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U2: Ed Sheeran wollte laut Bono keinen politischen Song
Ed Sheeran steht nach dem Macklemore-Vorfall derzeit unter schwerer Kritik – ihm wird vorgeworfen, sich nicht politisch zu positionieren und damit indirekt Stellung zu beziehen. Dazu passt eine Geschichte, die Bono jetzt dem Rolling Stone UK erzählt hat: Im Februar sang Sheeran gemeinsam mit dem ukrainischen Musiker Taras Topolia auf Yours Eternally, erschienen auf der U2-EP Days of Ash. Der Song erzählt von einem ukrainischen Soldaten, der aus dem Krieg nach Hause schreibt, und ist von einem echten Soldaten inspiriert. Bono schilderte nun, wie die Zusammenarbeit lief.
Sheeran und U2
Sheeran habe während der Arbeit am Song gefragt: „Du kriegst mich da jetzt nicht in die Politik rein, oder?“ Bono habe daraufhin an den Soldaten erinnert, der den Song ausgelöst hatte: „Ich sagte: Dieser Soldat, der uns inspiriert hat, der hat dich geliebt, Ed, und du hast an diesem Song mitgearbeitet.“
Sheerans Antwort laut Bono: „Ja, aber ich will meine Sache da raushalten.“ Der U2-Sänger kommentiert das ohne Vorwurf: „Man kann die Leute nicht herumschubsen.“
Warum das Thema gerade jetzt aufkommt
Die Erinnerung fällt in eine Phase, in der Sheeran für genau diese Haltung unter Druck steht. Im September hatte Macklemore im MetLife Stadium in New Jersey als Vorband eine Rede für Palästina gehalten und wurde daraufhin von den US-Terminen der Loop Tour gestrichen. Sheeran erklärte auf Instagram, zu seinem Publikum gehörten Kinder und Menschen unterschiedlichster Herkunft; er wolle, dass seine Konzerte ein sicherer Ort bleiben.
Bono will daraus keine Personalie machen: „Bei Ed und Macklemore sollten wir das nicht persönlich nehmen, was da gerade passiert.“ Er beruft sich auf Brian Eno, der an jenem Tag gesagt habe, Popstars seien kleine Fische in einem großen Meer aus gewaltigen Kräften, Religion und Politik.
Wo U2 stehen
Eine Gegenposition formuliert Bono trotzdem, und zwar für die eigene Band: U2 stünden Macklemore näher. „Das ist, was wir tun, und wir tun es gern. Aber wir erkennen auch an, wenn andere sich nicht auf diese Art von Streit einlassen wollen.“
Larry Mullen Jr. sagte im selben Gespräch, Eno habe gemeint, Künstler:innen entschieden selbst, ob sie sich einmischen wollen, und hätten jedes Recht dazu. Von Veranstaltern oder milliardenschweren Eigentümern lasse sich U2 allerdings nichts vorschreiben. Bono wird deutlicher: „Wir haben darüber gesprochen. Hätte man diese Logik auf U2 angewandt, wären wir bei Sunday Bloody Sunday aus dem Geschäft gewesen.“ Als weiteres Beispiel nennt er die Kampagne der Band für den Martin-Luther-King-Feiertag in Arizona, gegen den sich der damalige Gouverneur Evan Mecham gestellt hatte.