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Foto: Andreas Rentz/Getty Images

Epstein-Verbindungen: Casey Wasserman kündigt Verkauf seiner Agentur an

Casey Wasserman wird seine Talentagentur, die Wasserman Group, verkaufen. Das berichtet das Wall Street Journal. Die Entscheidung folgt auf anhaltende öffentliche Kritik, nachdem sein Name in kürzlich veröffentlichten Dokumenten im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein aufgetaucht war. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Künstler:innen ihre Zusammenarbeit mit der Agentur beendet, darunter Wednesday und Chappell Roan.

Wasserman zieht sich zurück

In einem internen Memo an die Mitarbeitenden, das laut der New York Times eingesehen wurde, erklärte Wasserman, er sei zu einer Belastung für die Arbeit des Unternehmens geworden. Künftig soll der langjährige Agenturmanager Mike Watts das Tagesgeschäft leiten. Wasserman selbst wolle sich stärker auf seine Rolle als Vorsitzender der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles konzentrieren.

In dem Schreiben heißt es weiter: „Es tut mir zutiefst leid, dass meine persönlichen Fehler aus der Vergangenheit bei euch so viel Unbehagen ausgelöst haben.“ Weiter schreibt er: „Es ist euch gegenüber nicht fair, und es ist auch nicht fair gegenüber den Klient:innen und Partner:innen, die wir mit großem Einsatz vertreten und die uns sehr am Herzen liegen.“

Hintergrund der Kritik

Das US-Justizministerium hatte die betreffenden Dokumente am 30. Januar veröffentlicht. Darin finden sich unter anderem vertraute E-Mails zwischen Wasserman und Ghislaine Maxwell sowie Hinweise auf einen Flug im Jahr 2002 mit Epsteins Privatjet im Rahmen einer Reise nach Afrika, die vom ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton organisiert worden war. Wasserman bestärkt in seinem Statement, dass sich der Kontakt zum Epstein-Umfeld allein auf diese Reise, sowie auf „eine Handvoll E-Mails, deren Versand ich zutiefst bedaure“ beschränkte. 

Künstler:innen distanzieren sich

Bereits kurz nach Veröffentlichung der Dokumente hatten Wednesday und Chappell Roan öffentlich ihren Abschied von der Agentur bekannt gegeben. In den darauffolgenden Tagen folgten weitere Acts. Auch Bethany Cosentino äußerte sich deutlich und schrieb: „Ich habe nicht zugestimmt, dass mein Name oder meine Karriere mit jemandem in Verbindung gebracht werden, der eine solche Nähe zu Ausbeutung hat.“

Seitdem haben unter anderem Odesza, Orville Peck, Local Natives, Alicia Bognanno (Bully), Dropkick Murphys und Chelsea Cutler ihre Zusammenarbeit mit der Agentur beendet. Diese Distanzierungen übten verstärkt Druck auf den CEO aus, seine Rolle niederzulegen. 

Eine der größten Agenturen der Branche

Casey Wasserman hatte die Agentur 2002 gegründet. Das Unternehmen vertritt Hunderte Künstler:innen und Sportler:innen weltweit, darunter internationale Acts wie Kendrick Lamar, Coldplay, Skrillex und Animal Collective. Damit hat sie einen unglaublichen Einfluss auf den internationalen Musikmarkt. Parallel zu den Enthüllungen wurde am vergangenen Wochenende ein ganzer Künstler:innen-Katalog von der Website der Agentur entfernt.

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