Mord an Tupac Shakur gelöst: Duane Davis wird schuldig gesprochen

Tupac Shakur 1994
Foto: Raymond Boyd/Getty Images

Laut Staatsanwaltschaft in Las Vegas ist Duane „Keffe D“ Davis für den Mord an Tupac Shakur verantwortlich. Er habe die Schüsse aber nur befohlen und nicht selbst abgefeuert. Der vermutete Schütze Orlando Anderson ist schon lange tot.

Der Mord an Tupac Shakur jährt sich diesen Monat zum 30. Mal. Die Geschichte ist bekannt: Am 7. September 1996 sitzt der Rapper zusammen mit Death-Row-Records-Chef Suge Knight in einem BMW, der an einer Ampel steht, als plötzlich ein weißer Cadillac rechts neben ihnen hält. Schüsse fallen aus dem Cadillac, Tupac Shakur im Beifahrersitz wird viermal getroffen und verstirbt sechs Tage später im Krankenhaus mit 25 Jahren. Und so berüchtigt dieser Fall ist, so ungeklärt ist er seit 30 Jahren. Wer hat die Waffe wirklich abgefeuert und wer hat den Auftrag gegeben? Nun hat die Staatsanwaltschaft in Las Vegas ein Urteil gefällt.

Die Jury hat den mittlerweile 62-jährigen Duane „Keffe D“ Davis wegen Mordes an Tupac Shakur schuldig befunden. Nach diesem Urteil steht nun für den 13. Oktober die Anhörung an, in der seine Strafe vorgetragen wird.

Davis‘ Neffe soll der Schütze gewesen sein

Laut dem Urteil der Richter:innen habe Davis im weißen Cadillac gesessen, aber die Schüsse nicht selbst abgefeuert. Der Grund dafür sei nach Davis‘ eigener Aussage gewesen, dass er im rechten Beifahrersitz gesessen habe und Tupacs Auto links von ihnen gestanden habe. Da er so keinen klaren Schusswinkel gehabt habe, habe er die geladene Waffe an seinen Neffen, Orlando „Baby Lane“ Anderson auf dem linken Rücksitz gegeben und ihm befohlen, zu schießen. Dies habe Anderson dann getan, während Tupac Shakur versucht habe, sich in den Rücksitz seines BMWs zu bewegen.

Orlando Anderson, der also als Schütze vermutet wird, starb schon zwei Jahre nach dem Mord in einer anderen Schießerei.

War der Mord ein Racheakt?

Staatsanwalt Binu Palal erklärte, der Mord sei ein „Fall von Bandenrache und Vergeltung“ gewesen. Laut den Beweisen haben Duane Davis und Orlando Anderson führende Positionen in einer mit Shakur rivalisierten Gang gehabt, den South Side Compton Crips. Am Abend des Mordes sollen sowohl Davis und Anderson sowie Shakur und Suge Knight einen Boxkampf von Mike Tyson besucht haben. Im Austragungsort, dem MGM Grand Casino, habe es eine Prügelei gegeben, bei der Shakur und Knight ihren Rivalen Anderson angegriffen haben sollen, wegen einer früheren Bandenstreitigkeit in einem Einkaufszentrum. Der Mord an Shakur wenige Stunden später sei also ein Racheakt für diesen Angriff im Casino gewesen, so sieht es die Staatsanwaltschaft.

Wie kam die Jury zu diesem Urteil?

Die Anschuldigungen stammen zum Teil von Duane Davis selbst. Im Gerichtsprozess spielten die Kläger:innen nämlich einige Aufnahmen von Davis ab, eine der wichtigsten davon ist ein Gespräch aus 2008 zwischen Davis und Polizeibeamten des LAPD. Dieses Gespräch habe damals aber im Geheimen stattfinden sollen; darin gestand Davis vieles zu dem Mord an Tupac Shakur. Ob all seine Aussagen von damals der Wahrheit entsprachen, war aber bis jetzt nie klar.

Generell hat Duane Davis schon in den letzten Jahrzehnten öfters in öffentlichen Interviews und seinen eigenen Memoiren aus 2019 erklärt, er sei für den Mord an Tupac Shakur verantwortlich gewesen. Auch wie es dazu gekommen sei und weitere Details lieferte er immer wieder. Letztes Jahr setzte er aber alles daran, dass die Klage gegen ihn fallengelassen werden solle. 


Im aktuellen Prozess erklärte sein Verteidiger Michael Sanft, die angeblichen Geständnisse habe Davis sich ausgedacht, um Aufmerksamkeit und Geld zu bekommen. Auch dass er seinen eigenen Neffen damit als Schütze verpetzte, habe er getan, um dem Toten die Schuld in die Schuhe zu schieben. Einige Details aus verschiedenen öffentlichen Aussagen Davis‘ seien untereinander widersprüchlich, so Sanft. Doch Staatsanwalt Binu Palal erklärte, Davis‘ Rolle am Mord sei von so vielen Indizien belegt, die weit über seine eigenen Aussagen hinausgingen.

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