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… sie sind mit dieser Welt auf eine Weise verbunden, wie nur wenige andere Bands. Alejandro, Drew, Gabi, Kauê und Kenneth wurden im Rahmen eines Pilotprojekts des K-Pop-Riesen HYBE in Lateinamerika gecastet, ausgebildet und per TV-Show zusammengebracht. Schon mit ihrer Debütsingle 0% und der jüngst veröffentlichten EP DUAL begeisterten sie nicht nur in ihren Heimatländern – und könnten ein weiteres Boyband-Phänomen aus dem Hause HYBE sein.
Es ist keine neue Entwicklung, dass die K-Pop-Industrie auch andere Kontinente erobert. Mit den großen koreanischen Girl- und Boygroups ist das immer mehr geglückt – nicht zuletzt dank der HYBE-Labelgruppe, die mit BTS ja auch die größten Player im Game hat. Was in den letzten Jahren jedoch mehr wurde: Projekte, die K-Pop-Strategien und Trainingsmethoden nutzen, aber aus jungen Talenten zusammengestellt werden, die explizit außerhalb von Südkorea oder den Nachbarländern gecastet werden.
KATSEYE sind da ein gutes Beispiel, die ja über die Dream Academy als „Global Girl Group“ zusammengestellt wurden. Was in Europa ignoranterweise nicht so detailliert besprochen wurde: Im Juli 2025 ging auch das erste Projekt von HYBE Latin America an den Start. Für die Web-Serie Santos Bravos: La Serie wählte man aus 400 Bewerbern 16 junge Männer aus, die aus Mexiko, Kolumbien, Brasilien, Venezuela, Argentinien, Peru, Spanien und den USA stammen.
HYBE Latin America COO Juan Sebastián Arenas sagte dem Billboard-Magazin über die Show: „Die Fans sehnen sich nach etwas Größerem, das Grenzen überschreitet. Was wir tun, ist eine Kombination verschiedener Kulturen. Es ist ein koreanisches Unternehmen in Mexiko mit Jugendlichen aus acht verschiedenen Kulturen und einem Management aus Kolumbien, Mexiko und Venezuela – das zeigt, wie groß und vielfältig die lateinamerikanische Musik geworden ist. Das ist ein Statement.“
Santos Bravos: Mit 100 Prozent auf 0%
Am Ende gewannen Alejandro Aramburú aus Peru, Drew Venegas aus den USA, Kauê Penna aus Brasilien, Gabi Bermúdez aus Puerto Rico und Kenneth Lavíll aus Mexiko. Der Jüngste von ihnen ist 16 Jahre alt, die Ältesten sind 25. Die Serie kam gut an, so richtig Fahrt nahmen Santos Bravos allerdings erst auf, als die Debütsingle veröffentlicht wurde – und zeigte: Die Jungs können was! Was nicht wundert, wenn man sich in ihre Vergangenheit hineingoogelt. Wie auch bei den KATSEYE-Membern findet man hier Lebensläufe voller Tanz- und Gesangs-Erfahrungen – und vor allem findet man fünf junge Männer, die genau wissen, wie sie vor der Kamera wirken. Spannend ist dabei auch, dass Drew gerade in der LGBTQIA+ Community begeistert, weil er offen queer unterwegs ist.
Aber, und das könnte entscheidend sein für den wachsenden Erfolg: Schon die Debütsingle 0% zeigte, dass auch die Musik funktioniert. Der Dreiminüter verbindet die melodischen, emotional aufgeladenen Einflüsse des Latin Pop und verschmelzt sie behutsam mit den lasziven Rhythmen des Reggaeton und modernen Club-Beats.
Das K-Pop-Training war erschöpfend
Die Debüt-EP DUAL kann nun das Niveau von 0% (seltsamer Satz, aber ihr wisst, dass wir den Song meinen) zu großen Teilen halten. KAWASAKI ist ein massiver Hit, dem man ein paar Housebeats in die Venen gejagt hat, MHM ist zärtlich und tanzbar zugleich, VELOCIDADE zeigt die rotzige, rap-lastige Seite, FE ist eine klassische, sehr schön gesungene Boygroup-Ballade mit Latin-Schmelz und WOW vielleicht ein wenig zu glatt produziert, aber live sicher ziemlich unschlagbar.
In einem Interview mit dem Magazin Galore erzählen die Member, wie ihnen vor allem das K-Pop-Training geholfen habe, so überzeugend debütieren zu können. Hart sei es dennoch gewesen. Alejandro sagt zum Beispiel: „Ich glaube, eine der größten Herausforderungen – zumindest für mich – war, dass trotz der Erschöpfung die eigentliche Herausforderung darin bestand, die Einstellung beizubehalten, weiterzumachen und nach mehr zu streben. Ich habe das Gefühl, dass der Hunger, den wir alle hatten, diesen Traum zu verwirklichen, uns durchhalten ließ. Und das, was uns am meisten geholfen hat, das war zu 100 % das nächtliche Reden mit den Jungs, bei dem wir uns gegenseitig fragten, wie es uns ging. Das war ein sehr wichtiger Teil davon, uns wieder aufzurappeln, damit wir gemeinsam weitermachen konnten.“