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Kieran Frost/Redferns/Getty Images

Bright Eyes: Conor Oberst spricht über Mental Health und Wut

Bright Eyes feiern das 21-jährige Jubiläum ihrer beiden Alben I'm Wide Awake, It's Morning und Digital Ash in a Digital Urn – erschienen am selben Tag im Januar 2005 – mit einer Reihe von Shows. Anlässlich der Tour hat Frontmann Conor Oberst der LA Times ein langes Interview gegeben, in dem er offen über Mental Health und seine Gemütsverfassung spricht.

Bright Eyes: Conor Oberst über Probleme

Ein Nostalgieprojekt ist das für Conor Oberst keines. „Vorwärtsbewegung war immer das Beste für mich. Zu viel Rückblick hat mich nie wirklich interessiert“, sagt der 46-Jährige. Der eigentliche Antrieb ist ein anderer: „Es gibt da auch ein ‚Fickt euch‘: Vor 18 Monaten haben Leute versucht, meine Karriere zu beenden. Dann sind wir ein Jahr lang auf Tour gegangen und haben einige der besten Shows gespielt, die wir je gespielt haben. Niemanden hat‘s interessiert. Bin ich mehr von Wut als von Nostalgie motiviert? Ich glaube schon.“

Hintergrund dieser Aussage von Conor ist eine öffentliche Kontroverse um seinen Auftritt in Cleveland im Herbst 2024, bei dem er offenbar betrunken auf der Bühne von destruktiven Gedanken sprach. Ein ehemaliger Booking-Agent namens Adam Voith nutzte das Video für einen öffentlichen Aufruf, Promoter:innen sollten Obersts Shows abbuchen. Conor Oberst dazu im Interview: „Diese Person kennt mich nicht. Wenn jemand wirklich in dieser Verfassung ist, ist das Schlimmste, was man tun kann, alle aufzufordern, ihn zu verlassen und seine Karriere zu canceln. Das ist sehr gefährlich.“ Bright Eyes sagten damals alle verbliebenen Tourdaten ab.

Conor Oberst geht es besser

Heute ist Conor Oberst in psychiatrischer Behandlung und gibt sich gefasst. „Die Dinge sind ziemlich gut – einfach die Welle reiten. Das ist meine neue Haltung.“ Über seine Essstörungen in jungen Jahren, die Objektifizierung durch die Musikpresse und den Vergleich mit Bob Dylan spricht er im Interview ebenso offen wie über die Frage, ob er I'm Wide Awake, It's Morning je so erwartet hätte: „Man kann den Zeitgeist nicht kontrollieren. Es hat einfach gepasst.“

Conor Oberst geht es laut eigenen Angaben jedenfalls besser, auch wenn er einräumt: „Ich werde nicht sagen, dass ich nüchtern bin, weil ich es nicht bin. Aber ich habe das Schlimmste aufgegeben. Ich versuche, weiterzumachen und nicht darin zu verweilen.“

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