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Foto: Scott Dudelson/Getty Images

Radiohead, Sam Fender, Dua Lipa und mehr: Artists fordern Preisdeckel für Resale-Tickets

Radiohead, Sam Fender, Dua Lipa und viele andere Musiker:innen machen gemeinsam Druck auf die britische Regierung, um die versprochene Begrenzung von wiederverkauften Tickets endlich umzusetzen. Im Januar kündigte die Regierung an, eine Preisobergrenze für Resale-Tickets sowie eine offizielle Branchenkonsultation einzuführen, die auch das umstrittene „dynamische Pricing“ untersuchen sollte. Nun, sieben Monate später, gibt es noch immer keine Fortschritte, und die Künstler:innen reagieren.

Warum ein Preisdeckel nötig ist

Die Musiker:innen argumentieren, dass bestimmte Wiederverkaufsplattformen seit Jahren den Markt dominieren und Tickets in großen Mengen aufkaufen, um sie dann zu stark überhöhten Preisen weiterzuverkaufen. Fans müssten entweder tief in die Tasche greifen oder ganz auf Konzerte, Theateraufführungen oder Sportveranstaltungen verzichten. Laut der gemeinsamen Erklärung der Künstler:innen und Organisationen wie Which?, FanFair Alliance, O2 und Football Supporters’ Association untergraben diese Praktiken das Vertrauen in den Ticketmarkt und erschweren es Künstler:innen und Veranstalter:innen, faire Preise anzubieten.

„Ein Preisdeckel wird das Vertrauen ins Ticketing wiederherstellen und den Zugang zu Kultur für alle demokratischer machen“, heißt es in der Erklärung. Die Reform würde zudem illegale Praktiken wie Ticketbetrug leichter erkennbar machen.

Prominente Stimmen für faire Tickets

Neben Radiohead, Sam Fender und Dua Lipa haben auch Coldplay, Robert Smith von The Cure, Iron Maiden, PJ Harvey, New Order und Mark Knopfler die Initiative unterstützt. Live Nation erklärt, man unterstütze den Vorstoß voll und ganz und fordere die Regierung auf, die Umsetzung voranzutreiben.

Gegenwind von Resale-Plattformen

Zweitticketplattformen wie Viagogo warnen hingegen, dass Preisdeckel Fans in unregulierte Märkte treiben könnten, in denen Betrugsfälle deutlich häufiger vorkommen. Sie plädieren stattdessen für „Open Ticketing“, also die direkte Verbindung von Erst- und Zweitticketplattformen in Echtzeit, um illegale Bot-Aktivitäten zu verhindern und Betrug zu reduzieren. Dieses Modell könnte laut Viagogo „das Monopol von Live Nation und Ticketmaster im Primärticketmarkt infrage stellen, da sie 80 Prozent dieses Marktes kontrollieren.“

Anstoß durch Oasis

Die Debatte um Reformen wurde durch die Diskussionen um die Oasis-Reuniontour im letzten Jahr verschärft. Fans mussten für Tickets überraschend hohe Preise zahlen, und Expert:innen prüften, ob dies gegen Verbraucherrechte verstößt. Sowohl die Europäische Kommission als auch die britische Competition and Markets Authority untersuchten dahingehend. Die Band selbst betonte, sie habe nicht gewusst, dass dynamische Preisgestaltung angewendet wird, und bedauerte das gescheiterte Verkaufskonzept.

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