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Foto: David Willis

„All That Is Over“: Sprints kündigen ihr zweites Album an

Nach einem großartigen Post-Punk-Debüt geht es für die irische Band Sprints ohne Umwege gleich weiter zur nächsten LP. 

Mit Fontaines D.C. auf Tour

Was für eine wunderbare Zeit für Post-Punk, was für eine wunderbare Zeit für irischen Post-Punk. So haben Sprints ihr zweites Album All That Is Over bereits für den 16. September angekündigt. Gerade waren sie erst auf großer Tour und auch im Sommer treibt es die Gruppe um Frontfrau Karla Chubb als Vorgruppe für Fontaines D.C. erneut durch die Lande. Doch sie scheinen keine Pause einlegen zu wollen, denn die Single Descartes verspricht ein weiteres Post-Punk-Werk mit Tiefgang und Raum zur Reflexion. 

Inspiriert von „Outline“

Die Inspiration für diesen Titel fand Karla Chubb in dem Roman Outline von Rachel Cusk, in dem eine Schriftstellerin für einen Schreibkurs nach Athen reist, aber immer wieder mit Lebensgeschichten, Sünden und Beichten von fremden Menschen konfrontiert wird. Die Sprints-Sängerin Chubb sagt: „Eitelkeit ist der Fluch unserer Kultur. Ein Großteil der Negativität, die man in der Welt sieht, wurzelt in der Eitelkeit und dem Ego, dass die eigenen Überzeugungen oder die eigene Identität wichtiger sind als die eines anderen. Descartes erforscht die Idee, dass das Schreiben für mich nicht nur ein Werkzeug ist, um Musik zu machen, sondern ein Werkzeug, um die Welt zu verarbeiten.

Wut und rosarote Brille

Nachdem Sprints mit ihrem Debüt bereits für Furore gesorgt hatten, haben sie sich kaum eine Pause gegönnt. Die politischen Songs von Letter To Self haben die Band im letzten Jahr gleich zweimal durch Europa geführt. Trotzdem haben sie scheinbar irgendwo dazwischen Zeit gefunden, neue Songs zu schreiben. Sprints berichten, wie diese aufregende Anfangszeit sie umso produktiver und kreativer gemacht habe.


„Es war einfach so viel los und so viel zu verarbeiten, erklärt Karla Chubb. Ich machte gerade eine große Trennung von meinem Partner durch, mit dem ich acht Jahre lang zusammen war. Colm hatte die Band verlassen. Wir hatten uns zu professionellen Musiker:innen entwickelt. Und ich stand am Anfang einer neuen Beziehung. Aber dann schaute ich nach draußen und die Welt war so hässlich wie noch nie. Ich habe jeden Tag geschrieben, weil so viel los war.“ 


Mit Schmerz, Wut und rosaroter Brille schaut Karla also auf die Welt und All That Is Over verspricht damit, vielfältiger und nuancierter zu werden, als das energetische Sprints-Debüt. Genug politischen Stoff bietet die Weltlage Sprints allemal.

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