen. Wie fühlt sich das an?
Ach, die Grammys. Es ist so seltsam, überhaupt darüber zu sprechen. Ich habe das Gefühl, ich leide unter einem massiven Impostor-Syndrom, was die Grammys angeht, weil das alles so aus heiterem Himmel kam und ich dann einen Grammy gewonnen habe. Einfach so. Es war wirklich seltsam, als ich dort war, um ehrlich zu sein. Ich hatte irgendwie das Gefühl, ich würde halluzinieren oder träumen, und ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich mich fühlen soll. Es ist so seltsam, aber es ist das Größte, was mir je passiert ist. Es ist natürlich etwas ganz Besonderes, und als Songschreiber bedeutet es mir einfach so viel, meinen ersten Grammy für Songwriting zu bekommen. Was für eine unglaubliche Erfahrung! Ich meine, die Nacht selbst und alles, was passiert ist, ist einfach überwältigend. Hinzu kommt, dass bisher so wenige Iren Grammys bekommen haben, und ich weiß nicht, ob jemals jemand aus meiner Heimatstadt Cork einen Grammy gewonnen hat. Das ist sehr bewegend für mich.