Brigitte Bardot ist tot. Die französische Film- und Musik-Ikone verstarb im Alter von 91 Jahren. Als Schauspielerin war sie weltberühmt für ihre Rollen in Filmen wie Die Verachtung; als Sängerin lieferte sie Klassiker wie Bonnie And Clyde. In den letzten Jahren fiel sie jedoch auch durch rassistische Äußerungen auf.
Eine Todesursache ist bisher nicht bekannt, aber fest steht: Eine Ikone ist von uns gegangen. Brigitte Bardots Stiftung gab gestern „mit immenser Trauer“ den Tod ihrer Gründerin öffentlich bekannt. Das Statement spricht von Brigitte Bardot als „eine weltweit anerkannte Schauspielerin und Sängerin, die sich dazu entschied, ihre prestigeträchtige Karriere hinter sich zu lassen, um ihr Leben und ihre Energie dem Tierwohl zu widmen“. Dazu hatte Brigitte Bardot die Stiftung im Jahr 1986 ins Leben gerufen.
Ihr Karrierestart im Film und ihr Einfluss auf die Pop-Musik
Bevor sie sich dem Tierschutz verschrieb, wurde Brigitte Bardot vor allem als Schauspielerin bekannt, deren hedonistisches, provokantes, oft mit sexueller Freiheit verbundenes Image die Popkultur immens prägte. Ein großer Durchbruch war für sie der Film Und ewig lockt das Weib im Jahr 1956. Es folgten viele berühmte Rollen in Die Wahrheit oder Die Verachtung.
Auch als Musikerin legte Brigitte Bardot eine beeindruckende Karriere hin: Ihr Gesangsstil grenzte sich vom klassischen französischen Chanson ab, indem sie nicht möglichst virtuos, sondern sanft und fast schon sprechend sang. Die Atmosphäre der weichen Arrangements unterstrich Bardot damit stimmlich. Auch von ihrer medialen, freizügigen Persönlichkeit brachte sie Facetten durch den lasziven Klang in die Musik hinein – dabei fühlte sich irgendwann nicht mehr so wohl mit ihrem Sexsymbol-Status und mit Bühnenauftritten. Dennoch blieben Songs wie La Madrague oder ihre Kollaborationen mit Serge Gainsbourgh, etwa für Bonnie And Clyde, legendär.
Verklagt für rassistische Aussagen
Später fiel Bardot jedoch vermehrt für ihre rassistischen Äußerungen auf, für die sie sogar sechsmal verklagt wurde. Die Bewohner:innen der Insel La Réunion hatte Bardot etwa als „degenerierte Bevölkerung mit barbarischen Traditionen“ bezeichnet, wofür sie eine Strafe von 20.000 Euro zahlen musste.
Neben den Rassismus-Vorwürfen stand sie auch für ihre Meinungen zur #MeToo-Bewegung in der Kritik. Bardot hatte die Bewegung als „scheinheilig“ beschrieben, weil ihrer Ansicht nach viele Schauspielerinnen sich selbst den Filmproduzent:innen angebiedert hätten, um bessere Rollen zu bekommen. „Danach erzählen sie, dass sie belästigt wurden, damit man von ihnen redet“, sagte sie in einem Interview mit Paris Match.