Stranger Things ist vieles. Vor allem aber ist die Kultserie eine fantastische Reise durch die wundersame Musikwelt der Achtziger. Im Verlauf der fünf Staffeln wurde eine völlig neue Generation an Songs von The Clash, Kate Bush, Queen, Joy Division oder Metallica herangeführt. Hier kommen die besten Songs aus allen Staffeln.
Neun Jahre lang begleitete uns Stranger Things. Neun Jahre fieberten wir mit El und ihren Freund:innen mit, warteten wir gespannt auf jede neue Folge, jede neue Staffel. Jetzt ist die Serie zu Ende gegangen. Und hinterlässt auch einen schon jetzt legendären Soundtrack voller besonderer Momente der Achtziger. Das Besondere ist aber eben, dass wir hier nicht nur die Top-Auswahl des Jahrzehnts auf die Ohren bekommen, sondern eine sorgsam kuratierte Wanderung durch die Vielseitigkeit dieses Jahrzehnts. Hier kommen die zehn besten und ikonischsten Songs aus fünf Staffeln Stranger Things.
The Clash – Should I Stay Or Should I Go
Musik ist bei Stranger Things mehr als nur Beiwerk. Sie gehört fest zum Narrativ und bringt die Geschichte voran. Und das geht direkt in Staffel eins los: Jonathan Byers macht seinem kleinen Bruder Will Mixtapes mit jeder Menge Post-Punk, Rock und Alternative aus den Achtzigern. Ein Song führt später sogar dazu, dass Will Byers aus der Upside Down gerettet wird: Should I Stay Or Should I Go der englischen Avantgarde-Punks The Clash. Die Duffer Brothers fanden diesen Song für die Handlung besonders wichtig, obwohl The Clash erst zögerten, ihren Song für eine Serie zur Verfügung zu stellen, die ihrer Meinung nach von „Monstern aus einer alternativen Welt“ handelte. Mittlerweile sind sie bestimmt sehr, sehr froh darüber, dass sie sich anders entschieden haben.
Limahl – The NeverEnding Story
Der Titelsong der Verfilmung von Die unendliche Geschichte vertont nach Ansicht Millionen von Fans eine der ikonischsten Momente der Serie. Im Finale von Staffel drei muss Hawkins vor bösen Russen und dem riesigen Mindflayer-Monster gerettet werden. Das geht aber nur mit der Planck-Konstante, die aber nun mal nur Dustins super nerdige Freundin Suzie auswendig weiß. Bevor sie die Zahl preisgibt, muss Dustin mit ihr singen – und zwar The NeverEnding Story, sozusagen das Lied ihrer jungen Liebe. Durch seine Verwendung in der Serie verzeichnete The NeverEnding Story in den Tagen nach der Erstausstrahlung einen Streaming-Anstieg um 800 Prozent, wodurch der Brite Limahl kurzzeitig wieder ins Rampenlicht rückte.
Peter Gabriel – Heroes
Im Abspann der finalen Staffel fünf kommt zwar auch Bowies Original, doch deutlich emotionaler ist der Einsatz von Peter Gabriels Coverversion: Sie erklingt in Staffel eins, als die Freunde Wills vermeintliche Leiche sehen, und erneut in Staffel drei, als El Hoppers emotionalen Brief liest.
Hol dir hier den Soundtrack von Staffel 5:
Kate Bush – Running Up That Hill
Auch im Finale von Staffel vier steht ein ganz besonderer Song im Fokus – und das sogar bis zum Ende der Serie: Running Up That Hill von Kate Bush wird zum Lebensretter für Max, zum Lied, das sie vor Vecna rettet. Das wiederauflebende Interesse katapultierte den Song in die Top Ten mehrerer Charts weltweit, insbesondere erreichte er Platz eins in Großbritannien, wo er laut der Official Charts Company sogar zum „Song des Sommers“ 2022 gekürt wurde. Außerdem erreichte er Platz drei der Billboard Hot 100 und wurde damit Bushs höchster Chart-Einstieg und erster Top-Ten-Song in den Vereinigten Staaten. Es führte sogar dazu, dass sich die sehr zurückgezogen lebende Kate Bush mal wieder offiziell zu Wort meldete.
