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Mit intensiven Konzerten und einer catchy Mischung aus Grunge und Stoner-Rock schaffen Headsend es aktuell in kürzester Zeit auf ganz große Konzerte. Dabei haben sie erst jetzt ihre erste EP veröffentlicht. Australien hat also eine neue, rasant aufsteigende Band bereit, die sich gerade für den großen Export wappnet.
Aufwachsen an der Küste
Wer surft so spät durch Nacht und Wind? Das sind doch Headsend, sie surfen geschwind! Tatsächlich surfen sie so geschwind, dass sie ihre Welle erfolgreich bis ins Vorprogramm von AC/DC oder Tool reiten – mit gerade mal zwei veröffentlichten Songs. Das war zumindest Ende 2025 der Fall. Mittlerweile haben Headsend im März 2026 ihre Debüt-EP Angel Glands herausgebracht und zeigen so auch allen, die nicht auf ihren gefeierten Shows waren, was für ein Brett sie abliefern.
Aber erstmal: Was sollen überhaupt die ganzen schlechten Surfer-Witze? Das Trio Headsend aus dem australischen Wellenreiter-Hotspot Byron Bay besteht zu zwei Dritteln aus professionellen Surfern. Es geht um die Brüder Rasmus und Kyuss King, die obendrein noch im Schauspiel-Business aktiv sind. So verkörperte Rasmus King etwa in What If The Future Never Happened? den Silverchair-Frontmann Daniel Johns. Eine Musikaffinität liegt also klar vor. Auch Kyuss King ist musikverrückt: Er erklärte dem Stab Mag, sein Künstlername stamme daher, dass der Song Green Machine der Stoner-Legenden Kyuss lief, als seine Mutter mit ihm in den Wehen lag: „Ich schätze, ich bin mit dieser Musik auf die Welt gekommen.“
Surfen und Schauspielern allein reicht also nicht als Leidenschaft, daher schnappten sich die beiden Brüder schnell Bon Soric (wiederum benannt nach Bon Scott von AC/DC), um eine Band zu gründen. Soric kannten die Brüder nicht nur aus der Schule, er war auch der Nachbar ihrer Oma. Nach Jahren der einsamen Lärmbelästigung der armen, alten Dame via Drum-Übungen zuhause erzählt Soric nun fröhlich gegenüber Tracks: „Jetzt kann ich mein Schlagzeug so laut spielen, wie ich will.“ Seit die drei eine Band sind, ist übrigens auch die Oma ein Fan seines Getrommels.
Kompakte Songs, unpolierte Shows
Ab da konnten sie die Songideen, die sie bereits hatten, endlich gemeinsam umsetzen. Zusammen proben und jammen ist wichtig, noch wichtiger aber ist es, Songs zu schreiben. Songs, die sich Menschen tatsächlich anhören wollen, so Rasmus King. Damit meint er wahrscheinlich, nicht nur ziellos auf Instrumenten herumzunudeln, sondern Kompositionen mit schlüssigen Strukturen und einprägsamen Melodien zu schaffen. Beispiele dafür liefern Headsend selbst, ihre Songs rissen schon bei ihren ersten Shows das Publikum mit, obwohl zu diesem Punkt noch nichts davon draußen war.
Was ihre Shows ebenfalls so faszinierend macht, sind das Charisma und die Energie, die das Trio schon so früh auf der Bühne hat. Direkte Verbindung zum Publikum und rohe Intensität gehen hier über polierten Perfektionismus. So sprach Headsend sich schon bald als eine der explosivsten neuen Live-Bands Australien herum – daher kamen die Support-Gigs für Wunderhorse und eben den noch größeren Rock-Giganten AC/DC und Tool schneller als gedacht. Ein Deal mit EMI/Universal Music Australia fällt normalerweise ebenfalls nicht vom Himmel, aber Headsend scheinen das Game zu speedrunnen.
Headsends erste Songs und EP
Höchste Zeit also, endlich mal etwas zu veröffentlichen. Im November 2025 machte die Single Stove den Anfang. Dickflüssige, simple und dadurch umso schwerwiegendere Riffs stehen im Kontrast zu ruhig getragenem Gesang, der in seiner Verträumtheit fast an den Shoegaze der 90er erinnert. Im Refrain darf die Stimme dann aber natürlich auch mal rotzig verzerren. Allgemein scheinen die 90er bei den Band-Mitgliedern beliebt zu sein: Die anfangs erwähnten Bands Silverchair und Kyuss sind schon passende Referenzen, denn der Sound von Headsend bewegt sich irgendwo zwischen Grunge und Stoner.
Nun, wo die brandneue Debüt-EP Angel Glands draußen ist, erkennt man aber noch mehr Inspirationen und Seiten des Trios. And Angel klingt überraschend melancholisch und balladig. Do Do hat wiederum einen sehr tanzbaren Drumbeat, eine Arctic-Monkeys-esque Lässigkeit im Gesang und eine poppige Hook, die man bei jeder Show direkt mitsingen kann. Zum Schluss zeigt das passend betitelte Chugg, wie heavy, dreckig und massiv Headsend geraten können.
Um die Produktion so wunderbar fett und klar zu machen, half dem Trio ein erfahrener Rock-Veteran: Nick DiDia. Der wohnte nicht nur praktischerweise zehn Minuten von der Band entfernt, er ist vor allem bekannt für seine Zusammenarbeit mit Pearl Jam, Rage Against The Machine oder Stone Temple Pilots – also Bands, die genauso gut Vorbilder der drei Headsend-Jungs sein könnten.
Live mit allen gemeinsam in einem Raum aufgenommen fängt die EP so das ein, das der Band bisher so viele Fans gebracht hat: ihre Konzerte. Nun, da sie sich auch außerhalb Australiens einen Namen machen, werden Headsend heiter weitersurfen. Eine zweite EP ist quasi fertig, für ein Album liegen auch schon genug Songideen herum. Also rein da!