Strafverfahren gegen Xavier Naidoo: Volksverhetzung und Beleidigung

Xavier Naidoo live
Foto: Andreas Rentz/Getty Images

Eine Anklage um Xavier Naidoo wegen Volksverhetzung und Beleidigung geht nun ins Strafverfahren. Von sechs angeklagten Fällen ließ das Landesgericht Mannheim nur einen Fall zu.

Nun läuft es tatsächlich: das Strafverfahren um Xavier Naidoo. Das Landgericht Mannheim hat nun eine Anklage wegen des Verdachts der Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung zugelassen. Diese Anklage stammt aus dem Juli 2023.

Angeblich antisemitische Äußerungen

Die Anklage besagt, Xavier Naidoo habe eine Person beleidigt und damit zusammenhängend antisemitische Texte veröffentlicht. Die angeblich betroffene Person war der gemeinnützigen Amadeu Antonio Stiftung zugehörig, welche sich gegen Hetze, Rassismus und Antisemitismus einsetzt.

Einen Termin für die Hauptverhandlung gibt es noch nicht. Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.

Fünf weitere Anklagen abgelehnt

Im Juli 2023 wurden dem 52-jährigen Musiker vier Fälle der Volksverhetzung vorgeworfen, im Juni 2024 kamen zwei weitere Tatvorwürfe dazu. Nur einen der insgesamt sechs Fälle hat das Landgericht Mannheim nun zugelassen, für die anderen bestehe „kein hinreichender Tatverdacht“. Bei den abgelehnten Vorwürfen handelte es sich um angebliche Nachrichten auf Naidoos Telegram-Kanal zwischen Dezember 2020 und April 2021, in denen er antisemitische Inhalte verbreitet und den Holocaust geleugnet habe. Es handelte sich angeblich um Texte, eigens verfasste Audiobotschaften und von Naidoo geteilte Audios und Videos anderer Personen.

Dagegen, dass das Landesgericht Mannheim diese Fälle nicht zugelassen hat, hat die Staatsanwaltschaft sofortige Beschwerde eingelegt. Dieser Beschwerde muss sich das Oberlandesgericht Karlsruhe annehmen. Laut den verteidigenden Anwält:innen Naidoos lehne ihr Mandant antisemitisches, rassistisches und fremdenfeindliches Gedankengut entschieden ab. Auch von Diskriminierung distanziere er sich.

Xavier Naidoos kontroverse Vergangenheit

Xavier Naidoo ist in den vergangenen Jahren schon oft wegen Verschwörungstheorien und politischen Aussagen in die Kritik geraten. 2022 veröffentlichte er ein Entschuldigungsvideo, in dem er erklärte, er habe sich in diesen Verschwörungserzählungen verrannt und „Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue“. Seitdem tauchte er jedoch dieses Jahr bei einer Demonstration in Berlin wieder mit einer Verschwörung über Kannibal:innen auf. Alle Anwesenden bei der Demo hätten sicherlich schon unabsichtlich Menschenfleisch im Essen gehabt und ein US-Unternehmen würze Chips mit „embryonalen Gewürzmitteln“, so Naidoo.

Weiter stöbern im Circle Mag:

Dein daily News-Update im Circle Mag

Bleib stets up-to-date in Sachen Musik und Popkultur mit unseren täglichen News, Reviews und Features. Viel Spaß beim Stöbern!

Dein neues Zuhause für All Things Vinyl

Von Rock über Pop bis zu Hip-Hop und Jazz – bei uns gibt's alles für dein Plattenregal.