Seit mehr als 60 Jahren ist Country-Queen Dolly Parton im Musikgeschäft aktiv. In dieser Zeit hat sie nicht nur 50 Alben, 100 Millionen Plattenverkäufe, elf Grammys und drei Emmy Awards angehäuft, sondern auch viel Gutes getan. So unterstützt sie mit ihrer Dollywood Foundation zum Beispiel die Bildung von Kindern, spendet großzügige Summen an die Opfer von Naturkatastrophen und setzt sich auf ihre ganz eigene Art für den Feminismus ein. Zu ihrem 80. Geburtstag ehren wir Dolly Parton mit zehn Songs, die man von ihr kennen sollte.
1. Dumb Blonde (1966)
„Glaub nicht, dass ich dumm bin, nur weil ich blond bin“, singt Dolly Parton im ersten Song auf ihrem ersten Album und stellt damit von Beginn an klar: Unterschätzt mich lieber nicht. In der damals männerdominierten Musikwelt neigt man durchaus dazu, die schöne Blonde auf ihr Äußeres zu reduzieren – Dolly dürfte mittlerweile wohl jeden irgendwie denkbaren Spruch über ihre Oberweite mehrfach gehört haben.
Doch davon lässt sie sich nicht beirren: Als ihre Karriere Fahrt aufnimmt und ihr langjähriger (Gesangs-)Partner Porter Wagoner neidisch auf die Aufmerksamkeit wird, die Parton erhält, verlässt sie kurzerhand die gemeinsame TV-Show. Im Anschluss wird sie nicht nur zum Star ihres eigenen Fernsehformats, sondern verarbeitet auch den Trennungsschmerz, indem sie mal eben einen der größten Lovesongs des Jahrhunderts schreibt: I Will Always Love You.
2. Just Because I’m A Woman (1968)
Die wortwörtlich alte Leier: Hat ein Mann einen hohen „Body Count“ vorzuweisen, wird er dafür bejubelt. Hat jedoch eine Frau bereits mit vielen Männern geschlafen, gilt sie als „leicht zu haben“. Zu dieser Doppelmoral vertritt Dolly Parton bereits vor über 50 Jahren eine deutliche Meinung: „Meine Fehler sind nicht schlimmer als deine, nur weil ich eine Frau bin“. Inspiriert ist der Song von einem realen Gespräch zwischen Parton und ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann Carl Dean, der sie wenige Monate nach der Hochzeit über ihre sexuelle Vergangenheit befragte.
3. Down From Dover (1970)
Mit Down From Dover vom Album The Fairest Of Them All veröffentlicht Dolly einen Song mit Gänsehautgarantie. Aufgrund seiner damals enorm kontroversen Thematik wird er nie zum kommerziellen Erfolg, ein Fan-Favorit ist er dennoch: In dem Song geht es um eine unverheiratete junge Frau, die aufgrund ihrer Schwangerschaft von ihrer Familie verstoßen wird.
Geduldig und hoffnungsvoll wartet sie auf die Rückkehr des Kindsvaters aus Dover, während sie selbst bei einer älteren Dame unterkommt. Ein Happy End gibt es nicht: Das Baby kommt still zur Welt und die Erzählerin deutet das als Zeichen, dass der Vater nicht zurückkehren wird.
4. Joshua (1970)
1970 ist ein wichtiges Jahr für Dolly Parton: Mit dem Titel Joshua gelingt ihr die erste Nummer-eins-Platzierung in den US-Country-Charts. Inhaltlich geht es darin um eine junge Frau, die einen mysteriösen und griesgrämigen Mann kennenlernt, der allein in den Bergen Tennessees lebt. Entgegen seines raubeinigen Einsiedlertums entpuppt sich der „Mountain Man“ als liebenswürdiger Kerl, der nur ein wenig Liebe braucht. Die Nummer kommt gut an, nicht zuletzt, weil sie sich mit ihrer ansteckenden Gute-Laune-Energie von den damals vorherrschenden Country-Balladen unterscheidet.
5. Coat Of Many Colors (1971)
Als Avie Lee Caroline ihrer kleinen Tochter Dolly damals einen Patchwork-Mantel aus alten Stoffresten näht, ahnt sie nicht, dass diese darüber irgendwann einen gefühlvollen Country-Song schreiben würde. Laut eigener Aussage ist Coat Of Many Colors sogar Dollys Lieblingssong unter all den Titeln, die sie je geschrieben hat. Kein Wunder, erinnert der Titel uns doch daran, dass grenzenlose Mutterliebe mehr Wert ist als alles Geld der Welt.
Jetzt im Circle Store:
6. Here You Come Again (1977)
Mit Here You Come Again wagt Parton in den Siebzigern ihren ersten Ausflug in die Pop-Welt. Mit Erfolg: Der Titel erreicht nicht nur die Spitze der US- Country-Charts, sondern auch Platz drei der Billboard Hot 100. Darüber hinaus wird die Künstlerin mit einer Grammy-Nominierung für die Best Female Pop Vocal Performance bedacht.
7. Light Of A Clear Blue Morning (1977)
Wie bereits zu Anfang dieses Artikels erwähnt, verarbeitet Dolly Parton das Ende ihrer Zusammenarbeit mit Porter Wagoner, indem sie den Über-Hit I Will Always Love You schreibt. Während der Titel den Fokus auf die Trauer über das Beziehungsende legt, verfasst die Künstlerin mit Light Of A Clear Blue Morning einen zweiten Song, der deutlich optimistischer klingt.
„Ich dachte: ‚Es war eine lange dunkle Nacht‘ – und dann rissen die Wolken auf“, erklärt Dolly in ihrer Biografie. 2026 legt sie ihre Hymne über die Hoffnung neu auf; dieses Mal zusammen mit Miley Cyrus, Reba McEntire, Queen Latifah und Lainey Wilson.
8. 9 To 5 (1980)
Wer Dolly Parton sagt, muss auch 9 To 5 sagen. Der Song, der nach einer Vereinigung zur Gleichberechtigung von Frauen am Arbeitsplatz benannt wurde, wird 1980 als Titelsong des Films Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um? veröffentlicht. Eine Frage, die man sich je nach Arbeitsplatz wohl heute noch stellt.
9. Why’d You Come In Here Lookin’ Like That? (1989)
Mit diesem Song beweist Dolly Ende der Achtziger, dass sie auch nach mehr als 20 Jahren im Musikbusiness nichts von ihrer Schlagkraft verloren hat. Es ist der treibende Beat und die augenzwinkernde Selbstironie, die Why’d You Come In Here Lookin‘ Like That? zum festen Bestandteil von Dollys Live-Shows macht. Das schlägt sich auch in Zahlen nieder: Der Titel wird zu Partons 22. Nummer eins in den Country-Charts.
10. Cologne (2008)
1973 besingt unsere Country-Legende mit Jolene noch „die andere Frau“ und bittet sie inständig, ihr nicht den Mann zu nehmen. 35 Jahre später wechselt Dolly jedoch die Seiten und singt in Cologne aus der Perspektive der Geliebten. Diese ist von ihrem Lover so besessen, dass sie sich auf seine Bitte einlässt, nicht ihr Parfum aufzulegen, wenn sie sich im Geheimen treffen, damit die betrogene Ehefrau ihm nicht auf die Schliche kommt.