Steven Wilson lädt ins Dorf ein: Neues Album „Requiem For A Village“

Steven Wilson live
Foto: Frank Hoensch/Redferns

Ein neues Konzeptalbum von Prog-Profi Steven Wilson kommt im November: Requiem For A Village setzt sich mit einem mysteriösen Dorf jenseits der Gesellschaft auseinander. Eine erste Single gibt’s auch.

Im vergessenen Dorf mit David Tennant

Steven Wilson zieht in ein Dorf – nicht wortwörtlich, aber darum geht es in seinem kommenden Album. Requiem For A Village heißt dieses Album und es erscheint am 6. November 2026. Um welches Dorf es sich genau dreht, ist nicht klar, denn es scheint fiktiv und namenlos. Als „einen winzigen, unbekannten Winkel der Britischen Inseln, der irgendwo abseits der Landkarte liegt“, beschreibt es der Pressetext. Der ehemalige Porcupine-Tree-Chef Wilson wandert damit „in ein Dorf, das jenseits von Zeit und Raum existiert.“

Das Dorf hat sogar schon eine eigene Website, in der man mehr über die Gemeinschaft erfahren kann: Veranstaltungen, Fotos, Neuigkeiten, ein Gästebuch. Kirchlich, konservativ, zurückgezogen und mysteriös sieht die Gemeinde aus. Auch der Trailer zum Album ist sehr atmosphärisch. Als Erzähler hat David Tennant die Ehre. Die Erzählung im Album selbst stammt aber von Andy Partridge, den man von der Band XTC kennt. Er unterstützte Steven Wilson schon auf dessen Alben To The Bone und The Overview.

Abseits von Studio-Perfektion und Moderne

Der achtminütige Titeltrack aus dem Album ist seit Freitag veröffentlicht, zusätzlich als Live-Session auf YouTube. Dieses Format von Performance passt zu Steven Wilsons neuem Kapitel, denn für das Album wollte er ein Live-Gefühl einfangen. So erzählt er auf seiner Website: „Ich wollte zu einer Art von Musik zurückkehren, bei der man gleichsam die metaphorischen Fingerabdrücke hören kann. Es ging darum, die menschliche Note und die Unvollkommenheiten der Musik zu betonen – Dinge, die sich nicht mit Software erzeugen lassen.“

„Dazu gehörte zum Beispiel die ausschließliche Verwendung analoger Synthesizer mit all ihrer Unberechenbarkeit oder der bewusste Verzicht auf eine perfekte Stimmung der Instrumente“, schreibt Steven Wilson weiter. „Aber es führte auch dazu, dass ich zur Geige oder Oboe griff oder mich am Schlagzeug versuchte – ich spielte Instrumente, die ich eigentlich gar nicht beherrschte, gewann ihnen aber Klänge ab, die mich auf unerwartete Weise inspirierten.“ Solch ein möglicherweise fehlerhafter Ansatz sollte eine Welt abseits der Moderne schaffen, wie es eben das beschriebene Dorf ist.

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