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Foto: Kevin Winter/Getty Images for The Recording Academy

Grammys 2026: Warum Bad Bunnys „Debí Tirar Más Fotos“ Album des Jahres wurde

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Debí Tirar Más Fotos schreibt Geschichte: Bad Bunny wird 2026 als erster spanischsprachiger Act mit dem Grammy für Album des Jahres ausgezeichnet. In seiner Dankesrede nutzt der Künstler die Bühne für klare Worte.

Die Grammy Awards haben auch in diesem Jahr nicht enttäuscht. Wie immer richteten sich die meisten Blicke auf die vier Hauptkategorien, allen voran Album des Jahres. Zwar hätten viele der Nominierten den Preis verdient, doch schon im Vorfeld galt ein Werk als klarer Favorit: Debí Tirar Más Fotos vom puerto-ricanischen Superstar Bad Bunny. Am Ende setzte sich das Album durch und schrieb Geschichte als erstes spanischsprachiges Album, das diese Königskategorie gewinnen konnte.

Neue Dimensionen

Als Bad Bunny im Januar 2025 sein jüngstes Album veröffentlichte, zeichnete sich bereits ab, dass dessen Wirkung weit über übliche Erfolgsmuster hinausgehen würde. Der Künstler gehört seit Jahren zu den weltweit meistgestreamten Acts auf Plattformen wie Spotify, doch Debí Tirar Más Fotos verschob die Messlatte noch einmal deutlich. Mit dem Album erschloss Bad Bunny neue Zielgruppen, durchbrach auch in Europa mühelos den Winter und lieferte mit Songs wie Nuevayol oder dem titelgebenden DtMF internationale Hits. Eine Grammy-Nominierung, zumal kurz vor seinem anstehenden Super-Bowl-Auftritt, wirkte da fast schon wie eine logische Konsequenz.

„Ich möchte diesen Preis all den Menschen widmen, die ihre Heimat, ihr Land verlassen mussten, um ihren Träumen zu folgen.“

Bad Bunny

Historischer Grammy-Moment

In der Nacht auf Montag verwandelte sich diese Nominierung schließlich in einen historischen Sieg: Debí Tirar Más Fotos wurde als Album des Jahres ausgezeichnet. Verkündet wurde der Gewinn von Harry Styles, der selbst 2023 in dieser Kategorie triumphiert hatte. Bad Bunny nahm den Award sichtlich bewegt entgegen und nutzte den Moment für eine klare politische Botschaft. Mit dieser bezog er sich auf die grausamen Einsätze der US-Einwanderungsbehörde. Noch bevor er sich bedankte, sagte er auf der Bühne: „Bevor ich Gott danke, sage ich erst einmal: ‚ICE raus!‘ Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Aliens. Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner.“ Weiter sagte der Künstler: „Ich weiß, es ist in diesen Tagen schwer, nicht zu hassen. Ich habe darüber nachgedacht, manchmal lassen wir uns anstecken. Hass wird durch noch mehr Hass nur stärker. Das Einzige, was mächtiger ist als Hass, ist Liebe. Also müssen wir anders sein. Wenn wir kämpfen, dann müssen wir es mit Liebe tun. Wir hassen sie nicht, wir lieben unsere Leute, wir lieben unsere Familien. So sollte es sein. Wir lieben.“

Eine Rede für Puerto Rico

Bevor er den Großteil seiner Rede auf Spanisch hielt, widmete Bad Bunny den Preis jenen, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen: „Ich möchte diesen Preis all den Menschen widmen, die ihre Heimat, ihr Land verlassen mussten, um ihren Träumen zu folgen.“ Auf Spanisch fuhr er fort und richtete sich direkt an Puerto Rico:

„Puerto Rico, ich habe es euch gesagt: Wir sind viel größer als 100 mal 35 [Meilen] und es gibt nichts, was wir nicht erreichen können. Danke Gott, danke der Academy, danke allen Menschen, die während meiner gesamten Karriere an mich geglaubt haben. Danke an alle, die an diesem Album gearbeitet haben. Danke Mama, dass du mich in Puerto Rico zur Welt gebracht hast. Ich liebe dich. … Und an alle Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben und trotzdem mit Stärke und so viel Liebe weitergemacht haben: Das ist für euch.“

Sieg in mehreren Kategorien

Mit seinem Sieg setzte sich Benito Antonio Martínez Ocasio alias Bad Bunny gegen ein hochkarätiges Feld durch, darunter Justin Biebers Swag, Lady Gagas Mayhem, Kendrick Lamars GNX, Tyler, the Creator’s Chromakopia und weitere namhafte Veröffentlichungen.

Dabei blieb es nicht bei diesem einen Preis: Bad Bunny gewann zudem Best Música Urbana Album für DTMF sowie Best Global Music Performance für seine Single EOO. Insgesamt war er für sechs Grammys nominiert und zählte damit zu den meistnominierten Artists des Abends. In genau einer Woche wird er außerdem als Headliner der Super Bowl Halftime Show 2026 auftreten.

Hier gibt’s das Grammy-Album von Bad Bunny auf Vinyl:

Der Grammy-Gewinn und vor allem die dazugehörige Rede ist mehr als ein persönlicher Triumph. Er steht symbolisch für die puerto-ricanische Community und für all jene Menschen in den USA, die derzeit um ihre Sicherheit und ihre Zukunft bangen müssen. Dass ein spanischsprachiges Album in diesem Moment die höchste Grammy-Auszeichnung erhält, könnte kaum passender sein. Künstlerisch wie gesellschaftlich ist Debí Tirar Más Fotos ein Meisterwerk mit Statement und ein Gewinn auf ganzer Linie.

Mehr zu den Grammys gibt’s hier: