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Mike D (bürgerlicher Name: Michael Diamond) ist der erste Beastie Boy, der seit dem Tod von Adam „MCA" Yauch 2012 eigene Musik veröffentlicht. Im NME-Interview, geführt nach seiner ersten UK-Soloshow in einem Bingo-Saal in North Shields, spricht er offen darüber, was ihn nach über einem Jahrzehnt Schweigen zurück ins Studio geführt hat – und was dabei herauskam.
Mike D: Söhne als härteste Kritiker
Der Entstehungsprozess des Albums war für Mike D grundlegend anders als alles, was er mit den Beastie Boys gemacht hatte. „In der Band haben wir gegenseitig die besten Editoren füreinander abgegeben. Es gab fast eine Art Wettbewerb, auf die gute Art.“ Allein fehlte dieses Korrektiv – bis er merkte, dass seine Söhne Davis und Skyler die Lücke füllten. „Sie haben keine Beziehung zu mir als Künstler. Sie haben Hello Nasty nicht tausendmal gehört. Sie waren extrem direkt bei meinen Vocals – und das war ungemein hilfreich.“
Auch der Klang der Platte entstand anders als erwartet. Ausgangspunkt für Mike D war wieder das gleiche Prinzip wie bei den Beastie Boys – zufällige Instrumente ausprobieren, Glückstreffer festhalten, radikal kürzen. Doch stilistisch landet das Ergebnis weit entfernt von der Vergangenheit: Post-Hardcore trifft Hyperpop, mit Referenzen zu Death Grips, Sleigh Bells und Turnstile. „Musikalisch ist die Platte noch ziemlich unreif“, sagt Diamond, „lyrisch etwas reifer.“
Mike D: Der lange Weg zurück zur Musik
Nach Yauchs Tod war Musikmachen schlicht keine Option. Mike D widmete sich der Vaterschaft, produzierte für andere Bands – darunter Soft Play und The Hives – und arbeitete mit Adam „Ad-Rock" Horovitz am Beastie Boys Book. „Das hat uns beiden sehr geholfen. Wir konnten gemeinsam ein Licht auf unsere Vergangenheit werfen."
Den entscheidenden Wendepunkt beschreibt Mike D so: Als Produzent merkte er, dass ihn fremde Musik nur dann wirklich berührte, wenn Bands seine eigenen Ideen umsetzten. „Ich dachte: Was mache ich da eigentlich? Bands sollten ihre eigenen Ideen verwirklichen – und ich sollte meine eigenen Ideen verwirklichen." Das Ergebnis ist ein Album, das noch dieses Jahr erscheinen soll. „Ich musste wieder lernen, zu fühlen."