Featured Image

Madison Cunningham: Die neue Tori Amos veröffentlicht ihr viertes Album „Ace“

Bitte Zählermarke einfügen

Den Namen Madison Cunningham wird man in den nächsten Jahren auch hierzulande deutlich häufiger zu hören bekommen. Die Songwriterin aus Kalifornien tritt mit ihrem neuen Album Ace in die Fußstapfen von Joni Mitchell und Tori Amos.

Es ist immer wieder eine Freude, großen Talenten bei ihrem Aufstieg zusehen zu dürfen. Bei den ersten Schritten dabei zu sein, die langsam größer werden, mutiger, bevor es auf einmal ganz schnell geht. Bei Madison Cunningham gab es vielleicht keinen Moment, ab dem alles explodierte. Dafür sorgt sie seit einigen Jahren dafür, dass mehr und mehr Menschen über sie sprechen. Sich in ihre Art und ihre Musik verlieben.


Das muss man über Madison Cunningham wissen: Sie ist nicht darauf aus, Popstar über Nacht zu werden. Sie ist aus einem anderen Holz geschnitzt. Eher schaut sie auf Joni Mitchell, auf Stevie Nicks, Fiona Apple oder auf Tori Amos als auf Stadien und Platin-Platten. Das hat die Sängerin, Gitarristin und Liedermacherin in den letzten Jahren immer wieder bewiesen. Nach einem Album in Eigenregie, noch tief beeinflusst von ihrer christlichen Erziehung, wendet sie sich Schritt für Schritt vom institutionellen Glauben ab und entdeckt in diesem Zuge auch die Musik neu. Die Beatles, Radiohead und Jeff Buckley reihen sich in die lange Liste an Einflüssen ein, prägen sie, formen sie.


Ace auf Vinyl gibt's hier:

Hohe Songbook-Kunst für die Gegenwart

Schon mit ihrem zweiten Album Who Are You Now räumt sie eine Grammy-Nominierung für das beste Americana-Album ab, der fantastische Nachfolger Revealer bekommt den begehrten Preis dann – diesmal für die beste Folk-Platte. Spätestens mit diesem Album hat die Roots-Szene der USA sie fest ins Herz geschlossen. Ähnlich wie Phoebe Bridgers übersetzt sie die hohe Songbook-Kunst der US-amerikanischen Liedermacherinnen unapologetisch ins Hier und Jetzt.


Größter Einfluss bleibt bis heute die unvergleichliche Joni Mitchell – auch in Sachen Gitarrenspiel. „Sie eröffnete mir eine ganz neue Welt“, sagte Madison Cunningham mal. „Sie hat mich total inspiriert, meine eigenen Akkord-Voicings zu entwickeln. Ihr Sound ist einzigartig, er ist ganz und gar ihr eigener.“ Aus diesem Einfluss hat Cunningham wiederum einen ganz eigenen Stil gemacht. Virtuos und dennoch aufs Lick fokussiert, mal lässig wie ein Slacker, mal durchzogen von tiefster Americana-Melancholie.

Madison Cunningham – jetzt ansehen:

Größer als das eigene Ego

Selbst ihre christliche Erziehung bleibt bis heute nicht ohne Auswirkung auf ihre Herangehensweise an das musikalische Handwerk – insbesondere auf der Bühne. „Wenn man vor einer Gemeinde singt, hat man das Gefühl, etwas zu singen, das über einem selbst steht. Das habe ich in meine eigene Musik übernommen. Man stellt sich selbst und sein Instrument in den Dienst von etwas, das größer ist als das eigene Ego. Man ist der Kanal, der die Musik einfach durch sich hindurchfließen lässt.“


Auf ihrem vierten Album Ace wird das besonders deutlich: Bereits die vorab veröffentlichten Singles Wake und My Full Name sind getragen von einer zugleich introspektiven wie andersweltlichen Stimmung. Lieder für eine dampfende Tasse Tee und den ersten richtigen Herbststurm. Für Liebeskummer und die Chance auf heilende Herzen.


Ein neuer Höhepunkt für Madison Cunningham

Daher auch der Albumtitel Ace, also Ass. Je nach Spiel kann ein Ass die höchste oder niedrigste Karte sein. Null oder Unendlichkeit. Eine Trennung fühlt sich ähnlich an – ein Weg bricht zusammen, während alle anderen unendlich viele Möglichkeiten offenlassen. Wie schreibt man über Liebeskummer, wenn man gerade selbst davon betroffen ist? Ace zeigt Madison Cunningham in allen Phasen einer Trennung: Sich entlieben, das Herz gebrochen bekommen und sich dann wieder verlieben. All das wird destilliert in ein bewegendes, wogendes atemberaubendes Album, das sie auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft zeigt. Und sie ist gerade mal 28. Da kann – und wird – noch viel kommen.


Längst gilt sie auch als Künstlerin der Künstler:innen. Viele Prominente sind erklärte Fans, Hozier nennt sie eine der „talentiertesten kreativen Kräfte unserer Generation“, auf ihrer Support-Tournee für Mumford & Sons konnte sie tausende neue Fans gewinnen. Die Stärke ihres neuen Albums zeigt aber vor allem eines: Sie fängt gerade erst an. Was für eine Ehre, bei ihrem Weg dabei zu sein.


Weiter stöbern im Circle Mag: