Das Reissue-Label Original Jazz Classics hat eine Mission: Jazz entdecken und wiederentdecken. Mittlerweile über 850 einflussreiche Jazzaufnahmen wurden in der Serie wiederaufgelegt und mit einem neuen, audiophilen Soundbild präsentiert. So gut wie noch nie zuvor sollen die Pressungen klingen, um zu unterstreichen, wie brillant diese verborgenen Schätze des Genres schon immer waren. Im Laufe dieses Jahres kommen einige dieser Platten auch zu uns in den Store; nun kann man sie schon vorbestellen. Hier präsentieren wir euch sieben Titel aus der Serie, die die Bezeichnung als Original Jazz Classics verdient haben.
Art Pepper – Surf Ride
Bei dem Albumcover könnte man Surf-Rock vermuten, aber Surf Ride ist ein astreines Jazz-Album mit Art Pepper am Altsaxophon, bestehend aus Sessions zwischen 1952 und 1954. Apropos Pepper: Überraschend viele Tracks hier haben Gewürze im Titel: Chili Pepper, Cinnamon, Thyme Time, Art’s Oregano… Ob wegen Art Peppers Nachnamen oder wegen der spicy Licks, die hier gespielt werden?
Hank Mobley – Jazz Message #2
Noch kurz bevor Hank Mobley zu einem festen Namen auf dem legendären Jazz-Label Blue Note wurde und dort zahlreiche Platten veröffentlichte, entstand Jazz Message #2. Unter anderem mit dabei: der Trompeter Lee Morgan, der damals nur 18 Jahre alt war. Die flinken Hardbop-Rhythmen laden zum Tanzen ein, die präzisen Soli in allen Instrumenten zum aufmerksamen Staunen.
Yusef Lateef – Jazz Mood
Yusef Lateef würde später als ein bedeutender Innovator der Jazz-Welt gesehen werden, der viele nicht-westliche Intrumente nutzte und Atmosphären erzeugte, die oft als „exotisch“ beschrieben wurden. Jazz Mood ist noch ganz am Anfang seiner Karriere: Es ist sein Debütalbum und enthält fünf eigene Kompositionen Lateefs, die zwar noch nicht seinen Zenit der Progressivität erreichen, aber bereits mit ihrer Stimmung überzeugen.
Sonny Rollins – Plus 4
Nach Gefängnisaufenthalten und einer Heroinsucht nahm Sonny Rollins im Jahr 1956 Plus 4 auf. Der „größte lebende Improvisateur“, wie er oft genannt wurde, wurde hier von vier Musikern unterstützt – daher der Titel Plus 4 – und zusammen bildeten sie das Cliff Brown/Max Roach Quintet. Zu fünft zu spielen war nichts Neues für Rollins, schließlich war er zuvor sogar kurz Teil des Miles Davis Quintets gewesen – bis das Heroin ihn ausbremste.
The Red Garland Quintet – Soul Junction
Ebenfalls jemand, der mal Teil des Miles Davis Quintets war: der Pianist Red Garland. Nach seiner Zeit dort gründete er aber Ende der 1950er-Jahre sein eigenes Trio, das für manche Platten – wie Soul Junction – zu einem Quintett erweitert wurde. Die zwei Musiker, die das Trio-Lineup ergänzten: der Trompeter Donald Byrd und niemand Geringeres als John Coltrane am Tenorsaxophon.
Thad Jones – After Hours
Nein, hier handelt es sich nicht um das Album von The Weeknd. Ebenfalls handelt es sich nicht um ein Album von Thad Jones allein, obwohl das oft so kategorisiert wird, auch auf Streaming-Diensten. Auf After Hours spielen nämlich die sogenannten Prestige All Stars, sechs Musiker auf dem Prestige-Plattenlabel. Neben Thad Jones sind das Frank Wess, Mal Waldron, Kenny Burrell, Paul Chambers und Art Taylor.
Wes Montgomery – Boss Guitar
Einer der angesehensten Gitarrist:innen der Jazz-Welt ist Wes Montgomery. Da kann man sein Album auch mal Boss Guitar nennen, denn diesem Titel wird es auf jeden Fall gerecht. Sein typischer Spielstil, hauptsächlich mit seinem Daumen gezupft, verleiht Montgomerys Lines eine runde Wärme, während sie virtuos und melodisch zugleich sind.