Metallica – Master Of Puppets
Heimlicher Star der vierten Staffel ist Eddie. Metalhead, Rollenspieler, Bombentyp. Für seine Rolle bekam Schauspieler Joseph Quinn sogar ein Dio-Shirt von Ronnie James Dios Witwe, was er zu einem Backpatch umfunktionierte. Selbst Gitarrespielen lernte er, um im epischen Finale von Staffel vier Master Of Puppets von Metallica zu shredden. Damit erkaufte er seinen Freund:innen im Kampf gegen Vecna mehr Zeit – und ging auf ewig in die Annalen der Seriengeschichte ein. Im Staffelfinale gibt es dann noch das ultimative Tribut an ihn zu den Klängen von Iron Maidens The Trooper. Wohlverdient!
Queen – Hammer To Fall
Die Bromance zwischen Steve und Dustin gehört zu den schönsten Momenten der ganzen Serie. Während Brian Mays funkelndes Riff zu hören ist, rauschen die beiden zu Dustins Haus, um Dart zu suchen, den Demodog, den er versehentlich großgezogen hat. Es ist nur eine kurze Szene, aber sie bleibt auch wegen dieses Songs hängen.
The Cars – Moving in Stereo
Die Duffer-Brüder sind besessen von den Achtzigern. Fast jede Szene ist ein Tribut an irgendeinen Klassiker aus diesem Jahrzehnt, besonders angetan hat es ihnen dabei die Mutter aller Highschool-Filme, Ich glaub‘, ich steh‘ im Wald von 1982. Besonders deutlich wird das in der ersten Folge von Staffel drei, als Billy als neuer Rettungsschwimmer im Hawkins Pool vorstellig wird und den Moms aus Hawkins ordentlich den Kopf verdreht. Die Szene wird untermalt von Moving In Stereo, das auch im filmischen Vorbild eine zentrale Rolle spielt.
Joy Division – Atmosphere
Eine der emotionalsten und schwersten Szenen aus Staffel eins wird von einem wahren Post-Punk-Monolithen untermalt: Atmosphere ertönt, als Hopper, Jonathan und Joyce Byers mit der unmittelbaren Trauer darüber kämpfen, dass die Behörden vermutlich Wills Leiche im Steinbruch gefunden haben.
The Police – Every Breath You Take
Natürlich wissen wir längst, dass Every Breath You Take kein Liebeslied, sondern ein Song aus der Perspektive eines Stalkers ist. Doch genau das macht den Einsatz bei Stranger Things so gruselig perfekt. Der Snow Ball am Ende der zweiten Staffel ist nämlich in erster Linie wunderbar süß und romantisch, weil Max und Lucas sowie Mike und Eleven tanzen und sich hier ihren ersten richtigen Kuss geben. Dann wird die Szene aber eben wieder unheilvoll, weil wir mit ansehen müssen, wie Hawkins sich in die Upside Down verwandelt, wo der Mind Flayer über die Stadt wacht.
Moby – When It’s Cold I‘d Like To Die
Einer der wenigen zentralen Songs, die nicht aus der unmittelbaren Zeit der Serie stammen, ist zugleich einer der schönsten: Mobys herzzerreißendes When It’s Cold I‘d Like To Die sorgt gleich zweimal für Tränen – in Staffel eins und Staffel vier. Erst, als Hopper Will in der Upside Down wiederbelebt, wobei die Szene mit Rückblenden seiner an Krebs sterbenden Tochter Sarah unterbrochen wird. Und dann später, als Max Lucas anfleht, dass sie noch nicht bereit ist zu sterben. Die Duffer Brothers verstehen es eben wirklich meisterlich, Musik auf dem Bildschirm einzusetzen.