Billie Eilish hat genug vom Schweigen. Angesichts der derzeit laufenden ICE-Einsätze in Minnesota, die von der Behörde selbst als „größte Massenabschiebung in der Geschichte der USA“ bezeichnet werden, richtet sich die Popmusikerin mit einer deutlichen Botschaft an ihre Kolleg:innen: Position beziehen, ohne weiter wegzusehen.
In ihrer Instagram-Story fragte Eilish unverblümt: „Hey, meine Celebrity-Kolleg:innen, werdet ihr euch dazu äußern? Oder …“ Ein Satz mit offenem Ende, der weniger Einladung als Anklage ist. Die Aufforderung kommt nach dem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde in Minnestoa und deren tödlichen Schüssen auf den 37-jährigen Krankenpfleger Alex Pretti.
Der Tod von Alex Pretti
Billie Eilish teilte außerdem ein Video ihres Bruders Finneas, der den Tod von Pretti thematisiert. In konservativen Kreisen wurde der Vorfall mit dem Hinweis relativiert, Pretti habe eine Waffe bei sich getragen. Ein Argument, das Finneas wütend zurückweist: „Ihr habt uns 30 Jahre lang ununterbrochen erzählt, dass Kinder sterben müssen, damit wir in den gesamten Vereinigten Staaten legal Waffen tragen dürfen. Dieser Mann wurde am Boden brutal zusammengeschlagen. Er hat seine Waffe nicht gezogen; er hatte lediglich eine bei sich. Legal! Und sie haben hemmungslos auf ihn geschossen und ihn getötet.“
Solidarität aus der Popwelt
Auch Olivia Rodrigo meldete sich zu Wort und nannte die Handlungen von ICE „unentschuldbar“. „Wir sind nicht machtlos. Unsere Handlungen zählen“, schrieb sie und erklärte ihre Solidarität mit Minnesota. Zusätzlich teilte sie einen Beitrag des politischen Kommentators Ben Sheehan, der ICE als „mörderische Bundesbehörde, die eine amerikanische Stadt terrorisiert“, bezeichnete.
Mehr als ein Statement
Während die Behörde ihre Maßnahmen in technokratischer Sprache legitimiert, sprechen die Berichte aus Minnesota von Angst, Gewalt und tödlichen Eskalationen. Billie Eilishs offene Frage steht damit sinnbildlich für einen größeren Konflikt: Wie lange will Popkultur noch auf eine Haltung verzichten?