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Foto: Peter Nobel/Redferns

Sly Dunbar ist tot: Der Reggae-Pionier wurde 73 Jahre alt

Sly Dunbar ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Als Schlagzeuger und Produzent war er eine der einflussreichsten Figuren in Reggae und Dancehall, unter anderem als Teil des Duos Sly & Robbie. So arbeitete er mit Reggae-Legenden wie Peter Tosh und Jimmy Cliff, aber auch anderen Stars wie Grace Jones oder Bob Dylan. Außerdem gründete er das wichtige Label Taxi Records.

Tod nach längerer Krankheit

Er war ein echter König des Rhythmus: Lowell Fillmore Dunbar, besser bekannt als Sly Dunbar, verstarb gestern früh in seinem Zuhause. Das bestätigte seine Frau Thelma Dunbar der jamaikanischen Zeitung The Gleaner und erzählte: „Heute Morgen gegen sieben Uhr wollte ich ihn wecken, aber er reagierte nicht. Ich rief den Arzt, und das war die Nachricht.“ Sly Dunbar wurde 73 Jahre alt.

Die genaue Todesursache wurde bisher noch nicht bekanntgegeben; jedoch war Sly Dunbar schon länger krank gewesen und war dafür sowohl zuhause als auch in anderen Ländern in Behandlung gewesen. Thelma Dunbar erklärte weiter: „Gestern war ein so guter Tag für ihn. Freunde waren zu Besuch, wir hatten alle eine schöne Zeit. Er hat gut gegessen… manchmal hatte er keinen Appetit. Ich wusste, dass er krank war… aber ich wusste nicht, dass er so krank war.“

Sly Dunbar: Ein einflussreicher Tausendsassa

Sly Dunbar, der 1952 in Kingston, Jamaika, geboren wurde, spielte schon im Alter von 15 Jahren in seiner ersten Band namens The Yardbrooms. Nur wenige Jahre später war er Teil seiner ersten Aufnahmesessions mit Lee „Scratch“ Perrys Band The Upsetters oder auch mit Dave & Ansel Collins. Doch seinen wichtigsten musikalischen Partner traf Sly Dunbar 1972: Den Bassisten Robbie Shakespeare, mit dem er das Duo Sly & Robbie bildete.

Gemeinsam schufen Sly & Robbie nicht nur eigene Hits, sondern arbeiteten als Produzenten und Sessionmusiker mit zahlreichen wichtigen Reggae- und Dub-Künstler:innen wie Peter Tosh, Black Uhuru oder Jimmy Cliff. Einige dieser Veröffentlichungen erschienen auf dem von Sly & Robbie gegründeten Label Taxi Records. Ihr Gespür für wegweisende Rhythmen brachte sie schließlich auch zur Arbeit für Künstler:innen aus anderen Genres. So war das Produzenten-Duo etwa maßgeblich an Grace Jones‘ Alben wie dem legendären Nightclubbing beteiligt, wirkte an mehreren Alben von Bob Dylan mit oder produzierte für Mick Jagger, No Doubt oder Sinead O’Connor.

Auch für das Genre Dancehall leistete Sly Dunbars Stil wesentliche Pionierarbeit. So scheute Dunbar sich nicht davor, sein Schlagzeugspiel mit Drumcomputern zu unterstützen. Viele der Rhythmen, die Sly & Robbie entwickelten, kann man noch heute in Songs entdecken.

Ruhe in Frieden, Sly Dunbar.

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