
Queen-Gitarrist Brian May erinnert sich in einem aktuellen Interview an Freddie Mercury. Dabei verrät er, dass nicht jede Idee des großen Frontmanns und Songschreibers genial gewesen sei.
„Freddie war im Grunde einer der schüchternsten Menschen, die ich je getroffen habe“, erzählte Brian May dem Queen-Biografen Mark Blake im aktuellen MOJO-Magazin. „Aber er hatte so viel Temperament, dass man das leicht vergessen konnte. Freddie war stets voller Begeisterung – manchmal so sehr, dass er kaum sprechen konnte. Seine Ideen waren oft schräg, frech und ungewöhnlich, und wir neigten dazu, ihn darin zu bestärken. Manchmal war eine Idee genial, manchmal aber auch nicht.“
Brian May: Eine weniger geniale Idee
Brian May hat auch ein konkretes Beispiel parat – und erzählt eine Anekdote rund um das Queen-Album The Miracle von 1989. Demnach schlug Mercury damals vor, die Platte schlicht Good zu nennen, inspiriert von Michael Jacksons zuvor veröffentlichtem Album Bad.
„Er kam eines Tages herein und verkündete: ‚Ich habe eine tolle Idee. Michael Jackson hat gerade dieses Album namens Bad herausgebracht. Was haltet ihr davon, wenn wir unser nächstes Album Good nennen?‘“, erzählt May. „Wir schauten uns gegenseitig an und sagten: ‚Nun, vielleicht sollten wir darüber nachdenken, Freddie.‘ Es war nicht unbedingt eine seiner weltbewegenden Ideen – wobei wir rückblickend vielleicht doch falsch lagen …“
Brian May über mögliche neue Queen-Musik
Im gleichen Interview gibt Brian May auch eine Antwort auf die Frage, ob Queen neue Musik veröffentlichen könnten. „Ich könnte mir vorstellen, dass es passieren könnte“, erklärt Brian May. „Roger und ich schreiben ständig, haben Ideen und experimentieren in unseren Studios. Es könnte durchaus sein, dass ich gerade jetzt den Anfang eines Queen-Songs vor mir liegen habe. Die Frage ist nur, ob diese Idee reift und wächst.“
Ein interessantes Detail ist auch, dass Brian May – der eine Menge Hits schrieb – laut eigenen Angaben nervös war, seinen Queen-Kollegen neue Songs vorzustellen. „Jedes Mal, wenn ich den Jungs ein neues Lied vorstellte, war ich unglaublich nervös und dachte, sie würden es schrecklich finden“, erinnert er sich. „Ich entschuldigte mich immer im Voraus. Diese Nervosität verschwand nie.“