Wegen Statement gegen rechts: Alphaville von Festival ausgeladen

Alphaville
Foto: Pedro Becerra/Getty Images

Das Glücksgefühle Festival hat kurz vor seinem Start am Wochenende die Band Alphaville ausgeladen. Der Grund ist eine klare politische Aussage gegen rechts. Auch Campino reagiert schockiert.

Heute startet das Glücksgefühle Festival und zieht Zehntausende an den Hockenheimring. Das Line-Up bietet 00er-Jahre Kult wie die No Angels, Mark Medlock oder SDP. Unter den auftretenden Bands war bis gestern auch die Band Alphaville – ebenjene Achtziger-Legende, die mit Songs wie Forever Young oder Sounds Like A Melody international große Erfolge feierte.

Dieser Auftritt wurde jedoch kurzfristig gestrichen. Als Begründung teilten die Veranstalter der Deutschen Presse-Agentur Folgendes mit: „Unsere Bühne ist keine Plattform für politische Äußerungen. Das Glücksgefühle-Festival ist komplett unpolitisch – und das gilt unabhängig davon, in welche politische Richtung eine Äußerung geht: für rechts, für links oder für jede andere politische Richtung.“

Campino lobt Alphaville

Auf dem Instagram-Account der Band reagierte Sänger Marian Gold. Er schrieb, dass sich Alphaville auf den Auftritt am Freitag gefreut und die Absage am Mittwoch kurzfristig erhalten habe. Die Begründung habe sie „fassungslos gemacht“ und ähnele „aus unserer Sicht einem Maulkorberlass – uns allen bestens bekannt aus Diktaturen“, so der 72-Jährige. „Dass eine derartige Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit nun auf einem der größten Popfestivals Deutschlands angekommen zu sein scheint, empfinden wir als absolut untragbar und erschütternd“, sagte der Musiker weiter. Die Ausladung sei ein „feindseliger und vollkommen unnötiger Akt.“

Dem vorausgegangen waren Alphaville-Konzerte mit demselben Veranstalter, bei denen Gold sich deutlich gegen rechtsradikale Tendenzen äußerte. Dem Statement des Festivals, das bereits via Instagram reagierte, ist zu entnehmen, dass es daraufhin Beschwerden von Besucher:innen gab, die nun zu dem Entschluss führten, politische Inhalte auf dem Festival zu vermeiden. Das hat offensichtlich zu Diskussionen zwischen den Parteien geführt, sagte Bandmanager Christian Mielke der dpa. Dazu melden sich jetzt auch mehr und mehr Musiker:innen kritisch zu Wort. Gestern Abend etwa holte Campino Marian Gold beim Konzert der Toten Hosen in Münster überraschend auf die Bühne. Vor rund 25.000 Menschen sagte Campino, er halte es für „extrem fragwürdig“ und „absurd“, einen Künstler wegen Äußerungen gegen die AfD oder Donald Trump von einer Veranstaltung auszuschließen. Er sagte zudem, Alphaville seien „so viel Millionen Mal größer als dieses beschissene Piss-Festival“.

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