Jüngst hat die K-Pop-Girlgroup Le Sserafim ihre neue Single Celebration veröffentlicht – und dabei schon wieder spektakulär die Stilrichtung gewechselt. Das gelingt ihnen ehrlicherweise meistens ziemlich gut. Deshalb gibt es hier einen kleinen Ritt durch ihre Diskographie vom Debüt bis zur aktuellen Single.
Le Sserafim im Circle Store:
Fearless (2022)
Bei einigen K-Pop-Bands ist es fast ein wenig fies, wenn man einen Artikel mit dem Debütsong beginnt. Ist ja völlig normal, dass man anfangs vielleicht noch nicht ganz sicher auftritt, oder sich die Produktionsfirma noch nicht die teuren Co-Songwriter:innen und Produzent:innen gegönnt hat. Bei Le Sserafim sieht die Sache jedoch anders aus. Der Debütsong Fearless, die Choreo dazu, das Video und auch die ersten Auftritte waren top notch. Tatsächlich bekommt man diesen Ohrwurm lange nicht aus dem Kopf. Wer sich übrigens wundern sollte, warum im Video neben Kim Chaewon, Sakura, Huh Yunjin, Kazuha und Hong Eunchae noch eine sechste Person tanzt: Das ist die kurz nach Release geschasste Kim Garam. Sie sollte eigentlich eine tragende Rolle in der Band spielen, aber dann kamen Mobbing-Vorfwürfe aus ihrer Teenager-Zeit ans Licht – eine Todsünde in der koreanischen Kultur.
Antifragile (2022)
Ein seltsames Wort, dieses Antifragile, aber irgendwie macht es Sinn, wenn man sich den Text übersetzt. Die Fünf singen davon, dass man sie nicht unterschätzen oder zu niedlich oder gar zierlich finden soll. Auch gewisse K-Pop-Vorurteile (die manchmal Realität sind) werden aufgegriffen. An einer Stelle singt Yunjin zum Beispiel auf Koreanisch: „Marionette sein? Nein danke, mit diesem Lied baue ich mir meine eigenen Zukunft auf.“ Antifragile ist ein weiterer ultra-catchy-klingender Song – der übrigens von einer kompletten Fußballmannschaft geschrieben wurden: In den Credits stehen unter Text und Komposition stolze elf Namen.
Unforgiven feat. Nile Rodgers (2023)
Die Kombination hatten wohl die wenigsten auf der Bingokarte: Chic-Mitglied, Produzent, Songwritger, Daft-Punk- und Pharrell-Williams-Sparringspartner Nile Rodgers nahm mit Le Sserafim Unforgiven auf – ein Song, der außerdem Parts einer Ennio-Morricone-Komposition samplet. Dieser Western-Vibe kommt also nicht von ungefähr. Im Kopf bleiben vor allem der ungewöhnliche Chorus und die Choreografie dazu – die vor allem auf TikTok ziemlich gut ankamen.
Good Bones (2024)
2024 war mit den EPs Easy und später Crazy ein musikalisch starkes Jahr. Und auch wenn Easy eine sehr sonnig-schöne Pop-Nummer ist, möchten wir hier mal den Blick auf den EP-Opener werfen. Dazu muss man wissen: EPs von Le Sserafim beginnen stets mit einem Spoken Word Track – und die wagen sich oft musikalisch in spannende Gefilde. Good Bones ist ein gutes Beispiel: Mit seinen darken Gitarren und dem rotzigen Spoken Word erinnert das musikalisch schon fast ein wenig an Bands wie The Yeah Yeah Yeahs.
Crazy (2025)
Also entweder sind die Lines „All the girls are girling girling, all the girls are girling girling, all the girly girls“ ein wenig behämmert, oder ziemlich brillant. Die Fans und halb TikTok tendierten zu Letzterem. Crazy macht seinem Namen alle Ehre und fährt in seinem Hochglanzvideo viele Elemente auf, die ein wenig gaga wirken. Ist das plakativ? Und wie! Funktioniert das? Schon irgendwie ziemlich gut …
Spaghetti feat. J-Hope (2025)
Die crazy Inszenierung führte man noch eine kleine Weile weiter. Spaghetti mit BTS-Member J-Hope als Feature-Gast ist tatsächlich ein Song über das, was der Titel verspricht. Mit Tomatensauce. Und einem Video, das wie ein greller Fiebertraum wirkt. Trotzdem wurde Spaghetti ein Fan-Favorite, was sicher auch an der unterhaltsamen Choreo liegt, in der sich sogar an einer Stelle übergeben wird …
Celebration (2026)
Damit sind wir in der Gegenwart angekommen: Ganz frisch draußen ist Celebration – der erste Hardstyle-Techno-Song im Oeuvre der Band, an dem in Produktion und Komposition 17 Menschen beteiligt waren. Darunter gibt es ein paar spannende Namen: BTS-Entdecker und HYBE-Gründer Hitman Bang (der bei fast allen Le Sserafim-Songs mitmischt) ist ebenso dabei wie das Popduo Icona Pop und die Le-Sserafim-Member Kim Chaewon und Huh Yunjin. Die Fans lieben den neuen Sound größtenteils und auch wir müssen nach einem Schockmoment sagen: Ist ’n Banger, der Song! Sweet ist auch das an Halloween erinnernde Video, das mit einem tollen Twist endet und eine Hommage an den Freak in euch sein soll.