Die „Tiny Desk“-Konzertreihe des US-Radiosenders NPR erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit – und das völlig zurecht. Künstlerinnen und Künstler aller Genres – von Willow Smith bis Ani DiFranco, von Hozier bis Phoebe Bridgers – spielen im Büroambiente und vor kleinem Publikum intime, akustische Sets mit oft besonderen Arrangements. Nun gab sich einer der ganz Großen die Ehre: Robert Plant, ehemaliger Frontmann von Led Zeppelin und seit Jahrzehnten erfolgreicher Solokünstler.
Robert Plant: Großartiger Auftritt mit toller Setlist
Plant spielte ein fünf Songs umfassendes Set, bestehend aus traditionellen Stücken, Americana-Perlen und behutsam neu arrangierten Interpretationen aus seinem aktuellen Album Saving Grace. Dazu gehörten die Spiritual-Nummer Gospel Plough, Martha Scanlans Higher Rock, das zarte Everybody’s Song von Low sowie It’s a Beautiful Day Today der Psychedelic-Rock-Band Moby Grape – ein Titel, der Plant nach eigener Aussage bis heute „weich werden lässt“.
Den Abschluss bildete eine eindringliche, neu gefasste Version von Gallows Pole, jenem traditionellen Stück, das er bereits 1969 mit Led Zeppelin auf Led Zeppelin III zu einem Klassiker machte.
Robert Plant: „Das ist ja wie bei Live Aid“
Begleitet wurde Robert Plant dabei von seiner sechsköpfigen Band Saving Grace, bestehend aus Suzi Dian (Gesang, Akkordeon), Matt Worley (Gitarre, Banjo, Cuatro), Tony Kelsey (Gitarre), Barney Morse-Brown (Cello) und Oli Jefferson (Schlagzeug) – sowie Plant selbst, der zusätzlich Mundharmonika spielte.
Laut NPR musterte Plant das eher spartanische Setup, als er an einem windigen Halloween-Nachmittag erstmals hinter dem Tiny Desk Platz nahm. Mit einem Lächeln sagte er: „Das ist ja wie bei Live Aid. Damals konnte ich mich auch nicht hören.“ Damit spielte er darauf an, dass NPR die Stimmen nicht verstärkt und die Künstler ohne Monitore auftreten. Plant plauderte locker mit dem Publikum. Im Internet wird die Musiklegende, die sich nie auf ihren Lorbeeren auszuruhen scheint, zurecht gefeiert.