Featured Image
Larry Hulst/Michael Ochs Archives/Getty Images

50 Jahre Ramones: Reissues, Museumsschau und Konzertsommer für das Album, das Punk geboren hat

1-2-3-4! Vor genau 50 Jahren erschien das selbstbetitelte Debüt der Ramones – 14 Songs in 29 Minuten, jeder einzelne ein Manifest gegen den progressiven Wahnsinn der Siebziger. Zum Jubiläum wird das Album mit physischen Neuauflagen, einer Museumsausstellung und einem Programm aus Performances und Künstlergesprächen begangen.

Ramones: So wird gefeiert

Rhino zeichnet für die Plattenreissues verantwortlich. Konkrete Details – Tracklisten, Bonusmaterial, Formate, Pressungen – stehen noch aus, sollen aber bis Jahresende folgen. Bei früheren Ramones-Editionen lieferte das Label, das den gesamten Katalog der Band verwaltet, opulente Bonusspuren mit Demos, Outtakes und alternativen Mixen; ähnliches dürfte zu erwarten sein.  Der erinnerungskulturelle Kern des Jubiläums liegt allerdings woanders: Am 4. Juli – kein zufällig gewähltes Datum, sondern der amerikanische Unabhängigkeitstag und gleichzeitig der Jahrestag jenes legendären Roundhouse-Konzerts in London 1976, das die britische Punk-Welle in Gang setzte – eröffnet das Punk Rock Museum in Las Vegas eine offizielle Ausstellung. Kuratiert wird sie von der Punk Foundation, gemeinsam mit Linda Ramone, der Witwe Johnny Ramones und Verwalterin des Bandnachlasses, sowie Ramones Productions.

Das Punk Rock Museum, 2023 von Fat-Mike-Kollege Vinnie Fiorello, NOFX-Frontmann Fat Mike und weiteren Genre-Größen mitgegründet, ist innerhalb kurzer Zeit zur zentralen institutionellen Adresse der internationalen Punk-Geschichte geworden – ein Ort, an dem die Bewegung sich selbst archiviert, ohne den Subkultur-Reflex zu verlieren. Die Ramones-Schau ist die bislang umfangreichste Auseinandersetzung des Hauses mit einer einzelnen Band. Sie verspricht keine Vitrinen-Reliquienkunde, sondern ein begleitendes Live-Programm aus öffentlichen und mitgliederexklusiven Auftritten, Künstlergesprächen, interaktiven Stationen, von Musikern geführten Touren und Community-Workshops – also den Versuch, das, was Ramones einmal war, wieder als gegenwärtiges Geräusch hörbar zu machen, statt es nur in Glasvitrinen zu beerdigen.

Ramones: Kulturelle Schlagweite unermesslich

Die kulturelle Schlagweite des Albums lässt sich nüchtern messen. Ohne Blitzkrieg Bop, Beat on the Brat, Judy Is a Punk, I Wanna Be Your Boyfriend, Now I Wanna Sniff Some Glue und 53rd & 3rd gäbe es weder Sex Pistols noch The Clash in der Form, in der sie kamen – Joe Strummer, Johnny Rotten und Steve Jones haben mehrfach zu Protokoll gegeben, dass das Ramones-Konzert vom 4. Juli 1976 im Londoner Roundhouse die Initialzündung für die britische Punk-Welle war. Dass das Album bei Erscheinen kommerziell floppte (Platz 111 der Billboard 200, in den UK-Charts gar nicht erst notiert) gehört zur Pointe.

Mehr von Crazy Town:

Dein daily News-Update im Circle Mag

Bleib stets up-to-date in Sachen Musik und Popkultur mit unseren täglichen News, Reviews und Features. Viel Spaß beim Stöbern!