2026 ist das neue 2016, heißt es jüngst online. 2016: Das Jahr, in dem wir dachten, alles sei möglich. Wir hatten wohl alle den besten Sommer unseres Lebens, der Snapchat-Hundefilter klebte in unseren Gesichtern, Pokémon Go lud zum Spaziergang ein und die Mannequin-Challenge geisterte durch Social Media. Das alles wurde begleitet von Songs, die sich unausweichlich ins Gedächtnis gebrannt haben. Jetzt, wo das alles schon ein Jahrzehnt her ist und die kollektive Nostalgie mit #2016-Threads das Internet einnimmt, stellt sich die Frage: Wie klang dieses Jahr? Hier sind zehn Alben und Songs, die 2026 zehn Jahre alt werden.
1. Frank Ocean – Blonde
Nachdem sich Frank Ocean mit Channel Orange 2012 bereits in unsere Herzen gespielt hatte, verfestigte er 2016 diesen Platz. Blonde brachte uns Tracks wie Pink + White, White Ferrari oder Ivy, die bis heute in den Playlisten ganz oben platziert sind. Und natürlich begann mit Blond auch die Frage, die uns bis heute nicht loslässt: Wann kommt endlich das nächste Frank-Ocean-Album? Vielleicht steht 2026 ja mit dem 2016-Comeback unter einem guten Stern.
2. The Chainsmokers ft. Halsey – Closer
Der Sound von The Chainsmokers hat nicht nur 2016 geprägt, sondern die gesamte Ära der 2010er-Jahre. Closer mit Halsey fängt den Zeitgeist so perfekt ein, dass er sich als erster Nummer-1-Song beider Artists zwölf Wochen lang an der Spitze der US-Charts hielt. Bis heute scheint die Single mit 3,261 Milliarden Streams unter den meistgestreamten Songs aller Zeit auf Spotify auf. Ob mit dem 2016-Revival auch ein EDM-Revival kommt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
3. Twenty One Pilots – Heathens
Im Jahr zuvor hatten Twenty One Pilots mit Stressed Out bereits ihren globalen Durchbruch gefeiert. Klar also, dass ihre Musik auch 2016 weiter allgegenwärtig blieb. Heathens entstand als Beitrag zum Film Suicide Squad (ja, genau der mit der ikonischen Harley-Quinn-Performance von Margot Robbie) und traf dessen düstere Ästhetik erstaunlich präzise. Der Song verband Pop-Appeal mit Unbehagen und sprach damit besonders jene an, die sich irgendwo zwischen Mainstream und Außenseitergefühl wiederfanden. Außerdem passte die ganze Ästhetik unglaublich gut zu unseren Overknee-Strümpfen.
4. The Weeknd – Starboy
Starboy ist sowohl der Titel des dritten Studioalbums von The Weeknd als auch dessen ikonischer Single mit Daftpunk. Damit verließ The Weeknd endgültig die Rolle des mysteriösen R&B-Antihelden und betrat die globale Pop-Bühne. Die Zusammenarbeit mit Daft Punk setzte ein klares Zeichen: größer, glatter, aber immer noch dunkel genug. Das Album spiegelte 2016 eine Zeit wider, in der Popästhetik zunehmend von Luxus, Leere und Überreizung geprägt war. Themen, die auch ein Jahrzehnt später erstaunlich relevant bleiben.
5. The 1975 – I Like It When You Sleep…
Alle Tumblr-Kids hatten mit dem Selftitled-Album von The 1975 aus dem Jahr 2014 ihre Nische gefunden. Wer hätte damals gedacht, dass die Band nur zwei Jahre später das alles wieder über den Haufen wirft: weg von monochromer Melancholie, hin zu Neonfarben, Ironie und maximalem Pop. I Like It When You Sleep For You Are So Beautiful, Yet So Unaware Of It brachte Hits wie Somebody Else hervor, die bis heute erstaunlich gut gealtert sind. Das Album fängt einen Moment ein, in dem Popmusik wieder komplexer, selbstreferenzieller und emotional offener wurde. Und öffnete Pop für die unglaublich langen Albumtitel, die auch immer ein wenig poetisch klingen.
Hol dir die Songs und Alben 2016 nach Hause:
6. Drake – One Dance
Dass Drake 2016 einen krassen Hype erlebte, beweisen nicht nur die damaligen Charts, sondern auch die Soundboxen jeder Hausparty, die man in diesem Jahr betrat. One Dance lief im Loop. Drake traf mit seinem globalisierten Sound einen Nerv und machte Afrobeats-inspirierte Elemente massentauglich. Rückblickend steht One Dance für einen Sommer, in dem alles ein bisschen leichter wirkte. Und für den Moment, in dem Streaming endgültig bestimmte, wie Hits entstehen.
7. Rihanna – Anti
Anti erschien 2016 wie ein bewusster Gegenentwurf zum durchformatierten Popalbum, das Rihanna bis dahin perfektioniert hatte. Nach ihrem Abschied von Def Jam nutzte sie den kreativen Freiraum, um ein Werk zu veröffentlichen, das sich Zeit nahm, Ecken zeigte und Erwartungen unterlief. Songs wie Work, Needed Me oder Love On The Brain klangen roh, reduziert und selbstbestimmt. Die Atmosphäre blieb wichtiger als Radiotauglichkeit. Rückblickend wirkt Anti fast visionär, nicht zuletzt, weil es bis heute Rihannas letztes Studioalbum geblieben ist.
8. Sia – This Is Acting
Mit This Is Acting veröffentlichte Sia 2016 ein Album voller Songs, die sie ursprünglich für andere Küntstler:innen geschrieben hatte. Tracks, die es bei diesen aber nicht zur Veröffentlichung geschafft haben, nahm sie prompt für sich selbst her, und das mit großem Erfolg. Songs wie Cheap Thrills oder Unstoppable gehören bis heute zu den bekanntesten der Künstlerin und unverkennbar zu 2016.
9. DJ Snake ft. Justin Bieber – Let Me Love You
Let Me Love You hält dem Popjahr 2016 einen ziemlich klaren Spiegel vor. Justin Bieber war zu dieser Zeit ohnehin omnipräsent, seine Features ein verlässlicher Hitfaktor. In Kombination mit DJ Snakes EDM-Formel entstand ein Song, der mühelos zwischen Dancefloor, Schulhof und Poolparty pendelte: funktional, glatt und exakt auf den Moment zugeschnitten. Dass der Song ursprünglich für Selena Gomez geschrieben war, verleiht ihm rückblickend eine zusätzliche bittersüße Ironie.
10. Beyonce – Lemonade
Lemonade war 2016 weniger einfach ein Album als ein Einschnitt. Beyoncé veröffentlichte das Werk überraschend als visuelles Gesamtkunstwerk und verband persönliche Krisenerzählungen mit einer klaren politischen Haltung. Genregrenzen spielten dabei kaum eine Rolle: R&B, Rock, Country und Hip-Hop existierten auf dem Album gleichberechtigt nebeneinander. Für viele war Lemonade die erste bewusste Erfahrung von Pop als politischem Ausdruck. Beyoncé zeigte, dass Mainstream-Künstlerinnen ihre Narrative zurückfordern können, und das ohne Kompromisse oder große Erklärung.