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Polyphia fetzen die Saiten: Neue Single und Album „Be Not Afraid“
Das fünfte Studioalbum der texanischen Gitarren-Innovateure Polyphia wird Be Not Afraid heißen und am 23. Oktober erscheinen. Die neue Single Power In The Blood ist mal wieder eine wunderbar überfordernde Mischung aus Math-Rock und verzerrter Elektronik.
Polyphias digitaler Gitarren-Gospel
Polyphia planen ihren nächsten Streich. Tim Henson und co. werfen schon seit Jahren die Vorstellungen dessen um, was man als „Gitarrenmusik“ bezeichnen könnte, und das beweisen sie auch wieder auf der Single Power In The Blood. Gitarren wechseln zwischen verschiedensten Sounds, Bass und Drums übersteuern den Mix, Dance- und Trap-Elemente tanzen mit und immer wieder kreischen Samples einer Gospel-artigen Predigt dazwischen. So ähnlich klang schon die vorherige Single Can You Feel It, welche auf dem YouTube-Thumbnail ein Foto von Donald Trump und Jeffrey Epstein zeigte. Zurückgehalten haben Polyphia sich also nicht.
Und letztere Einstellung gilt auch für das Album, das sie nun ankündigen. Be Not Afraid wird ihr fünfter Langspieler heißen und am 23. Oktober erscheinen. Das Artwork, die Songtitel sowie das aktuelle Musikvideo wirken kirchlich angehaucht – eine Ästhetik, die Tim Henson schon öfters strahlender Modernität in 4K gegenübergestellt hat.
„Triumphierend“ und „furchteinflößend“
Die furchtlose, nicht zurückhaltende Attitüde verfolgten Polyphia aber vor allem bei der Entstehung der Musik. So erklärt Tim Henson in einem Pressestatement, er und die Band seien „in ziemlich düstere Rabbitholes hinabgestiegen. Wir stießen immer wieder auf Dinge, die so abartig waren, dass sie geradezu wahnsinnig klangen, wenn man sie laut aussprach. Dann tauchten einige genau dieser Dinge, über die wir gesprochen hatten, plötzlich in öffentlich zugänglichen Dokumenten auf. Man liest so etwas und fühlt sich angewidert, demoralisiert und völlig machtlos. Be Not Afraid ist unsere Antwort darauf. Anstatt uns von der Hässlichkeit der Welt lähmen zu lassen, haben wir all unsere Energie darauf verwendet, etwas Schönes zu erschaffen. Wir haben uns keine Sorgen darüber gemacht, ob etwas zu ungewöhnlich war oder ob die Leute es verstehen würden. Wir sind einfach dem gefolgt, was uns begeistert hat, und haben – wie ich glaube – unser bisher bestes Album aufgenommen.“
So seien Songs zustandegekommen, die zwischen „triumphierend“ und „furchteinflößend“ rangieren, meint Henson. Produziert wurde die Platte von der Band selbst sowie ihren virtuosen Mitstreitern RJ Pasin und Spiro Dussias. Die Musik entstand dieses Mal anders als zuvor. Anstatt dass jedes Mitglied seine eigenen Ideen entwickelte und sie diese später zusammentrugen, begann man nun das Songwriting gemeinsam in einem Raum. Co-Leadgitarrist Scott Lepage meint, diesen Spaß am Musizieren höre man der Platte an.