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Jennifer Finchs Memoiren erscheinen posthum
Knapp vier Wochen nach dem Tod von Jennifer Finch hat Da Capo angekündigt, die Lebenserinnerungen der Musikerin herauszubringen. Shooting Up and Making Out: A Memoir of My Life in LA and L7 soll am 19. Januar 2027 erscheinen und 272 Seiten umfassen. Unterstützt wurde Finch beim Schreiben von Jeff Alulis. Die Bassistin von L7 war am 18. Juli im Alter von 59 Jahren an Krebs gestorben.
Jennifer Finch konnte das Manuskript noch selbst abschließen
Die Arbeit an ihrer Lebensgeschichte beendete Finch noch zu einem Zeitpunkt, an dem ihre Krankheit sie nicht daran hinderte, das Projekt fertigzustellen. Co-Autor Alulis bezeichnet das Buch als eines ihrer letzten zentralen Vorhaben. „Jennifers Memoiren waren das letzte große Projekt, das sie vor ihrem Tod fertiggestellt hat“, sagt Alulis, der zuvor bereits an den autobiografischen Büchern von NOFX und dem Doors-Gitarristen Robby Krieger beteiligt war. „Wir haben zwei Jahre lang zusammengearbeitet, damit sie mit jedem einzelnen Wort zufrieden ist, und bei jemandem, der so bewusst und durchdacht vorgeht wie Jennifer, war das keine Kleinigkeit.“
Dass Finch die Veröffentlichung nicht mehr selbst miterleben kann, beschreibt Alulis als besonders schmerzhaft. Gleichzeitig wolle er nun dazu beitragen, ihre Geschichte einem größeren Publikum zugänglich zu machen. „Es bricht mir das Herz, dass sie die Veröffentlichung nicht mehr erleben wird, aber ich freue mich sehr darauf, ihr Leben und ihr Vermächtnis mit der Welt zu teilen.“ Auch Ben Schafer, leitender Lektor bei Da Capo, hebt hervor, wie stark Finchs eigene Perspektive das Buch prägt. Er nennt es „die Geschichte von Jennifers unglaublichem Leben, so wie sie es gelebt und erinnert hat“. Finch habe nach Angaben des Verlags sehr viel von sich selbst in den Text eingebracht.
Jennifer Finch: Von der Punk-Szene in Los Angeles bis zu L7
Die Erinnerungen von Jennifer Finch setzen bereits in ihrer Jugend an. Sie wuchs bei ihrer Adoptivmutter in einem Umfeld auf, das von Vernachlässigung und Gewalt bestimmt war, und verließ früh ihr Zuhause. Mit zwölf Jahren fand sie Anschluss an die Hardcore-Punk-Szene von Los Angeles. Zwei Jahre später begann sie, Heroin intravenös zu konsumieren. Mit neunzehn gründete sie gemeinsam mit Courtney Love und Kat Bjelland ihre erste Band.
Wenig später wurde Finch Bassistin bei L7. Anfang zwanzig erlebte sie mit der Gruppe den Aufschwung der Grunge-Ära und den zunehmenden internationalen Erfolg der Band.
Ihre Erinnerungen beschränken sich jedoch nicht auf die Karriere von L7. Finch blickt auch auf gemeinsame Konzerte mit Pearl Jam und den Red Hot Chili Peppers zurück, schildert Erfahrungen mit Überdosen und schreibt über ihre frühere Beziehung zu Dave Grohl sowie über den Verlust mehrerer enger Freunde. Einen weiteren Schwerpunkt bildet ihr späterer persönlicher Neubeginn. Finch beschreibt ihren Weg in ein nüchternes Leben, ihre Beschäftigung mit Fotografie und ihre Rolle als Mitgründerin einer einflussreichen Organisation, die sich für das Recht auf Abtreibung engagiert.