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Geese äußern sich zu Vorwürfen um „Industry Plants“ und unechte Fans
Dieses Jahr entbrannte eine Debatte darum, ob Geese durch gefälschte Fan-Accounts auf TikTok bekannt geworden seien. Die Band erklärte nun, sie seien auch erst wütend auf ihre Agentur gewesen, dann aber schnell beruhigt worden.
Geese kamen im letzten Jahr als eine der größten neuen Rock-Hoffnungen auf – obwohl sie nicht gerade neu sind. Das aktuelle Getting Killed war schon ihr drittes Studioalbum und davor waren sie in Musiknerd-Kreisen definitiv ein gefeierter Name. Dass sie plötzlich im Jahr 2025 so weitreichenden Erfolg finden würden, führten manche aufs Marketing der Agentur Chaotic Good zurück. Ein Artikel von Wired bezeichnete die Taktiken, mit denen Chaotic Good die Band auf sozialen Medien Nutzer:innen in den Feed spülte, sogar als „Psyop“ – was in dem Fall ein künstlich gepushtes Produkt manipulativen Marketings ausdrücken soll.
„Wir waren völlig fertig mit den Nerven“
Nun haben Geese selbst sich dazu geäußert, fast ein halbes Jahr, nachdem der Diskurs entbrannte. Der Rolling Stone hat in seiner jüngsten Coverstory mit Geese gesprochen. Was Cameron Winter, der Frontmann der Band, zur Anschuldigung zu sagen hatte, wirkt nicht direkt defensiv: „Ich dachte mir das Gleiche, wirklich“, sagte Winter lachend. „Das wirkte wie eine vernünftige Erklärung.“
Das heißt aber nicht, dass Geese die angeblichen Taktiken von Chaotic Good guthießen. Geese seien sogar wütend auf die Agentur gewesen, wie Winter weiter erzählte: „Wir dachten nur: ‚Oh mein Gott. Die ganze verdammte Sache ist fake.‘ Wir waren völlig fertig mit den Nerven. Dann haben wir uns per E-Mail an unser Label gewandt und gefragt: ‚Seit wann sind eigentlich all unsere verdammten Fans fake?‘“
Doch nicht so fake wie gedacht
Die Antwort des Labels beschwichtigte Winter: „Es waren keine Kommentare, Fake-Fans, Bots oder irgendetwas in der Art. Es waren lieblos gestaltete TikTok-Posts, die dazu dienten, den Algorithmus zu pushen. Sie zeigten uns Beispiele, und das beruhigte mich, weil sie einfach so mies waren.“
Der Wired-Artikel bezog sich auf ein Interview mit Billboard, in dem die Gründer von Chaotic Good ihre Werbestrategien offenlegten. So erstelle Chaotic Good auf Plattformen wie TikTok zahlreiche Accounts, die Videos mit den Songs der Künstler:innen posten. Kommentare und Interaktionen um die Musik der Band kämen so von Profilen, hinter denen keine echten Fans steckten. So sei ein viraler Erfolg schneller zu erzielen.
Schnell sahen manche Teile des Internets Geese als „Industry Plants“, deren Erfolg hauptsächlich durch die Werbung von Agenturen käme. Andere plädierten, dass solche Marketing-Taktiken alles andere als neu seien, und viel mehr Acts als nur Geese heutzutage so beworben würden. Adam Tarsia von Chaotic Good bestätigte Wired auch, dass sie Live-Videos und Interviews von Geese und Cameron Winter auf TikTok gepostet hatten. Wie Winter nun aber ja erklärte, seien diese weit von den manipulativeren Marketing-Taktiken entfernt gewesen, die Wired beschrieben hatte.
Geese haben viele treue Fans gewonnen
Ob manipulatives Marketing oder nicht, den guten Ruf bei Kritiker:innen und die zahlreichen Fans haben Geese sich definitiv verdient. Ihr Stil, ob im Songwriting, im Gesang oder den Atmosphären, ist einzigartig. Schon ihr Vorgängeralbum 3D Country landete damals auf etlichen Jahresbestlisten, und Cameron Winters Solodebüt Heavy Metal erlangte noch weitreichendere Popularität. Wie Geese‘ Bassist Dominic DiGesu es nun im Rolling Stone auf den Punkt brachte: „Komm zum Konzert und sag mir verdammt nochmal, wie viele Bots du siehst!“