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Eine neue Single von Charli xcx ist diese Tage ein großes kulturelles Event. Wie ein Song namens Rock Music klingen würde, wurde also heiß erwartet. Das Ergebnis: Tatsächlich rockig und doch typisch Charli. Im Video wird gemosht, geraucht und gerockt.
Beginnt man so das nächste Kapitel?
„I think the dancefloor is dead, so we’re making rock music“ – Charli xcx hat tatsächlich das gemacht, was schon in den letzten Wochen angedeutet wurde, nämlich Rock Music. Mit klassischer Rockmusik hat die Single zwar nur ein paar Dinge gemein, im Grunde ist es immer noch ein Elektropop-Song, aber mit einigen rockigen Tönen. In jedem Fall ist es ein oberflächlich starker Kontrast zum Vorherigen, bei dem dennoch die Essenz von Charli xcx durchscheint. Also genau der richtige Move nach der Brat-Ära.
Und diese Frage, wie man nach Brat weitermacht, muss wohl eine der schwersten Herausforderungen einer Popmusikerin der letzten Jahre gewesen sein. Zunächst war da Anfang 2026 der Soundtrack zu Wuthering Heights, der Charli xcx mal etwas mehr gothic, pathetisch und von Streichern getragen. Aber das war „nur“ ein Soundtrack und nun steht das nächste Kapitel an. Ob das noch mehr von Rock beeinflusste Musik oder überhaupt ein ganzes Album beinhalten wird, ist noch nicht bekannt. Charli selbst schrieb letztens in einem Insta-Post, der Songtitel Rock Music sei lustig, weil es nicht wirklich Rockmusik sei und „ich habe nie gesagt, dass ich ein Rockalbum mache“.
Rock-Elemente hört man in Rock Music dennoch. Im Grunde ist der Song typisch Charli xcx, mit Songwriting wie vom Crash-Album und einer Attitüde wie aus ihrer frühen Sucker-Ära. Aber Rock-Drums und verzerrte Gitarren liegen über den elektronisch stotternden Vocals. Charlis Humor ist wieder deutlich, mit Zeilen wie „Wow, I’m really banging my head“, oder wenn sie die ausgelassenen Parties mit ihren Freund:innen so beschreibt: „We kiss each other, real incestuous vibes“.
Charli xcx spielt bewusst mit Klischees
Das Musikvideo nimmt einige Rock-Klischees auf den Arm. So schmeißt Charli einen Lautsprecher aus einem Hotelfenster, steht in Bergen an Zigarettenstummeln, sie mosht und crowdsurft. Obendrein sieht man sie mit einer Band spielen, die aus ihren Produzenten A. G. Cook und Finn Keane sowie Charlis Ehemann, dem The-1975-Drummer George Daniel besteht.
Über die Entstehung des Musikvideos und Songs schrieb Charli auf ihrem Instagram-Zweitaccount b.sides: „Die Idee zu diesem Musikvideo habe ich gemeinsam mit Aidan [Zamiri (Regisseur)] entwickelt, als wir in Paris waren. Aidan filmte mich damals im Studio, zusammen mit Finn und Alex. Es hat großen Spaß gemacht, so unmittelbar reagieren zu können – die Idee für das Video entstand nämlich genau in dem Moment, als der Song noch in Arbeit war. Die musikalischen Ideen beeinflussten das Video, und die Ideen für das Video wiederum den Song. Ein sich schließender Kreis.“